Blockpartei
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Einordnung: Politik
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Als Blockparteien wurden in der DDR alle politischen Parteien außer der SED bezeichnet. Mit der SED waren die Blockparteien in der Nationalen Front zusammengefasst. Die Blockparteien sollten unter anderem nach außen die real nicht existierende Meinungsfreiheit der Bürger demonstrieren und weitere Bürger an den Staat binden, andererseits waren sie lange Zeit strengen Restriktionen unterworfen. Offiziell vertraten die Blockparteien dieselben Auffassungen wie die SED und wurden staatlich mit finanziert. Lediglich in den internen Versammlungen auf der unteren Ebene, bei denen man glaubte, die wenigen Anwesenden gut genug zu kennen, wurden manchmal offen andere politische Standpunkte bezogen. Die Blockparteien waren in den meisten Gremien und Organen der DDR bis hin zu Volkskammer und Ministerrat (Regierung) vertreten und vollzogen dort die Politik der SED mit. Alle Vorsitzenden der Blockparteien waren ab 1960 zugleich Stellvertreter des Staatsratsvorsitzenden, des formellen Staatsoberhauptes der DDR.
Mitgliedszahlen in den Blockparteien: 1977 366.000 1987 469.000
Dies änderte sich erst in den späten 1980er Jahren kurz vor der politischen Wende, als zum Beispiel Manfred Gerlach offen die Sympathie seiner Partei LDPD zur sowjetischen Staatsführung unter Michail Gorbatschow bekundete.
Die Blockparteien spielten in der Geschichte der DDR keine wirklich wichtige Rolle. Für viele ihrer Mitglieder war der Eintritt in eine der Blockparteien ein Schritt, um einem Eintritt in die SED zu entgehen, ohne ihre Karriere schwer zu gefährden. Von Studenten politisch wichtiger Fachrichtungen wurde erwartet, in die SED einzutreten. Ein Beitritt zu einer Blockpartei war eine Ausweichlösung, da aber jedermann den tatsächlichen Grund erahnte, war man vor Repressalien dennoch nicht gefeit. Das Mehrparteienmodell war dennoch eine Sonderregelung innerhalb der sozialistischen Länder, die sich sonst streng am sowjetischen Einparteienmodell orientierten.
Liste der Blockparteien
- CDU (Christlich Demokratische Union)
- DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands), der SED besonders nahestehend
- LDPD (Liberaldemokratische Partei Deutschlands)
- NDPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands)
Um die politischen Ziele der Parteien zu kennzeichnen, liegt ein Versuch des Vergleichs mit den Parteien der BRD nahe:
- CDU - vergleichbar mit der namensgleichen (damals) westdeutschen Partei, wesentlich stärker auf kirchliche Themen fokussiert
- DBD - kein vergleichbares Äquivalent
- LDPD - teilweise Nähe zur SPD, seit kurz vor der Wende Bekenntnis zu den Zielen der FDP
- NDPD - wenn überhaupt vergleichbar dann konservativer Flügel der (West-)CDU/CSU
Grüne/ ökologisch orientierte politische Bewegungen waren in der DDR nicht erwünscht, es gab keine vergleichbaren Parteien oder Organisationen.
Neue Parteien in der Wendezeit
Erst in der Wendezeit gründeten sich in der DDR Parteien und parteiähnliche Bewegungen mit einem eigenen politischen Gestaltungswillen, die nicht mehr zu den Blockparteien gezählt werden können, zum Beispiel:
- Demokratischer Aufbruch (DA)
- Bündnis 90
- Neues Forum
- Demokratie jetzt
- Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP)
- Vereinigte Linke
- Deutsche Soziale Union (DSU)
- Grüne Partei
- Initiative für Frieden und Menschenrechte
- Unabhängiger Frauenverband
- Suche nach Blockpartei Infos mit: Yahoo
