Bundeszentrale für Heimatdienst
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Um der Re-Education spezifisch deutsche Schwerpunkte entgegenzusetzen, wurde nach dreijähriger Diskussion 1952 die Bundeszentrale für Heimatdienst nach dem Vorbilde der Reichszentrale für Heimatdienst – in dessen Kuratorium Joseph Goebbels saß - gegründet. Angestoßen wurde diese Diskussion von Hans Globke, in dem er das Gerücht in die Welt setzte, die Alliierten wollten mittels des »Institut zur Förderung öffentlicher Angelegenheiten« eine Bildungszentrale einrichten. Mit den West-Alliierten verband das Institut allerdings seine Antikommunistische Ausrichtung. Antikommunistische NS-Ideologiestrategen wie Gerhard von Mende prägten das Institut, das eine Channel-Politik praktisierte, um nicht selbst als Propagandainstitut auf zu fallen. Wichtige Partner für diese Politik waren die antikommunistischen Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit, der Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen und der Volksbund für Frieden und Freiheit. Dieser Volksbund wurde von dem NS-Schriftsteller Jürgen Hahn-Butry und dem NS-Drehbuchautor des antisemitischen Hetzfilmes »Der ewige Jude« Eberhard Taubert gegründet.
1963 würde sie in Bundeszentrale für politische Bildung umgenannt, die 2002 ihr 50jähriges Bestehen feierte. Mende warb bei der Zentrale für die Gründung des stramm antikommunistischen Ostkollegs, das 1956 realisiert wurde und heute Ost-West-Kolleg heißt. »Entlarvter Kommunismus« titelt damals eine an Schulen verbreitete und von der Zentral mitgetragene und finanziell unterstütze Broschüre, die heute noch der Anti-Antifa und ihren Zuarbeiten als Vorbild dient, um gegen vermeintlichen „Linksextremismus“ und „Linksfaschismus“ neonazistische Propaganda zu machen. Bekanntes Beispiel hierfür ist die „Links enttarnt“-Website des Autors der „Faschismuskeule“ Hans-Helmuth Knütter, der gleichwohl Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) von 1985 bis 1990 war und bis 1994 gleichzeitig Referent für das Bundesinnenministerium. Nach der geleichen Vorlage arbeiten Nazi-Bündnisorganisationen wie die „Demokratie Direkt“ – bestehend aus REP’s, Nationaler Widerstand u.a. – die in ihren Organen unter der Rubrik „Links enttarnt“ Schwarze-Listen ihrer Gegner führen.
Die Geschichte des Instituts ist bislang kaum erforscht. 2003 führte die Politikwissenschaftlerin Gudrun Hentges und die Universität Köln ein erstes Froschungsprojekt durch: Die "Bundeszentrale für Heimatdienst" bzw. "Bundeszentrale für politische Bildung" im Spannungsfeld zwischen Propaganda, public relations und Politischer Bildung (Habilitationsprojekt. == Quellen im Netz ==
Der Heimatdienst 50 Jahre Bundeszentrale für politische Bildungwww.stadtrevue.de/index_archiv.php3?tid=328&bid=2
LITERATUR
- Gudrun Hentges: Die Bundeszentrale für politische Bildung im Umbruch, in: Christoph Butterwegge/Gudrun ...Hentges (Hg.): Politische Bildung und Globalisierung, Opladen 2002
- MATHIAS FRIEDEL: Der Volksbund für Frieden und Freiheit (VFF). Eine Teiluntersuchung über westdeutsche antikommunistische Propaganda im Kalten Krieg und deren Wurzeln im Nationalsozialismus. 2001, ISBN 3-89796-054-0
- "So etwas wie Feme". [Der Spiegel, 19.11.1952] :
- www.17juni53.de/chronik/5211/nov52_spiegel.pdf
- www.17juni53.de/chronik/5211/doc_2.html
- Klaus Körner. "Die rote Gefahr". Antikommunistische Propaganda in der Bundesrepublik 1950-2000. Hamburg, 2002. ISBN 3-89458-215-4
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