Briefbombe
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Einordnung: Waffe
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Eine Briefbombe ist eine Bombe, die mit der Post versendet wird, um einen gezielten Bombenanschlag zu verüben.
Briefbomben werden in normalen Briefumschlägen oder Paketen verpackt und mit einem Zünder versehen, der die Detonation beim Öffnen der Sendung auslöst. Darum wird oftmals nicht das Attentatsziel selbst zum Opfer, sondern Personen in seiner Umgebung.
Eine besondere Form waren 2001 verschicke Briefe mit Milzbranderregern. Man könnte sie auch als B-Briefbomben, eine Form von bakteriologischer Bomben (siehe ABC-Waffen) bezeichnen.
Vorbeugende Maßnahmen
Die Briefbomben sind meist so aufgebaut, dass sie den Transport bei der Post unbeschadet überstehen und erst beim Öffnen des Briefes explodieren. In Behörden oder großen Firmen werden deshalb oft alle Briefe maschinell geöffnet, sodass maximal Sachschaden entstehen kann. Zusätzlich können die Mitarbeiter in den Postverteilerstellen in der Erkennung verdächtiger Sendungen geschult werden. Privatpersonen sollten bei unbekannten Absender Vorsicht walten lassen. Bei verdächtiger Sendung lieber noch mal den Absender (soweit bekannt) kontaktieren.
Warnhinweise können sein:
- unleserliche oder fehlende Adresse des Absenders
- Hinweise wie "persönlich" oder "vertraulich", wenn eine solche Sendung nicht erwartet wird
- sehr schwere Briefe
- ungleiche Gewichtsverteilung innerhalb eines Briefes
- zu hohe Frankierung (Täter wollte sichergehen, dass Sendung ankommt)
- auffälliger Duft (einige Sprengstoffe sind mit Duftstoffen wie z.B. Mandelaroma versehen)
Ist eine verdächtige Sendung ausgemacht, kann sie von der Polizei mit einem Sprengstoffspürhund überprüft werden und vom Kampfmittelräumdienst beseitigt werden.
Gründe für Briefbomben
Zahlreiche Briefbombenattentate sind politisch motiviert. Aber auch in Firmen kommt es oft nach Entlassungswellen zu solchen Attentaten.
Bekannte Briefbombenattentäter
Theodore Kaczynski, besser bekannt als Unabomber, verschickte im Zeitraum von 1978 bis 1995 16 Briefbomben.
In den neunziger Jahren schickte der Österreicher Franz Fuchs Briefbomben an verschiedene Persönlichkeiten in Österreich und Deutschland. Der damalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk verlor eine Hand bei einem Anschlag. Eine weitere Sendung ging an den damaligen Lübecker Bürgermeister Michael Boutellier. Am 9. Juni 1995 wurde auf die Fernsehmoderatorin Arabella Kiesbauer ein Briefbombenanschlag verübt, bei dem eine Assistentin verletzt wurde. Bei seiner Verhaftung wurde Franz Fuchs durch eine seiner eigenen Bomben verletzt. Franz Fuchs begründete seine Taten mit rechtsextremen Motiven ("Bajuwarische Befreiungsarmee"). Nach seiner Verurteilung in einem spektakulären Prozess nahm er sich unter mysteriösen Umständen das Leben.
Im Dezember 2003 und Januar 2004 wurden Briefbomben an Vertreter der Europäischen Union gesendet. Sämtliche Sendungen wurden im italienischen Bologna aufgegeben.
Im Jahr 2004 wurde Johann Lang als Briefbombenattentäter von Hutthurm bekannt.
Siehe auch: Milzbrand, Terrorismus, Attentat
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