Çatal Hüyük
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Einordnung: Ort in der Türkei | Archäologische Grabung | Matriarchatsforschung
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Çatal Hüyük oder auch Çatal Höyük war nach jetzigem Forschungsstand vor 8.000 Jahren die größte Siedlung der Welt. Sie liegt auf der Hochebene Anatoliens (Türkei), knapp 40 km südöstlich der Stadt Konya, und hatte etwa 5.000 - 6.000 Einwohner. Entdeckt wurde sie in den späten 1950er Jahren. Zwischen 1961 und 1964 wurde sie vom britischen Archäologen James Mellaart ausgegraben. Wegen seiner Größe, den Wandmalereien und sonstiger Kunst innerhalb der Häuser wurde Çatal Hüyük schnell international berühmt.
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Bedeutung
Das Besondere an dieser Ortschaft vor 8.000 Jahren sind nicht die Bildnisse; Darstellungen der "Magna Mater" aus dieser Zeit sind auch anderswo ausgegraben worden. Der Grundriss der Siedlung ist das Außergewöhnliche. Die Häuser standen alle dicht an dicht wie Bienenwaben (vergl. Pueblos in Nordamerika). Gassen, Durchgänge, Straßen und Plätze fehlten ganz. Aber damit nicht genug: Es gab auch keine Türen und Fenster an den Häusern. Man stieg über eine Leiter aufs Dach und von dort durch eine Luke ins Haus. Bei dieser Bauweise erübrigte sich auch eine "Stadtmauer". Diese gravierenden Abweichungen vom Bild der Stadt nach Uruk etc. machen deutlich, dass der Hauptzweck der Anlage der Schutz der Bewohner war. Etwas, was die Städte und nachfolgend die Staaten ihren Bürgern auch immer wieder versprachen, aber nie hielten. In Çatal Höyük hat wahrscheinlich das Versprechen gefehlt, doch der Schutz funktioniert. Allem Anschein nach gab es in Çatal Hüyük keine für die späteren Städte so kennzeichnenden zentralen Einrichtungen wie Palast und Tempel im Regierungsviertel. Daher könnte man die Ortschaft anarchisch nennen. Alles deutet bis jetzt hin auf eine dezentrale Zellenstruktur des Gemeinwesens.
Hier wurde auch die bisher älteste kartographische Darstellung in der Menschheitsgeschichte im Jahre 1963 gefunden. Die Wandmalerei zeigt die Siedlung um 6200 v. Chr. mit ihren Häusern und dem Doppelgipfel des Vulkans Hasan Dağ.
Für die Matriarchatsforschung ist Çatal Hüyük ein gern benutztes Beispiel für eine matriarchale Hochkultur.
Das frühneolithische Bergheiligtum Göbekli Tepe ist nochmals rund 2000 Jahre älter.
Siehe auch
- Nevali Çori
- Oylum Höyük
- Karatepe (AslantaÅŸ)
- Anatolien
- Hethiter
- Ur (Stadt)
- Wiege der Zivilisation
- Geschichte der Türkei
Literatur
- Heinrich Klotz, Die Entdeckung von Catal Höyük - Der archäologische Jahrhundertfund, ISBN 3406432093
- Klaus-Dieter Linsmeier; Klaus Schmidt; Ein anatolisches Stonehenge, in: Spektrum der Wissenschaft - Spezial 2/2003; S. 10-15; ISSN 0943-7996 ISBN 3936278350
Weblinks
- weitere Weblinks
- www.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,2081572,00.html Totenkult in Çatal Hüyük
Çatal Hüyük (mit Karte)
- Suche nach Çatal Hüyük Infos mit: Yahoo
