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Cavaillon

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Cavaillon ist eine französischen Kommune im Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur mit ca. 24.500 Einwohnern. Cavaillon war zeitweilig Sitz eines Bischofs.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Keltische Cavarer gründeten auf dem 180 m hohen St.-Jacques-Hügel aus militärischen Gründen ein Oppidum, das lange unter der Herrschaft Marseilles stand. Als die Römer die Siedlung übernahmen, verlegten sie sie vom Hügel in die Ebene und nannten die wohlhabende Kolonie Cabelio. Stummer Zeuge dieser Epoche ist der aus Bruchstücken rekonstruierte, zweitorige, römische Stadtgründungsbogen aus Augusteischer Zeit, der weitaus bescheidener als sein Gegenstück in Orange war.

Cavaillon gehörte zum päpstlichen Herrschaftsgebiet Comtat Venaissin. 1251 weihte Papst Innozenz IV. die romanische Kathedrale St.-Véran ein, der im 6. Jahrhundert Bischof von Cavaillon war. Die Kathedrale besitzt einen reich verzierten, polygonalen Chor und erhielt 1653 eine für die Provence einmalige, große, vergoldete Barockorgel. Das Übrige des Kircheninneren wurde durch die übereifrigen Bemühungen der Jahrhunderte nicht zu seinem Vorteil verändert. Neben der Kathedrale befindet sich ein schlichter, harmonischer, romanischer Kreuzgang.

Dank der Asylpolitik des Papsttums war Cavaillon neben Carpentras, Avignon und L'Isle-sur-la-Sorge ein wichtiges Zentrum und Fluchtpunkt des französischen Judentums vor der Verfolgung unter Philipp dem Schönen. Auch Cavaillon verfügte über eine carrière, ein Ghetto, in dem bereits im 14. Jahrhundert eine Synagoge bestand, die 1772 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Als die Nazis 1944 den letzten Zug aus Südfrankreich mit Juden zur Vernichtung über die Durance leiten wollten, mußte der vollbesetzte Güterzug mehrere Tage in brütender Hitze ohne Wasser oder Verpflegung wegen der zerstörten Eisenbahnbrücke warten. Obwohl der Zug schlecht bewacht wurde und offenbar viele Menschen wußten, "was" darin transportiert wurde, halfen nur sehr wenige.

Sehenswürdigkeiten

Unter der Synagoge befand sich einst eine Bäckerei, die ungesäuertes Brot herstellte. Anstelle der Bäckerei ist heute ein kleines Museum zur Geschichte des Judentums als einzige Erinnerung an eine bis zur Franzöischen Revolution große jüdische Gemeinde dort untergrebracht. Neben lithurgischen Geräten, Manuskripten, Grabstelen, einem schmiedeeisernen Gitter enthält es auch Torah-Möbel. Im Untergeschoß befindet sich eine Mikwe, ein kultisches Reinigungsbad für Frauen.

Im Archäologiemuseum in einer ehemaligen Barockkapelle des ehemaligen Krankenhauses l'hôtel-Dieu von 1753 werden neben Salbentöpfen aus Glas und Fayence, Kermaik, Münzen und Urnen auch Exponate aus der kelto-ligurischen Phase des Ortes präsentiert.

Neben dem schon erwähnten, 1880 aufgestellten arc romain, dem römischen Bogen, ist auch die Porte d'Avignon als Rest der mittelalterliche Stadtmauer sehenswert.

Vom Gipfel des bereits erwähnten Colline St.-Jacques, auf dem eine kleine romanische Kapelle steht, hat man einen schönen Blick auf die Stadt, das Vaucluse und bei guter Fernsicht auf den Mont Ventoux.

Wirtschaft

Seit römischer Zeit ist Cavaillon für seine Zucht von und seinen Handel mit Frühgemüse und Frühobst bekannt. Allein 800.000 t Obst und Gemüse gelangen von den Feldern und Gewächshäusern Cavaillons über den Großmarkt auf den europäischen Märkten. Deshalb wird Cavaillon gelegentlich auch Hauptstadt der Melonen genannt.

Weblinks









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