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Afro-Lateinamerikaner

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--InfoG 17:30, 24. Mär 2005 (CET)

Als Afro-Lateinamerikaner werden die Bewohner Lateinamerikas bezeichnet, welche zumindest teilweise schwarzafrikanischer Abstammung sind.

Afro-Brasilianer: Brasilien besitzt die größte schwarzafrikanische Bevölkerung außerhalb von Afrika. Die Mehrheit der schwarzen Sklaven wurde im Nordosten des Landes auf den Zuckerrohrplantagen eingesetzt.

Afro-Panamaer: Panama hat die größte schwarze Bevölkerung in Zentralamerika. Die Meisten von ihnen leben an der Karibikküste und stammen mehrheitlich von den Westindischen Inseln (vorwiegend Jamaika). Sie kamen ursprünglich als Gastarbeiter ins Land, um bei der Errichtung des Panamakanals zu helfen.

Afro-Guatemalteken: Die Bevölkerung Guatemalas besteht zu 1 % aus Schwarze. Es werden drei Gruppen von Afro-Guatemalteken unterschieden. Die erste und zugleich größte Gruppe bilden die Mulatten. Sie leben hauptsächlich im Tiefland der Pazifikküsten und sind Nachfahren afrikanischer Sklaven, welche auf den Plantagen arbeiteten. Entlang der Ostküste des Landes leben die Garifuna. Ihre Anzahl wird in Guatemala auf 17.000 geschätzt. Die dritte Gruppe sind die Schwarzen der Westindischen Inseln. Sie kamen zu Begin des 20. Jahrhunderts aus Belize und Jamaika und sprechen noch heute ein englisches Kreolisch.

Afro-Mexikaner: Über die Anzahl der schwarzen Mexikaner gibt es keine Statistiken. Sicher ist, dass die Mehrheit der Afro-Mexikaner in den letzten Jahrhunderten innerhalb der Mestizenbevölkerung aufgegangen ist. Nur im Bundesstaat Veracruz und an der Costa Chica (an der Pazifikküste) sind noch einige schwarze Mexikaner zu finden. Das einige auf mexikanischem Boden gesprochene Kreol ist das Gullah. Es wird von den Angehörigen der Schwarzen Seminolen in der kleinen Gemeinde Nacimiento de los Negros (in der Nähe von Muzquiz, Coahuila) gesprochen.

Afro-Kubaner: Etwa 65 % der Kubaner sind Mulatten, während 11 % der Einwohner zu den Schwarzen gezählt werden. Sie stammen mehrheitlich aus Westafrika und wurden in erster Linie auf den Zuckerrohrplantagen eingesetzt.

Afro-Kolumbianer: Die Kolumbianer afrikanischer Abstammung bilden heute 21 % (Mulatten 14 %, Schwarze 4 % und Zambos 2 %) der Gesamtbevölkerung. Sie konzentrieren sich mehrheitlich an der Nordküste des Landes.

Afro-Dominikaner: 76 % der Dominikaner sind Mulatten, während 11 % zu den Schwarzen zählen. Ihre Vorfahren wurden zum größten Teil aus Westafrika eingeschleppt, um auf den Zuckerrohrplantagen zu arbeiten.

Afro-Nikaraguaner: In Nikaragua sind etwa 9 % der Bevölkerung Schwarze. Die Mehrheit von ihnen sind Nachfahren der von den Westindischen Inseln eingeführten Sklaven bzw. eingewanderten Gastarbeiter. Sie konzentrieren sich hauptsächlich an der Karibikküste des Landes. Im gleichen Gebiet leben die etwa 1.500 Garifuna.

Afro-Honduraner: 2 % der Einwohner Honduras sind Schwarze. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Mosquitoküste von Briten besetzt. Die englischen und schottischen Siedler betrieben Holzwirtschaft und importierten zu diesem Zweck schwarze Sklaven von den Westindischen Inseln. Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts immigrierten schwarze Einwanderer von den Westindischen Inseln an die Nordküste Honduras. Daneben leben etwa 75.000 Garifuna an der Karibikküste.

Afro-Costaricaner: In Costa Rica sind 2 % der Bevölkerung afrikanischer Abstammung. Die überwiegende Anzahl von ihnen sind Nachfahren der aus Jamaika eingewanderten Siedler. Sie sprechen mehrheitlich ein englisches Kreolisch und leben hauptsächlich in der Provinz Limon.

Afro-Puertorikaner: Fast alle Puertorikaner haben afrikanische Vorfahren. Etwa 10 % von ihnen sind Schwarze, während die Übrigen afrikanisch-europäischer bzw. afrikanisch-indianischer Abstammung sind. Die meisten schwarzen Puertorikaner leben an der Nordküste der Insel.

Afro-Venezuelaner: Etwa 10 % der Bevölkerung Venezuelas sind Schwarze bzw. Mulatten. Sie stammen mehrheitlich von afrikanischen Sklaven und Einwanderern der Westindischen Inseln ab. Der venezuelanische Präsident Hugo Chavez gehört zu den Afro-Venezuelanern und ist somit der erste südamerikanische Staatspräsident afrikanischer Abstammung.

Afro-Ecuadorianer: Etwa 3 % der Ecuadorianer sind Schwarze oder Mulatten. Die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung lebt im Nordwesten des Landes, vorwiegend im Flachland der Provinz Esmeraldas. Daneben existiert im Hochland ein Tal (Chota), das fast nur von Schwarzen und Mulatten bewohnt wird. Im Chotatal befinden sich etwa 10 bis 15 kleinere Dörfer mit einer Bevölkerungszahl von insgesamt 15.000.

Afro-Chilenen: Die Einfuhr schwarzer Sklaven nach Chile war zu allen Zeiten sehr gering. Die Mehrheit von ihnen konzentrierte sich auf die Städte Santiago, Quillota und Valparaiso. Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich die Schwarzen mit den Weißen und Mestizen, so dass heute das afrikanische Element in Chile fast völlig verschwunden ist. Eine Ausnahme bildet die Stadt Arica in der Provinz Tarapaca. Arica wurde 1570 gegründet und gehörte bis 1883 zu Peru. Die Stadt zählte zu den peruanischen Einfuhrzentren für afrikanische Sklaven. Von hier aus wurde auch ein großer Teil der bolivianischen Handelsgüter auf europäische Schiffe verladen. Arica lag mitten in der Wüste und bildete – Dank der hervorragenden Anbaumöglichkeiten von Zuckerrohr und Baumwolle im Azapatal – eine Oase. Die vielen Erdbeben, Piratenüberfälle und der Ausbruch von Malariaepidemien führte dazu, dass viele Weiße die Stadt verließen. So entwickelte sich mit der Zeit eine mehr oder weniger isolierte afro-chilenische Enklave.

Siehe auch: Schwarze Seminolen, Maroons, Afroamerikaner, Afrokanadier






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Afro-Lateinamerikaner aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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