Audiogalaxy
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Einordnung: Tauschbörse | Musik
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Audiogalaxy ist der Name einer ehemals sehr beliebten Musiktauschbörse, die 2002 von der Musikindustrie (siehe: RIAA) verklagt wurde und daraufhin schließen musste.
Wie funktionierte Audiogalaxy?
Audiogalaxy war eine Musiktauschbörse mit einem Webinterface. Nach kostenloser Anmeldung bei diesem Service musste jeder User noch den Audiogalaxy Satellite herunterladen. Dieses kleine (etwa 800 KB große) Programm lief im Hintergrund und sorgte für die Verbindung zum zentralen Server des Netzwerkes. Um Musik tauschen zu können, ging der einzelne User auf die Webseite von Audiogalaxy und benutzte die dortige Suchmaske zur Suche nach Interpreten oder einzelnen Musikstücken. Es wurde daraufhin eine Liste von verfügbaren Titeln passend zum Sucheintrag mitsamt Bitrate angezeigt. Wollte man nun ein bestimmtes Stück herunterladen, klickte man ein Icon neben dem fraglichen Stück. Hierauf wurde es in die Schlange der noch offenen MP3-Dateien eingereiht. War das Lied dann in dem Sinne verfügbar, dass es online vom einem anderen Nutzer angeboten wurde, konnte man im Audiogalaxy Satellite den Fortschritt des automatisch gestarteten Download-Vorgangs verfolgen. Abgebrochene Downloads konnten zu einem anderen Zeitpunkt und auch von anderen Quellen fortgesetzt werden.
Die Struktur von Audiogalaxy mit einem zentralen Server führte dazu, dass die Musikindustrie den Service 2002 verklagen und schließlich zur vorläufigen Schließung zwingen konnte.
Geschichte von Audiogalaxy
Audiogalaxy wurde vom Programmierer Michael Merhej circa in der Zeit gegründet als die Musiktauschbörse Napster im Jahr 2001 von der Musikindustrie verklagt wurde und daraufhin ihren Betrieb einstellen musste. Audiogalaxy fand auch unter ehemaligen Napster-Nutzern regen Zuspruch, allerdings kam auch schnell die Befürchtung auf, Audiogalaxy könnte ein ähnliches Ende aufgrund seiner ebenfalls zentralen Server ereilen.
Einnahmen konnte die Firma zuerst durch Werbeeinblendungen auf der Homepage verbuchen, welche in ihren Hochzeiten bis zu 90 Millionen Pageimpressions pro Tag verzeichnete. Als die Einnahmen aus Werbeeinblendungen stark fielen, begann Audiogalaxy damit, mittels Spyware an Geld zu kommen. Dabei hatte der Nutzer aber jederzeit die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob er die gebundlete Spyware installieren wollte oder nicht.
Im Mai 2001 führte Audiogalaxy so genannte Usergroups (dt. Benutzergruppen) ein, innerhalb derer Benutzer Musik austauschen konnten. Diese Usergroups funktionierten auch noch einige Zeit nach der Blockierung der zentralen Sucheingabe. So tauschten findige Benutzer noch nach der offiziellen Schließung von Audiogalaxy innerhalb der Gruppen MP3-Stücke. Im Moment ist der Musiktausch innerhalb der Usergroups nicht mehr möglich, da der Audiogalaxy Satellite keine Verbindung mehr zum zentralen Server herstellen kann.
Von Mai bis Juni 2002 wurde seitens Audiogalaxy versucht, sich mit der Musikindustrie außergerichtlich zu einigen. Als erstes Eingeständnis führte Audiogalaxy mehrere Einschränkungen beim Musiktausch ein, beispielsweise wurde die Suche nach bestimmten Künstlern untersagt. Da diese Maßnahmen allerdings allesamt innerhalb kurzer Zeit von den Benutzern überbrückt wurden und Audiogalaxy an einer weitergehenden kollegialen Zusammenarbeit mit der Musikindustrie nicht interesssiert war, musste Audiogalaxy den Betrieb vorerst einstellen.
Seit September 2002 wird eine Art On Demand-Webradio von Audiogalaxy mit dem Namen Rhapsody (Internet) angeboten. Hierbei handelt es sich um einen zahlungspflichtigen Service, der allerdings nicht mehr auf dem webbasierten Audiogalaxy aufbaut. Benutzer können nun Musikstücke anfordern, welche dann als Stream in Form eines Webradios übertragen werden.
Nach der offiziellen Schließung von Audiogalaxy gab es diverse Versuche, das webbasierte System nachzuahmen. Auf ähnlichem Hintergrund und ebenfalls jeweils auf zentralem Server basieren GLT Politane und Mediaseek. Da der Quellcode von Audiogalaxy allerdings nie freigegeben wurde (siehe: Public Domain) und nicht zuletzt weil die Nachfolger nicht die selben Bedingungen zur Verfügung hatten, ist es diesen bis heute nicht gelungen, sich in der breiten Masse zu etablieren.
Ein Programmierer namens Martin Rieder startete mit dem Ende von Audiogalaxy ein Projekt, dessen Ziel die Entwicklung eines frei verfügbaren Servers ist, der auf dem System von Audiogalaxy basiert. Erste Versionen dieses OpenAG-Servers wurden bereits auf seiner Seite für das Betriebssystem Linux vorgestellt. Trotzdem dauert das Projekt aufgrund der geringen Mittel, die dem Entwickler zur Verfügung stehen, noch an.
Audiogalaxys ursprüngliche Absicht war es, das Tauschen von Musik zu vereinfachen. Allerdings wurde im Laufe der Zeit mehr daraus und es entstand eine starke Community mit begeisterten Audiogalaxy-Nutzern. Dazu trug auch letztlich die Möglichkeit bei, sich auf der Webseite von Audiogalaxy in Foren miteinander schnell und unkompliziert auszutauschen, wodurch es beispielsweise möglich war, von gleichgesinnten Musikhörern auf andere interessante Bands aufmerksam gemacht zu werden oder auf nur regional bekannte Musikgruppen zu stoßen. Die Foren (bei Audiogalaxy Bulletin Boards genannt) sind noch heute ein beliebter und häufig genutzter Platz zum Gedanken-Austausch.
Weblinks
- weitere Weblinks
- Homepage von Audiogalaxy Heise.de: News-Meldung über vorzeitiges Ende von Audiogalaxy vom 18. Juni 2002 Ausführliche Stellungnahme eines Audiogalaxy-Mitarbeiters vom 21. Juni 2002 (eng.) Sourcefourge.net: Projekt OpenAG-Server Webpage zum OpenAG-Server
- Suche nach Audiogalaxy Infos mit: Yahoo
