Bankier
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Einordnung: Beruf
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Der Ausdruck Bankier (aus dem französ. banquier) bezeichnet den persönlich haftenden Inhaber einer Privatbank. Er benötigt zur Berufsausübung neben dem notwendigen Privatvermögen eine schriftliche Erlaubnis des Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - BAFin - nach §§32, 33 KWG und muß seine Eignung und Befähigung nachweisen. Der Begriff wird heute in einem erweiterten Sinne zunehmend auch für die Vorstandsmitglieder der als Kapitalgesellschaften geführten Banken benutzt.
Mit dem Begriff Bankier werden oft auch einige persönliche Eigenschaften verbunden, wie z. B. ein seriöses und gediegenes Auftreten.
Zum Ende des Mittelalters, als die ersten Banken entstanden, war dieser Beruf in Europa weitgehend Juden vorbehalten, da Zinsen zu nehmen den Christen verboten war. Hier spielte später auch die Tatsache eine Rolle, dass Bankiers nur existieren können, wenn sie in guten Zeiten gute Gewinne machen, weil sie in schlechten Zeiten erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Eine auf Ausgleich und künstlich festgelegte Einkommen angelegte ständestaatliche (christliche) Ordnung war nicht in der Lage, dem Rechnung zu tragen, sodass nur Außenseiter in diesem Bereich erfolgreich sein konnten.
Aus dem dabei entstandenen Reichtum einiger weniger Juden, und dem zwangsweise nicht immer sehr freundlichen Verhalten von Gläubigern gegenüber säumigen Schuldnern, rühren auch einige der Vorurteile, die manche gegenüber Juden hatten und teilweise heute noch haben.
Mit der Verbesserung der Bildungssysteme, der Einführung von teilweise relativ harten Gesetzen zum Schutz von Verträgen, und dem Wegfall vieler unsinniger religiöser Vorstellungen, sind allerdings auch vermehrt Leute, die nicht jüdisch sind, in diesem Bereich erfolgreich geworden. Die Vertreibung vieler jüdischer Bankiers durch die Nationalsozialisten dürfte trotzdem einen für die betroffenen Staaten nicht unerheblichen Brain Drain bewirkt haben.
Als bekannte Bankiers gelten die Rothschilds, die dadurch, dass sie im 19. Jahrhundert gleichzeitig in Frankreich, Großbritannien und Deutschland aktiv waren, Flauten in einem Land durch wirtschaftlichen Aufschwung in einem anderen Land leicht kompensieren konnten, und oft einen Informationsvorsprung hatten, was zu einem großen Reichtum geführt hat.
Weitere Privatbankiers:
- Simon Moritz von Bethmann (1769-1826)
- Anton Fugger (1493-1560)
- Jakob Fugger (1459-1525)
- August von der Heydt (1801-1903)
- Friedrich Metzler (1749-1825)
- John Pierpont Morgan (1837-1913)
- Jacques Necker (1732-1804)
- Abraham von Oppenheim (1804-1878)
- Joseph Süß Oppenheimer (1698-1738)
- Georg von Siemens (1839-1901)
- Johann Friedrich Städel (1728-1816)
Literatur: Erich Achterbach + Maximilial Müller-Jabusch: Lebensbilder Deutscher Bankiers, Fritz Knapp, Frankfurt 1963
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