Burg Ehrenfels (Hessen)
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Die Burgruine Ehrenfels liegt nordwestlich von Rüdesheim am Rhein, auf halber Strecke nach Assmannshausen, an einem steilen Hang am östlichen Rheinufer. Von der Zollburg ist die 4,6 m dicke, 20 m hohe Schildmauer mit ihren zwei 33 m hohen Ecktürmen sowie Reste des Palas und eines Torbaus erhalten.
Das Erzstift Mainz wurde während des Streits zwischen Philipp von Schwaben und dem Sohn Heinrichs des Löwen, Otto, um die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches durch Pfalzgraf Heinrich angegriffen. Die Burg Ehrenfels wurde vermutlich gegen 1211 durch Philipp von Bolanden im Auftrag Erzbischofs Siegfried II. von Eppstein als Antwort auf diesen Angriff erbaut. Obwohl von Bolanden die Burg mit eigenen Mitteln erbaute, erhob das Erzbistum Mainz Anspruch auf die Burg, als von Bolandens Witwe Beatrix Dietrich von Heinsberg heiratete. 1222 wurde die Burg durch königliches Urteil Mainz zugeschlagen.
Die Burg wurde mit kurmainzischen Burgmannen besetzt und wurde gegen Mitte des 13. Jahrhunderts Zollstation. Die eigentliche Zollstelle lag am Fluss und stand im Zusammenhang mit dem Mäuseturm.
1301 wurde die Burg Stützpunkt Mainzer Erzbischofs Gerhard II. von Eppstein im Rheinischen Zollkrieg der Kurfürsten gegen König Albrecht und nach dem Sieg Albrechts für fünf Jahre an Gottfried von Brauneck übergeben. Stiftsverweser Kuno von Falkenstein baute die Burg aus, nachdem sie ihm 1353 in der zweiten Mainzer Stiftsfehde verpfändet wurde. Erzbischof Gerlach von Nassau versuchte die Pfändschaft aufzulösen, indem er behauptete, Kuno wolle ihn ermorden lassen. 1356 besetzt der Bischof die Burg.
Im Dreißigjährigem Krieg wurde die Burg mehrfach belagert und von verschiedenen Kriegsparteien besetzt.
Über die Verwüstung der Burg gibt es zwei Theorien. Eine besagt, Erzbischof Anselm Casimir Wambolt von Umstadt habe die Burg 1636 niederbrennen lassen, um zu verhindern, dass sie als Schlupfwinkel dient. Als gesichert gilt jedoch, dass die Burg 1689 im Laufe des pfälzischen Erbfolgekriegs unter Marschall d'Huxelles schwer beschädigt wurde. Die äußeren Burganlagen wurden beim Anlegen weiterer Weinberge entfernt.
Die Burg, die 1866 an Preußen fiel, befindet sich heute im Besitz des Landes Hessens.
Literatur
- Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen, Gebundene Ausgabe, 600 Seiten, 2000, ISBN 3-86134-228-6
- Suche nach Burg Ehrenfels (Hessen) Infos mit: Yahoo
