Draht
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Einordnung: Elektrotechnik
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Ein Draht ist ein dünnes, langes Stück Metall, meist flexibel und mit kreisförmigem Querschnitt. Aufgrund der Länge wird es in der Regel auf Rollen gewickelt.
Metalldrähte werden häufig zum Übertragen elektrischer Signale (z.B. im Computer) und zum Übertragen von elektrischem Strom verwendet (vor allem aus Kupfer). Metalldrähte mit einer isolierenden Ummantelung (meist Kunststoff) werden auch Kabel oder Leitung genannt.
Zum Wickeln von Transformatoren, Spulen und Übertragern verwendet man oft lackierten Kupferdraht, auch Kupferlackdraht genannt; dieser Draht ist mit Hilfe einer Lackschicht elektrisch isoliert.
Metalle die zur Herstellung von Drähten häufig zum Einsatz kommen sind: Eisen, Kupfer, Messing, Aluminium, Silber, Gold.
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Herstellung und Anwendung von Draht
Beim Drahtziehen wird ein früher durch Schmieden, heute durch Walzen entstandener grober Draht kalt durch die sich verjüngende Öffnung eines Zieheisens oder Ziehsteins gezogen. Er wird länger und dünner, ohne dass es zu Materialverlusten kommt. Von Produktionsgang zu Produktionsgang zieht man ihn durch immer kleinere Öffnungen, bis er schließlich den gewünschten Durchmesser hat. Ursprünglich wurde Draht mit Muskelkraft gezogen, einer körperlich anstrengenden Arbeit, zu der es bis ins späte Mittelalter keine Alternative gab.
Seit dem 14. Jahrhundert ist Drahtziehen mit Wasserkraft gelegt. Im 19. Jahrhundert wurden Windenscheiben-Grobzüge eingeführt, die das kontinuierliche Ziehen des Drahtes erlaubten.
Die Qualität des Drahtes verbesserte sich entscheidend; die Produktionsmenge stieg enorm. Die Wasserkraft der zahlreichen Bachläufe im märkischen Sauerland war eine wesentliche Voraussetzung dafür, das es seit dem 16. Jahrhundert zum Zentrum der deutschen Drahtproduktion wurde und es auch noch blieb, als seine Erzvorkommen erschöpft waren.
Arbeit und Handel
wikifizieren:
- Menschenbild
- Drahtherstellung, Weiterverarbeitung und Verkauf.
- Arbeitsbedingungen, Änderungen im Laufe der Zeit
- Arbeitssicherheit
- Unfallverhütung
- Kontrolle
- Organisierung der Arbeit
- Frauenarbeit
- Arbeitslohn
- betriebliche Sozialpolitik
- Kinderarbeit
- Ausbildung
- Kontor
- Angestellte und Unternehmer
- weltweite Vermarktung deutscher Drahtprodukte.
Geschichte
Schon vor etwa 3. Jahrhundert v. Chr. fertigten die Ägypter durch verschiedene Techniken Golddrähte und verarbeiteten sie zu Schmuckstücken weiter. Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 14. Jahrhundert war das aus Eisendraht hergestellte Kettenhemd die wichtigste Schutzausrüstung von Kriegern. Tausende von Drahtringen wurden miteinander zu Kettenpanzern verflochten.
typische Erzeugnisse aus oder mit Draht:
- liturgische Gewänder
- Uniformen
- Trachten
- Fahnen
- Andachtsbilder
- Weihnachtsschmuck aus geplättetem Draht
- Designobjekte aus Draht.
einige Anwendungen von Draht
- Drahtfeder und mit Drahtfedern funktionierende Gegenstände
- Uhren und Küchen-Kurzzeitmesser
- Federmotore
- in Musikinstrumenten
- im Drahtwebstuhl
- in einer Drahtverseilmaschine
- Flugzeugmodell über Seilzüge steuern.
- Niedervolt-Seilsysteme mit Halogenlampen
- Zäune
Technische Anwendungen
Moderne Architektur und Ingenieurleistungen können ohne Draht nicht funktionierten. So z. B. sind die elastischen und zugfesten Moniereisen des allgegenwärtigen Stahlbetons gewalzter Draht; im Spannbeton befinden sich Drahtseile. Drahtseile revolutionierten auch den Brückenbau, ermöglichten Stand- und Hochseilbahnen sowie transparente Dachkonstruktionen, wie das Dach des Olympiastadions in München. Drahtgewebe und Drahtgeflechte finden immer häufiger als Fassadenelemente, Verkleidungen oder Zäune Verwendung. Schweißelektroden bestehen ebenso aus Draht wie Lötzinn. Stahlwolle, Drahtkorn für die Hochdruckreinigung, viele Werkzeuge und vor allem auch Befestigungselemente, wie Schrauben, Muttern, Nieten und die auch Nägel genannten Drahtstifte, sind Drahtprodukte.
Draht und Elektrizität
Ohne Draht wären maßgebliche Erfindungen und Entdeckungen besonders des 19. und 20. Jahrhunderts nicht möglich gewesen. Genannt seien das Prinzip des Elektromagnets, das Messen von Temperaturen und auftretenden Kräften mit Draht.
Draht und Sprache
Weit verbreiteten sind mehrdeutige und methaphorische Verwendungen des Begriffs Draht. So etwa scheitern alle Versuche, den Begriff Drahtzieher mit dem Draht herstellenden Industriearbeiter oder Unternehmer in Verbindung zu bringen. Gemeint ist fast immer ein Terrorist, Verbrecher, Politiker oder Intrigant, der im Hintergrund wie ein Marionettenspieler die Fäden bzw. Drähte zieht. Auf Draht sein, der heiße Draht, Nerven wie Drahtseile sind weitere Beispiele für doppeldeutige oder kreative Verwendungen des Wortes Draht. Allgegenwärtig sind diese Sprachbilder insbesondere auch in den Schlagzeilen der Presse. Nicht zuletzt ist mit Drahtesel gemeinhin ein Fahrrad gemeint.
Kunst
Berühmten Nagelbilder stammen von Günther Uecker, die im Wesentlichen aus Drahtstiften bestehen. Ein weiteres Werk ist der Nagelvogel Phönix von Hubert Berke. Darüber hinaus sind vor allem einige besonders originelle Drahtkunstwerke von Axel Fischer, Birgit Happ, Doro Jung, Rolf Nickel, Ren Rong und Udo Sander aus den 1980er- und 1990er-Jahren bekannter geworden. Es fällt auf, dass Draht auf verschiedene Art und Weise in der Kunst eingesetzt wird: Um Skulpturen fast schwerelos wirken zu lassen, als Mittel für dreidimensionale Zeichnungen oder als Werkstoff im Verbund mit anderen Materialien.
Siehe auch: Heißer Draht, Leuchtdraht, Litze, Wireless, Drahtziehen, American Wire Gauge (AWG)
Weblinks
-- 15:26, 14. Mär 2005 (CET)
- Suche nach Draht Infos mit: Yahoo
