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Asphalt

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Asphalt ist ein natürliches oder künstlich hergestelltes Material aus Bitumen und Mineralstoffen. Aufgrund früherer Gewinnung aus Erdspalten nahe dem Toten Meer wurde im deutschen Sprachraum für Asphalt bis ins 19. Jhdt. hinein die Bezeichnung 'Judenpech' verwendet.

Große Naturasphaltvorkommen gibt es in Venezuela (Lago de Guanoco), Travers (Schweiz), Trinidad (40%ig, Asphaltsee) und im Elsass. Natürliche Asphalte findet auch z.B. in Cuba, Kalifornien, Colorado, Argentinien, Syrien, auf der Insel Trinidad, am Toten Meer, Alberta, Kanada (Ölsande); eine deutsche Lagerstätte ist in Vorwohle bei Hannover.

Derzeit befindet sich im niedersächsischen Holzen der einzige Naturasphalt-Untertagebau in Deutschland.

Die häufigste Verwendung von Asphalt ist der Straßenbelag. 1851 wurde ein 78 Meter langes Stück der Fernstraße von Travers nach Paris asphaltiert. 20 Jahre später war Paris fast vollständig asphaltiert, wenig später auch andere europäische Großstädte. Heutzutage wird als Straßenbelag fast ausschließlich künstlicher Asphalt verwendet, der aus Rückständen der Erdölverarbeitung und Gesteinssplit hergestellt wird.

Das Wort Asphalt bedeutet griech. Erdpech und ist wahrscheinlich altbabylon. Ursprungs. Asphalt wurden bereits vor rund 5000 Jahren von Babyloniern und Sumerern zur Abdichtung von Bauwerken verwendet. In Deutschland wurde 1838 erstmals eine Straße asphaltiert (Hamburg, Jungfernstieg).

Bei einer speziellen Technik der Radierung, Aquatinta genannt, wird Asphaltstaub verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Arten von in Deutschland verwendeten Asphalt

Je nach Verwendung und daraus resultierenden Ansprüchen gibt es verschiedene Sorten von Asphalt.

Asphaltbinder

Als Asphaltbinder bezeichnet man den Asphalt, der in der sogenannten Binderschicht verwendet wird. Seine Funktion ist es, die durch den Verkehr hervorgerufenen Kräfte in die unteren Schichten der Straße zu übertragen. Es gibt vier Sorten von Asphaltbindern, an die unterschiedliche Anforderungen gestellt werden. Im Asphaltbinder dürfen nur Edelsplitte, Edelbrechsande und Gesteinsmehl verwendet werden. In den Sorten 0/16 und 0/11 zudem auch Natursand.

Bindertyp 0/22S 0/16S 0/16 0/11
Korngröße in mm 0-22 0-16 0-16 0-11
Anteil kleiner 0,09 mm in % 4-8 4-8 3-9 3-9
Anteil größer 2 mm in % 70-80 70-75 60-75 50-70
Anteil größer 8 mm in % 0 0 0 >20
Anteil größer 11,2 mm in % 0 >25 >20 >10
Anteil größer 16 mm in % >25 >10 >10 0
Anteil größer22,4 mm in % <10 0 0 0
Verhältnis Brechsand:Natursand 1:0 1:0 >1:1 >1:1
Bitumensorte (50/70)
30/45
PmB 45
(50/70)
30/45
PmB 45
50/70
70/100
(30/45)
50/70
70/100
Hohlraum am Marshall-Probekörper in % 4,0-5,0 4,2-5,5 4,0-6,0 4,5-6,5
Einbaudicke in cm 7,0-10,0 5,0-8,5 4,0 - 8,5 0,0 - 3,0
Einbaugewicht in kg/m² 170 - 250 125 - 210 95 - 210 >96


Asphaltbeton

Als Asphaltbeton bezeichnet man den Asphalt, der in der sogenannten Deckschicht, auch Verschleißschicht genannt, verwendet wird. Diese Schicht ist speziell für die Abnutzung durch den täglichen Verkehr vorgesehen und sollte in regelmäßigen Abständen im Rahmen eines sogenannten Deckenbauprogrammes erneuert werden um die Straße zu erhalten. Auch hier werden verschiedene Sorten unterschieden.

Heißeinbau

Der Asphalt hat beim Einbau eine Temperatur zwischen 130 und 170 C°. Die exakte Temperatur ist abhängig vom verwendeten Bitumen.

