www.infos-aus-germanien.infoBy Germanien | Startseite | Impressum | Sitemap | Webtips
 

Boa Vista (Kap Verde)

www.infos-aus-germanien.info



Boa Vista, auch Boavista geschrieben, ist die drittgrößte der Kapverdischen Inseln im Zentralatlantik


Inhaltsverzeichnis

Geographie

Boa Vista gehört zur Inselgruppe Ilhas do Sotavento (port.: Inseln unter dem Wind). Sie liegt südlich der Insel Sal und nördlich von Maio und mit 455 km Abstand zum Cap Vert ist sie die dem Afrikanischen Kontinent nächste. Im Inselinneren überragen einige verwitterte Vulkanschlote den Kalksockel, auf dem die ansonsten flache Insel aufsitzt. Das Inselinnere der mit 620 km² recht großen Insel ist wüstenhaft. Ausgedehnte Dattelhaine wechseln sich ab mit Dünenfeldern, gebirgiger Steinwüste und weiten Kiesfeldern in den zumeist flach auslaufenden Trockentälern. Umgeben wir die Insel von einer Kette weiter heller Sandstrände. Das Klima kennt nur geringe jahreszeitliche Schwankungen mit Temperaturen zwischen 20 und 32°C, extrem seltenen Niederschlägen und zumeist einer kräftigen Brise aus Nord-Ost.


Geschichte

Den Name Boa Vista (port.: Schöner Anblick) hat die Insel im Streit um die Entdeckung des Archipels erhalten. Während der Erstbeschreiber António da Noli sie 1458 als São Cristovão nach dem Schutzheiligen der Genueser Seeleute benannte, berichtet in einer Niederschrift von 1464 der Venezianer Cadamosto eine nette Geschichte, nach der die vom Sturm abgetriebenen Seeleute den ersten Anblick (1456) die Insel mit freudigen Rufen boa vista - boa vista begrüßt hätten. Heinrich dem Seefahrer, in dessen Auftrag beide Kapitäne unterwegs waren, ließ die Insel 1460 durch die Gebrüder da Noli in portugiesischen Besitz nehmen. Die Erstbesiedlung erfolge durch Hirtensklaven ähnlich der Insel Maio. Christoph Kolumbus besuchte auf seiner dritten Amerikareise 1498 Boa Vista und beschreibt eine Leprasiedlung. Ab 1620 florierte der Salzhandel mit vorwiegend englischen Kapitänen. Die Salinen wurden von Sklaven angelegt und bearbeitet. Wegen ständiger Piratenüberfälle wurden die ersten Siedlungen in schwer einsehbaren Gebirgsgegenden angelegt. Ein Fort wurde auf der vorgelagerten Insel Ilhéu de Sal Rei 1818 gebaut, nachdem die blühende, zu dieser Zeit wichtigste Stadt Kap Verdes, Sal Rei von Piraten dem Erdboden gleichgemacht worden war. 1843 nahm eine englisch-portugiesische Komission zur Abschaffung der Sklaverei ihre Arbeit auf, in deren Folge 1878 die Sklaven freigelassen wurden. Eine verheerende Gelbfieberepidemie im Jahre 1845 beendete die Vorrangstellung Boa Vistas in Kap Verde. Bis heute hat die Bevölkerung nicht wieder den Stand vor der Epidemie erreicht. Einflußreiche englische Händler zogen sich vom Salz und von Boa Vista zurück und machten ihr Glück als Kohlehändler in Mindelo. Jüdische Händler gaben der Insel noch einen bescheidenen Aufschwung in den 1880ern. Sie errichteten u.a. eine moderne Ziegelfabrik, deren Energiehunger das dichte Tamarisken-Gestrüpp des Inselinneren geopfert wurde und in wenigen Jahren die heute so natürlich wirkende Wüstenlandschaft zurückließ. Wohlhabende Händler und Kapitäne bescherten der Insel früh ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau und ein pan-atlantisches Weltbild, so daß die Insel einflußreiche Künstler, Musiker, Schriftsteller und Politiker hervorbrachte.


Wirtschaft und Tourismus

Seit den 1990er hat sich die seit der Unabhängigkeit unter der Trockenheit leidende und dahinsiechende Insel zu einer (noch bescheidenen) Tourismusatraktion gewandelt. Vorwiegend italienische Gäste und Investoren beleben die Szene. Für Surfer und Segler ist Boa Vista eines der sichersten Starkwindreviere. Extensive Viehzucht, Fischerei und das Kunsthandwerk (Keramik) treten in den Hintergrund. Dank des Tourismus bietet Boa Vista Arbeit und die Bevölkerung nimmt wieder zu.

Die kilometerlangen feinen hellen Sandstränden und wildromantischen felsigen Küstenabschnitten sind noch einsam und werden erst dichter besetzt werden, wenn der Flughafen für internationalen Verkehr ausgebaut wird. Wanderungen und Ausflugsfahrten ins Inselinneren schaffen Abwechslung vom Wassersport, Strandleben und dolce fare niente.


Karten und Reiseliteratur


Websites






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Boa Vista (Kap Verde) aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

Branchenbuch ÖsterreichUrlaub Infos