Ajanta
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Einordnung: Indien | Weltkulturerbe
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Die Ajanta-Höhlen liegen in der NÀhe der Stadt Ajanta, im Nordosten des indischen Bundesstaates Maharashtra, ca. 100km nördlich der Stadt Aurangabad.
In einem steil durch das FlĂŒsschen Waguma in den Fels eingeschnittenen, U-förmigen, Tal findet man zahlreiche, in den Fels getriebene, groĂe Höhlen. In einer Höhle kann man sehr gut erhaltene Wandmalereien mit Szenen aus dem Leben Buddhas besichtigen. Diese Höhle (oder die ganze Anlage?) ist zu Recht zum Weltkulturerbe erklĂ€rt worden.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Vom 2. Jhdt. vor bis zum 5. Jhdt. nach der Zeitenwende war das Tal von Buddhisten bewohnt. Diese trieben in den Fels groĂe Höhlen, die bis zu 30m x 15m x 4m (Breite, Tiefe, Höhe) groĂ sind. Als MeiĂelzeit werden dafĂŒr ca. 30 Jahre pro Höhle angenommen. Im 5. Jhdt. erreichte eine Welle der Feindlichkeiten gegen Buddhisten in ganz Indien auch dieses abgeschiedene Tal. Die Buddhisten wurden vertrieben. Die Höhlen wurden vergessen und im Laufe der Zeit vom Verwitterungsschutt der darĂŒberliegenden FelswĂ€nde verdeckt.
Gegen Ende des 19. Jhdt. rutschte ein EnglÀnder auf der Tigerjagd mit einem Bein in ein Loch. Er ging dieser Sache nach und entdeckte damit die erste Höhle. Weitere wurden nach und nach freigelegt.
Kulturgeschichtliche Bedeutung
Neben der erstaunlichen Leistung, den Fels auszuhöhlen, ist auch die kĂŒnstlerische Ausstattung einzelner Höhlen einzigartig. Der Zutritt zur Höhle ist i.d.R. nur ein schmaler Spalt oder eine TĂŒr. Die RĂ€ume sind meist breiter als tief. Wenn man die Höhle betritt, so blickt man sofort auf eine gegenĂŒberliegenden Nische mit einer aus dem Fels stehengelassenen Buddhafigur.
Die bedeutendste Höhle wurde mit Wandputz versehen, auf dem sehr prĂ€chtig Szenen aus dem Leben Buddhas dargestellt sind. Dabei beherrschte man schon die Trompe-l'oeil-Malerei in frĂŒher Zeit so gut, dass dem Beschauer ein gemalter Balkon stĂ€ndig entgegen zu ragen scheint. Die Szenen sind mit einer erstaunlichen Detailtiefe dargestellt. In Europa findet man sicherlich keine damit vergleichbaren bildlichen Darstellungen aus der selben Zeit. Diese Wandmalereien sind heute durch Plexiglasabdeckungen geschĂŒtzt. Nach der Entdeckung waren die Höhlen auch fĂŒr AusflĂŒgler aus der Umgebung interessant, die sich dort, wie an vielen Orten auf der Welt, durch Schreiben oder Kratzen auf den Bildern verewigt haben.
In einer anderen Höhle huldigen zwei Krieger dem Buddha, der eine in chinesischer und der andere in römischer Soldatenkleidung. Es muss also kultureller Austausch zwischen Mittelindien und dem Mittelmeeraum um die Zeitenwende bestanden haben. Da das römische Reich in seiner Maximalausdehnung auch das Gebiet des heutigen Irak (Mesopotamien) umfasste, reichte vielleicht schon eine Verbindung dorthin, um eine römische Uniform zu kennen.
In einer weiteren Höhle wurde eine Stupa stehen gelassen.
Die WĂ€nde der ZugĂ€nge zu allen Höhlen sind immer wieder mit demselben Motiv geschmĂŒckt, da es ein Bestreben der buddhistischen Kunst ist, eine möglichst perfekte Kopie einer Vorlage zu erstellen. Je höher die KopierqualitĂ€t, um so höherwertig das neue Kunstwerk.
Ăhnliche Höhlen
In Ellora, westlich von Aurangabad, kann man andere, etwas jĂŒngere Höhlen sehen. Um Aurangabad selbst ebenfalls einige, allerdings nur schlecht erhaltene Höhlen. Nördlich von Mumbai die Khaneri-Höhlen und in Mumbai Elephanta-Island. Göreme in der TĂŒrkei. Nichts davon kann sich mit Ajanta messen.
Tourismus
Wegen der nicht leichten ZugĂ€nglichkeit ist der Massentourismus noch kein Problem, AuslĂ€nder mĂŒssen aber einen horrenden Eintritt bezahlen.
Ajanta kann man ĂŒber Aurangabad zusammen mit Ellora von Mumbai gut als Wochenendausflug besuchen (Mumbai - Aurangabad ca. 1h Flugzeit)
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