Asphaltbetontyp 0/16S 011/S 0/11 0/8 0/5
Korngröße in mm 0-16 0-11 0-11 0-8 0/5
Anteil kleiner 0,09 mm in % 6-10 6-10 7-13 7-13 8-15
Anteil größer 2 mm in % 55-65 50-60 40-60 35-60 30-50
Anteil größer 5 mm in % 0 0 0 >15 <10
Anteil größer 8 mm in % 25-40 15-30 >15 <10 0
Anteil größer 11,2 mm in % >15 <10 <10 0 0
Anteil größer 16 mm in % <105 0 0 0 0
Verhältnis Brechsand:Natursand >1:1 >1:1 >1:1 >1:1 0
Bitumensorte 50/70
(70/100)
50/70
(70/100)
70/100
(50/70)
70/100
(50/70)
70/100
(160/220)
Hohlraum am Marshall-Probekörper in % Bauklasse II und III 3,0-5,0 4,2-5,5 - - -
Hohlraum am Marshall-Probekörper in % Bauklasse III und IV - - 2,0-4,0 2,0-4,0 -
Hohlraum am Marshall-Probekörper in % Bauklasse V und VI - - 1,0-3,0 1,0-3,0 1,0-3,0
Einbaudicke in cm 5,0-6,0 4,0-5,0 3,5 - 4,5 3,0 - 4,0 2,0 - 3,0
Einbaugewicht in kg/m² 120 - 150 95 - 125 85 - 115 75-100 45-75


Warmeinbau

Der Asphalt hat beim Einbau eine Temperatur zwischen 60 und 130 C°. Aufgrund der niedrigen Temperatur werden als Bindemittel nur Fluxbitumen verwendet.

Asphaltbetontyp 0/11 0/8 0/5
Korngröße in mm 0-11 0-8 0/5
Anteil kleiner 0,09 mm in % 4-10 5-10 6-11
Anteil größer 2 mm in % 45-70 40-65 30-55
Anteil größer 5 mm in % 0 >15 <10
Anteil größer 8 mm in % >10 <10 0
Anteil größer 11,2 mm in % <10 0 0
Natursandanteil <15 <15 <15
Bitumensorte FB500 FB500 FB500
Einbaugewicht in kg/m² 45 - 55 35-45 25-35


Splittmastixasphalt

Der Splittmastixasphalt ist eine spezielle Sorte des Asphaltbetons mit einem höheren Bitumen- und Splittgehalt. Dadurch soll die Haltbarkeit erhöht werden. Zusätzlich müssen allerdings noch Zusätze beigemischt werden um die Stabilität zu erhöhen. Der Anteil dieser Zusätze beträgt bei allen Sorten zwischen 0,3 und 1,5 % der Gesamtmasse. Neben der Verwendung wie Asphaltbeton, wird dieser Asphalt auch für den Ausgleich von unebenen Flächen verwendet.

Splittmastixasphalttyp 0/11S 0/8S 0/8 0/5
Korngröße in mm 0-11 0-8 0-8 0-5
Anteil kleiner 0,09 mm in % 9-13 10-13 8-13 8-13
Anteil größer 2 mm in % 73-80 73-80 70-80 60-70
Anteil größer 5 mm in % 60-70 55-70 45-70 <45
Anteil größer 8 mm in % >40 <10 <10 0
Anteil größer 11,2 mm in % <10 0 0 0
Verhältnis Brechsand:Natursand 1:0 1:0 >1:1 >1:1
Bitumensorte (50/70)
(PmB 45)
(50/70)
(PmB 45)
70/100 70/100
160/220
Hohlraum am Marshall-Probekörper in % 3,0-4,0 3,0-4,0 2,0-4,0 2,0-4,0
Einbaudicke in cm 3,5-4,0 3,0-4,0 2,0 - 4,0 2,0 - 4,0
Einbaugewicht in kg/m² 85 - 100 70 - 100 45 - 100 45 - 75


Gussasphalt

Gussasphalt ist ein Asphalt, der sich durch seinen hohen Anteil von Bitumen und Gesteinskörnern kleiner 0,09 Millimetern auszeichnet. Dadurch lässt er sich im Gegensatz zu den anderen Asphaltarten flüssig verarbeiten. Er wird vor allem beim Bau von Rad- und Gehwegen verwendet. Durch seinen hohen Bitumenanteil bekommt er eine glatte Oberfläche. Damit trotzdem die Griffigkeit gewährleistet bleibt, wird nach Einbau des Asphalts Splitt aufgestreut und eingewalzt.

