'Abd Allah ibn-Ibad
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'Abd Allah ibn Ibad al-Maqa'isi al-Tamimi (gest.: im Jahre 86 islamischer Zeitrechnung) war der Gründer der nach ihm benannten kharidjitischen Glaubensrichtung, der Ibaditen.
Die Ibaditen sind die einzige heute noch existierende Form der Kharidjiten. Sie unterscheiden sich aber in ihrem Wesen grundsätzlich von den Kharidjiten des Früh- und Hochislams. Die Ibaditen haben eine eigene islamische Rechtsschule madhhab, die auf eben diesen Abd Allah ibn Ibad und Djabir ibn Zayd (gest.: 93 isl. Zeit) zurückgeht und die den Koran sehr streng auslegt, was aber erstaunlicherweise in der Praxis zu einer sehr großen Toleranz führt. Eigentlich sehen sich die Ibaditen als einzig rechtgläubige Muslime an und folgen prinzipell der Auffassung, dass jeder Muslim, der vom rechten Glauben abgefallen ist, eigentlich des Todes sei. Da sie aber eine kleine schwache Minderheit sind und natürich nicht den Rest der islamischen Welt exekutieren können, haben sie sich eine Auslegung des Korans zu eigen gemacht, nach der eigentlich kein Mensch mit letzter Sicherheit darüber entscheiden kann, wer rechtgläubiger Muslim ist und wer nicht. Sie halten so zwar alle anderen für ungläubig, aber aufgrund mangelnder letzter Sicherheit nicht für todeswürdig. Deshalb gelten ihnen alle anderen Menschen als gleichermaßen ungläubig und sie machen dann auch keinen Unterschied, ob sich diese anderen Ungläubigen selbst als Muslime, Juden, Christen, Hindus oder was auch immer sehen. Deshalb behandeln sie auch konsequenterweise all diese Gruppen gleich.
Siehe auch: Fiqh (islamische Rechtswissenschaft)
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