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Chanson (feuilletonistisch)

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Dieser Artikel, in sehr persönlichem Stil geschrieben und kollektiver Weiterentwicklung kaum zugänglich, ist aus dem Artikel Chanson ausgelagert worden.


Das Chanson (franz. Lied) ist ein (Liebes-, Trink-) Lied, das heute oft mit politisch-satirischem Inhalt vorgetragen wird. Die Vortragenden von Chansons bezeichnet man als Chansonnier (m.) oder Chansonette (w.).

Das Chanson zeichnet sich primär dadurch aus, das Musik und Text relativ hochwertig miteinander verwoben sind. Musik und Interpretation beziehen sich auf und entstehen nach dem Text - im Gegensatz beispielsweise zum Schlager oder Pop, bei denen der Text meist nach der Musik entsteht.

Damit zeichnet sich Chanson auch nicht durch einen typischen Musikstil aus; formal kann ein Chanson ein Blues sein, ein Schnadahüpfel oder ein Tanzschlager, ein Bänkelsang, ein Marschlied oder eine Rockballade - je nachdem, was der Text erlaubt oder verlangt.

Infolge seiner Textlastigkeit ist Chanson auch nicht im klassischen Sinne E-Musik oder U-Musik, sondern ständig Seiten wechselnd beides. Zu diskutieren wäre, ob der Chansontext als eigenes literarisches Genre gelten darf, denn er lässt sich in praktisch jedem Fall einem bereits außerhalb des Chansons vorhandenen Muster zuordnen. Am ehesten könnte der Chansontext wohl als sangbares Gedicht bezeichnet werden; vielfach sind Chansonstexte auch ganz einfach vertonte Gedichte.

Nach Kurt Tucholsky ist Chanson "Welttheater in drei Minuten". Das gebietet: 1. Der Text muss bereits beim erstmaligen Hinhören erfassbar sein. 2. Die Musik darf die Erfüllung dieses Gebotes nicht nur nicht behindern, sondern muss ihm in dienender Rolle zuspielen. Die Melodie und alle anderen Musikbestandteile (Struktur, Rhythmik, Harmonik, Dynamik usw.) samt ihrer stimmlichen und instrumentalen Umsetzung dienen dem Text, also der Aussage, und verbinden sich mit ihm zu einem teils gesungenen, teils gesprochenen eigenen Kunstwerk. Im Chanson ist der Gesang stets primär Sprache, nicht primär Musikinstrument (im Gegensatz etwa zur Oper).

Da der Text dominiert, aber niemals ohne Musik daherkommt, lässt sich definieren: Chanson ist eine musikalische Form poetischer Kunst. Andersherum: Chanson ist ein poetischer Text, musikalisch komponiert, solistisch singend und sprechend interpretiert und dabei in aller Regel instrumental begleitet.

Chansoninterpreten müssen daher sauber intonieren und prononciert artikulieren. Koloraturgesang oder Belkantogesang, wie in der Welt der Opernarie, des Kunstliedes, Madrigals, Oratoriums sind - außer in einer Parodie - völlig deplatziert. Ein Chansoninterpret muss keine klassisch ausgebildete Stimme haben; die naturgegebene, wenngleich natürlich gesunde und trainierte Stimme genügt. Es ist in diesem Genre sogar von erheblichem Vorteil, wenn der Interpret kraft eigenen charakteristischen Timbres und Duktus unverwechselbar wird.

Liedermacher

Das Chanson, das originär in Frankreich beheimatet war, hat ebenso in Deutschland eine Chanson-Kultur etabliert, die hier allerdings meist mit dem Begriff des Liedermachers bezeichnet wird.

Die ersten Künstler, auf die öffentlich in großem Stil die Bezeichnung "Liedermacher" angewandt wurde, sind höchstwahrscheinlich Kurt Demmler (Deutschland Ost) und Reinhard Mey (Deutschland West). Als Urheber des Wortes "Liedermacher" gilt jedoch Wolf Biermann.

Musikwissenschaftlich heißen Liedermacher (leider nicht einheitlich) "Dichtersänger". Unter einem "Sänger" verstand man ja in der Vorzeit zuallererst einen Poeten, einen Reimeschmied. Das angloamerikanische Wortungetüm "Singer-Songwriter" weist in die gleiche Richtung - und belegt eine sprachliche Ratlosigkeit gegenüber diesen Multikünstlern auch in jenem Kulturkreis. Liedermacher wollen neben dem Singen (1.) auch das Dichten (2.), das Komponieren (3.) und die eigene Instrumentalbegleitung (4.) bemeistern.

Publikum

Chanson richtet sich an ein Publikum, dass in erster Linie nicht amüsier- und konsumierwillig ist, sondern vor allem aufschließbar, lernfähig, wandelbar sein möchte. Es sollte den Chansonnier als eine freie Persönlichkeit verstehen, die öffentlich seine Meinung kund tut.

Die Amüsierwilligkeit schließt das nicht aus: Ein guter Chansoninterpret wird seine Zuhörer nicht bloß zu belehren und zu bekehren versuchen, sondern sie auch vergnügt oder betroffen machen, also unterhalten.

Chanson löst (in Deutschland) nur in Ausnahmefällen Massensuggestion aus, da es sich fast immer um eine in Form und Inhalt, Aufwand und Lautstärke "kleine" Kunst, d.h. persönliche Art der künstlerischen Mitteilung handelt. Oft geschieht bei der Aufführung von Chansons äußerlich fast gar nichts.

Die häufig zu beobachtende schwarze oder doch dunkle Kleidung der Interpreten, manchmal verbunden mit punktuellem Scheinwerferlicht, erfüllt ähnlich wie bei der Pantomime den Zweck, von Nebensächlichkeiten ab-, zum Gesicht, zu den Händen des Künstlers, also zum Wesentlichen hinzulenken: zum Inhalt und seiner Interpretation.


Siehe auch: Chanson (klassisch), Liedermacher, Liedermacher (international), Deutschsprachige Musiker, Politrock, Krätzchensänger







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Chanson (feuilletonistisch) aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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