Gussasphalttyp 0/11S 0/11 0/8 0/5
Korngröße in mm 0-11 0-11 0-8 0-5
Anteil kleiner 0,09 mm in % 20-30 20-30 22-32 24-34
Anteil größer 2 mm in % 45-55 45-55 40-50 35-45
Anteil größer 5 mm in % 0 0 >15 >10
Anteil größer 8 mm in % >15 0 0 0
Anteil größer 11,2 mm in % <10 0 0 0
Verhältnis Brechsand:Natursand 1:0 - - -
Bitumensorte (30/45)
(20/30)
(30/75)
(50/70)
(30/75)
(50/70)
(30/75)
(50/70)
Einbaudicke in cm 3,5-4,0 3,5-4,0 2,5 - 3,5 2,0 - 3,0
Einbaugewicht in kg/m² 80 - 100 80 - 100 65 - 85 45 - 75

Asphaltmastix

Asphaltmastix ist eine Mischung aus Bitumen und Gesteinen kleiner 2 Millimeter. Er wird zum Verfüllen von Fugen verwendet.

Asphaltmastixtyp 0/2
Korngröße in mm 0-2
Anteil kleiner 0,09 mm in % 30-60
Anteil größer 2 mm in % <15
Bitumensorte 50/70
70/100
(30/45)
(160/220)
Einbaugewicht in kg/m² 15 - 25

Tragdeckschichtasphalt

Der Tragdeckschichtasphalt ist ein Asphalt, der die Funktionen von Asphaltbeton und Binder in einem übernimmt. Er wird vor allem auf Straßen und Wegen eingebaut, die eine sehr geringe Belastung haben wie z.B. Wald- und Radwege.

Tragdeckschichtasphalttyp 0/16
Korngröße in mm 0-16
Anteil kleiner 0,09 mm in % 7-12
Anteil größer 2 mm in % 50-70
Anteil größer 11,2 mm in % 10-20
Anteil größer 16 mm in % <10
Hohlraum am Marshall-Probekörper in % 1,0-3,0
Bitumensorte 70/100
160/220
Einbaudicke in cm 5,0 - 10,0
Einbaugewicht in kg/m² 120 - 250


Drainasphalt

Der Drain- oder Flüsterasphalt ist eine spezielle Art des Asphaltbetons, welche in den 1980er in Frankreich entwickelt worden ist. Durch seinen hohen Anteil von großen Gesteinskörnen hat er einen hohen Anteil an Hohlräumen. Durch diese Hohlräume kann das Regenwasser nach unten abgeleitet werden. Damit das Wasser nicht in den Untergrund abläuft, ist bei innerstädtischen Straßen auf der nächsten Schicht eine Bitumenschicht als Sperre angeordnet. Das Wasser wird dann durch die Querneigung der Straße zu den Seiten transportiert.

Der Name Flüsterasphalt rührt von der Tatsache her, dass die Hohlräume im Asphalt auch den Schall der Fahrgeräusche absorbieren. Dieser Effekt macht sich allerdings nur bei Straßen bemerkbar, bei denen der Lärm, welcher durch die Rollgeräusche der Räder entsteht, die Hauptlärmquelle ist, also Autobahnen und Schnellstraßen ab circa 100 km/h. Bei einem hohen Anteil von LKWs, bei denen aufgrund der niedrigeren Geschwindigkeit der Motor die Hauptlärmquelle ist, macht sich dieser Effekt so gut wie nicht bemerkbar. Neuere Studien gehen sogar von einer Umkehrung dieses Effektes aus.

Geschichte

JahrOrtEreignis
10.000 v. ChrMesopotamienVerwendung als Kitt für Waffen und Geräte, für Schmuck und Skulpturen als Farbe
6.000 v. ChrMesopotanienHerstellung von Gefäßen, Booten und Hauswänden mit Asphalt als Dichtmaterial und Mörtel für Lehmziegel
3.000 v. ChrMesopotanienVerwendung für Kunstwerke
2.000 v. ChrMesopotanien und IndienDichtmaterial für Bäder, Boote, Kanäle, Toiletten und Uferböschungen
700 v. ChrAssur und BabylonDeck- und Tragschichten von Prachtstraßen werden mit Asphalt vergossen
700 v. Chr.ChinaMörtel für Teile der Chinesischen Mauer
100 v. Chr.PompejiAsphalt als Fugenmaterial für Straßen
50 v. Chr.Seyssel und Val de TraversNaturasphaltbergwerke der Römer
1000ArabienHerstellung von Bitumen aus Naturasphalt
1400PeruVerwendung in der Medizin
22. März 1595TrinidadSir Walter Raleigh entdeckt den Asphaltsee
1694PitchfordErste Fabrik zur Gewinnung von Bitumen aus Naturasphalt

Siehe auch : Themenliste Straßenbau







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Asphalt aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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