Bistum Verden
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Einordnung: Bistum (römisch-katholisch)
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Das Bistum Verden wurde um 800 als Bischofssitz begründet und gehörte zunächst der Kirchenprovinz Mainz an. Ursprünglich mit der Abtei in Amorbach im Odenwald in Personalunion, wurde das Bistum bereits im 9. Jahrhundert zum Spielball des regionalen Adels. So beförderten die Amelunger bevorzugt Mönche der Abtei Corvey auf den Bischofsstuhl.
Im ausgehenden 10. Jahrhundert erhielt der Bischof Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrecht im Sturmigau verliehen, was zur Grundlage einer künftigen Landesherrschaft wurde. Im frühen 13. Jahrhundert zunehmend durch die einheimischen Bischöfe in regionale Belange einbezogen, konnte man sich seit dem 14. Jahrhundert kaum mehr gegen päpstliche Provisionen wehren, was jedoch zu einer Erstarkung des domkapitularischen Einflusses führte, zumal die Bischöfe nun zumeist nadfremde waren.
Das Domkapitel konnte bereits um 890 eine vermögensrechtliche Trennung gegenüber dem Bischof durchsetzen. Ab dem Jahre 1275 auf 16 Mitglieder festgelegt, mussten von ihnen die 5 ältesten die Priesterweihe, die 5 mittleren die Diakonenweihe und die 5 jüngesten die Subdiakonenweihe besitzen. Der Propst von St. Johannis in Lüneburg war das 16. Mitglied und nahm als solches einen Sonderstatus ein. Seine Mitglieder ergänzte das Kapitel, welches Propst, Dekan, Scholaster, Kellner, Kantor und Thesaurar, selbständig. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts kamen dazu nicht weniger als 48 Domvikare, an deren Spitze die beiden Bischofsvikare standen.
Von den 8 Archidiakonaten waren mehrere dem Domkapitel inkorporiert.
Seit 1558 bahnte sich im Bistum und Hochstift der Konfessionswechsel an, welcher mit dem Erlass einer Kirchenordnung in den 1570er Jahren als abgeschlossen gelten kann. Erst 1630 zog erneut ein katholischer Bischof in Verden ein, der sich jedoch lediglich bis 1634 halten konnte.
1648 wurde das Hochstift endgültig an die dänische Krone übertragen, womit die Existenz des Bistums ein Ende fand.
Bischöfe
- Schwibrecht 775 - 785
- Patto 785 - 30. März 788
- Tanko 788 - 16. Dezember 808
- Haruth 809 - 15. Juni 830
- Haligad 830 - 21. Januar 841
- Walter (Waltgar) 841 - 7. September 865
- Herluf 865 - 10. Mai 874
- Wigbert 874 - 8. September 908
- Bernhard I. 908 - 20. Oktober 913
- Adalward 913 - 27. Oktober 933
- Amelung 933 - 5. Mai 962
- Brun I. 962 - 7. März 976
- Erp 976 - 19. Februar 993
- Bernhard II. 993 - 25. Juli 1013
- Wigger 1013 - 16. August 1031
- Dietmar I. 1031 - 26. Juni 1034
- Brun II. von Walbeck 1034 - 20. August 1049
- Siegbert 1049 - 9. Oktober 1060
- Richbert 1060 - 29. November 1084
- Hartwig 1085 - 14. Oktober 1097
- Mazo 1097 - 25. Oktober 1116
- Dietmar II. 1116 - 23. September 1148
- Hermann 1149 - 11. August 1167
- Hugo 1167 - 1. März 1180
- Tammo 1180 - 7. Dezember 1188
- Rudolf I. 1189 - 29. Mai 1205
- Iso von Wölpe 1205 - 5. August 1231
- Lothar von Berg 1231 - 28. Juni 1251
- Gerhard I. von Hoya 1251 - 4. Mai 1269
- Konrad I. von Braunschweig-Lüneburg 1269 - 15. September 1300
- Friedrich I. Man von Honstädt 1300 - 9. Januar 1312
- Nikolaus von Kettelhodt 1312 - 11. Februar 1332
- Johann I. Gryse von Zesterfleth 1332 - 1340
- Daniel von Wichtrich 1342 - 10. September 1363
- Gerhard II. von Berg 1363 - 1365
- Rudolf II. Rühle 1365 - 3. Juli 1367
- Heinrich II. von Langeln 1367 - 23. Januar 1381
- Johann II. Gryse von Zesterfleth 1381 - 11. Dezember 1388
- Otto von Braunschweig-Lüneburg 1388 - 29. Mai 1395
- Dietrich von Riem 1395 - 1398
- Konrad II. von Vechta 1398 - 1399; †1408
- Konrad III. von Soltow 1400 - 11. Januar 1407
- Ulrich von Albeck 1407
- Heinrich II. von Hoya 1407 - 14. August 1426; †1441
- Johann II. von Asel 1426 - 1470
- Berthold von Landsberg 1470 - 4. Juni 1502
- Christoph von Braunschweig-Lüneburg 1502 - 22. Januar 1558
- Georg von Braunschweig-Lüneburg 1558 - 4. Dezember 1566
- Eberhard von Holle 1566 - 5. Juli 1586
- Philipp Sigismund von Braunschweig-Lüneburg 1586 - 19. März 1623
- Friedrich II. von Dänemark von Dänemark 1623 - 22. Mai 1629
- Franz Wilhelm von Wartenberg 1630 - 1631; †1661
- Johann Friedrich von Holstein-Gottorp 1631 - 3. September 1634
- Friedrich III. von Dänemark 1634 - 1644
siehe auch: Liste der katholischen Bistümer, Liste der ehemaligen katholischen Bistümer
Literatur
- Gesellschaft für die Geschichte des Bistums Verden e.V.: Bistum Verden, 770 bis 1648, Editons du Signe 2001, ISBN 2-7468-0384-4
- Bernd Kappelhoff, Thomas Vogtherr: Immunität und Landesherrschaft, Beiträge zur Geschichte des Bistums Verden, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2002, ISBN 3-931879-09-7
- Thomas Vogtherr: Chronicon episcoporum Verdensium, Die Chronik der Verdener Bischöfe, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 1997, ISBN 3-931879-03-8
- Arend Mindermann: Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden, Band 2, 1300 - 1380, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2004, ISBN 3-931879-15-1
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