Billwerder Industriebahn
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Einordnung: Bahnstrecke | Hamburg
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Die Billwerder Industriebahn in Hamburg war ursprünglich eine eigenständige Bahngesellschaft. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet, um das wachsende Industriegebiet mit Schienenwegen auszustatten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Gleisanlage an die AKN verkauft.
Das Streckennetz ist weit verzweigt. Die Stammstrecke führt vom Bahnhof Tiefstack bis zum Bahnhof Billbrook und ist 2,5 km lang. Daneben gibt es aber auch noch diverse Abzweigungen in Richtung Horn, Ausschlag und Moorfleet.
Die Gleise verlaufen zum Teil parallel zu den Straßen im Industriegebiet. Bis in die 1980er Jahre lagen die Gleise oft sogar beidseitig der Straßen. Somit war sichergestellt, daß jeder Kunde praktisch direkt vor der Haustür einen Gleisanschluß hatte.
Am S-Bahnhof Tiefstack befindet sich ein großer Rangierbahnhof der AKN. Dieser wird vom Stellwerk Tf aus bedient. Östlich des Stellwerks befindet sich der Betriebshof der Industriebahn.
Im Bahnhof Billbrook bestand früher Anschluss an die Südstormarnsche Kreisbahn nach Trittau sowie an die Hamburger Marschbahn über Zollenspieker nach Geesthacht. Auf diesen Strecken wurde auch Personenverkehr betrieben. Es gab durchgehende Züge, die von Billbrook die Gleise der Industriebahn bis zum Bahnhof Tiefstack befuhren. Die beiden Kleinbahnen wurden jedoch in den 1950er Jahren stillgelegt und danach abgebaut. Einzig überlebt hat ein Reststück der Trittauer Strecke: Die AKN hat es bis zur Ortschaft Glinde als Güterbahn übernommen.
Auch das eigene Gleisnetz der Industriebahn ist mit der Zeit immer kürzer geworden. Viele Betriebe haben ihre Transporte auf LKW umgestellt. Unterstützt wurde dieser Trend durch die Deutsche Bundesbahn, die seit Ende der 80er Jahre den Stückgut-Transport massiv auf die Straße verlagert hat. Bundesweit sind hunderte, wenn nicht gar tausende Güterverkehrsstellen von der Bahn geschlossen worden. Einzelne Wagenladungen, wie sie im Industriegebiet angefallen sind, werden nicht mehr gerne transportiert, wenn sie eine bestimmte Grenze unterschreiten.
Als Resultat der rücklaufigen Transportmengen hat die AKN einige Anschlussgleise abgeklemmt. Manche Teilstrecken der Billwerder Industriebahn wurden sogar komplett stillgelegt und abgebaut. So zum Beispiel die Strecke über die Gelbe Brücke zum Industriegebiet an der Kolumbusstraße.
Selbst die Stammstrecke von Tiefstack nach Billbrook ist von Veränderungen nicht verschont geblieben. Zwischen der Wöhlerstraße und der Moorfleeter Straße wurde das Gleis im Jahr 2001 unterbrochen und die Trasse an einen Industriebetrieb verkauft. Der Bahnhof Billbrook ist seitdem nicht mehr direkt über die ursprüngliche Streckenführung zu erreichen. Es gibt jedoch eine Ersatzverbindung über Gleise südlich des Tidekanals. Die Züge erreichen den Bahnhof Billbrook jetzt von der östlichen Seite. Der Bahnübergang auf der Westseite (Moorfleeter Straße) existiert nicht mehr.
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