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Blaues Kreuz

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Das Blaue Kreuz ist eine in christlicher Tradition stehende Organisation, die sich um Hilfe für Suchtkranke bemüht. Das Blaue Kreuz gehört zu den wichtigsten Organisationen der Abstinenzbewegung in der Schweiz und Deutschland.

Unter dem Namen firmieren in Deutschland folgende Organisationen:

Als Fachverband ist das Blaue Kreuz Mitglied im "Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche" und Mitglied der "Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen". Es ist in 17 Landesverbänden organisiert. Mehr als 20.000 Teilnehmer treffen sich 1.200 Selbsthilfegruppen. Zum Konzept des Blauen Kreuzes gehört die Abstinenz von Dorgenabhängigen und ihren Angehörigen. Etwa 10.000 Personen, Mitglieder wie Freunde des BK, haben sich dazu verpflichtet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schweiz

Das Blaue Kreuz wurde am 21. September 1877 in Genf von Louis-Lucien Rochat, einem waadtländer Pfarrer, mit weiteren 27 Personen gegründet. In der Schweiz hatte sich der Schnapsverbrauch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast verdoppelt. Rochat sah im Vorbild der US-amerikanischen und englischen Abstinenzbewegung eine Lösung für die schweren sozialen, medizinischen und persönlichen Probleme, die die grassierende Alkoholsucht bei der armen Landbevölkerung und in den Arbeiterschichten der Industrialisierungszeit hervorrief.

Gemeinsam verpflichteten sie sich zur Enthaltsamkeit von Alkohol. Die Gründer verglichen sich, in Anlehnung an das kurz zuvor gegründete Rote Kreuz, mit "Krankenträgern, die sich auf dem Kampfplatz des Lebens begeben, um die Opfer der Trunksucht und des Wirtshauslebens zu retten". So entstand als Symbol das Kreuzes; die Farbe Blau war seit jeher die Farbe der Abstinenzbewegungen im angelsächsischen Raum.

Das Schweizerische Blaue Kreuz arbeitete mit der evangelisch-reformierten Landeskirche, aber auch mit den protestantischen Freikirchen zusammen. Dabei wurde nicht nur der Alkohol, sondern auch "das Wirtshaus" schärfstens kritisiert, da die Blaukreuz-Mitglieder dort den Ursprung für die "Genusssucht" und somit eine "Bedrohung für die gesellschaftliche Moral" sahen.

Als Schwesterorganisation zum protestantisch orientierten Blauen Kreuz wurde 1895 die Schweizerische Katholische Abstinenten-Liga (SKAL) gegründet, die jedoch nie dasselbe gesellschaftliche Gewicht wie das Blaue Kreuz erreichte.


Das Blaue Kreuz in Deutschland

Arnold Bovet, ein Schweizer Prediger der Freien Evangelischen Gemeinde in Bern, gründete am 5. Oktober 1885 in Hagen den ersten Blaukreuz-Verein in Deutschland. Am 6. Oktober 1887 tritt Curt von Knobelsdorff bei.

Curt von Knobelsdorff wurde am 31. Januar 1839 in Berlin geboren. Seit 1850 gehörte er zum Kadettencorps Potsdam. Der Hochzeit 1861 folgte Teilnahme an den Kriegen von 1866 und 1870/1871. 1877 beginnt er regelmäßig Veranstaltungen des Blauen Kreuzes zu besuchen und wendet er sich dem Christentum zu, was zunächst jedoch keine Änderung für sein Leben bedeutet. Erst die Begegnung mit Baedeker 1880 bringt ihn zun einem 19-monatigen Alkohol- und Tabakverzicht. 1882 erfolgt seine Strafversetzung nach Königsberg, weil er, der seit 1872 Casinodirektor in Mainz war, an Feiern mit Alkohol nicht teilnahm. Dies hat 1883 den Rückfall in unmäßiges Trinken zur Folge. Am 5. Juli 1887 erlebt v. Knobelsdorff dann seinen totalen Zusammenbruch. Am 9. Juli 1887 meldet er sich im Militärlazarett Breslau. Es war eine Kapitulation vor dem Alkohol und dem Vorsatz, endlich kontrolliert trinken zu können. Im Herbst jenes Jahres schrieb er nach Bern, wo sich der Sitz des Blauen Kreuzes für den deutschsprachigen Raum befand und bat um Aufnahme in den Verein. Im Dezember 1887 erfolgte schließlich seine Pensionierung vom Militärdienst.
Noch im selben Jahr beginnt er eine Missionarsausbildung Besuch der Missionsschule in St. Chrischona bei Basel. Im August 1888 wird schließlich eingesegnet und zum Dienst in beim Blauen Kreuz nach Berlin gesandt. Im ersten Vierteljahr gelang die Gründung von drei Gruppen, die aber gleichwohl angefeindet wurden. Enthaltsamkeit galt allgemein als Übertreibung. - Curt von Knobelsdorff wird in den Folgejahren zum wichtigsten Boten des Blauen Kreuzes, der nahezu im gesamten Deutschen Reich "Agitationsreisen" unternimmt. Er arbeitet dabei eng mit der Evangelischen Allianz zusammen. So leitete er zeitweise die Blankenburger Allianz-Konferenz und ist regelmäßiger Redner bei den Tersteegen-Ruh-Konferenzen in Mülheim an der Ruhr.
Curt von Knobelsdorff stirbt am 24. Januar 1904.

In den Folgejahren erlebt das Blaue Kreuz ein nachhaltigen Aufschwung, zugleich aber auch Spaltungen infolge konfessioneller Spannungen. So nimmt der "Hauptverein Barmen" eine kirchlich neutrale, aber von Pietismus und Methodismus beeinflusste Position ein. 1902 kommt es zur Abspaltung des "Blauen Kreuzes in der evangelischen Kirche" (bis 1945: "Kirchlicher Bund des Blauen Kreuzes"), in dem sich lutherisch geprägte Kreise aus Pommern, Mecklenburg, Westfalen und Schleswig-Holstein zusammenschließen. 1906 spaltet sich ein freikirchliches Blaukreuz ab, 1926/27 folgt die Trennung einer Gruppe, die dem evangelikalen innervolkskirchlichen Gnadauer Verband nahe steht.

In der ehemaligen DDR war das Blaue Kreuz als Verein verboten. Darum wurde am 1. Januar 1960 die "Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Abwehr der Suchtgefahren (AGAS)" unter dem Dach der Inneren Mission gegründet. Nach dem Fall der Mauer schlossen sich das Blaue Kreuz und die AGAS 1991 zusammen.


Katholisches Pendant zum Blauen Kreuz ist der Kreuzbund,
konfessionell ungebunden sind die Guttempler.

Literatur

Bücher


Zeitschriften

Weblinks





Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Blaues Kreuz aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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