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Frau

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Frauen unterscheiden sich körperlich in mehreren Kriterien vom Mann, vor allem, da sie bei der Fortpflanzung unterschiedliche Aufgaben erfĂŒllen. Die weibliche Keimzelle, die sogenannte Eizelle, wird im Eierstock vorrĂ€tig gehalten. UngefĂ€hr alle 29,5 Tage setzt sich eine solche Eizelle in der GebĂ€rmutter fest. Diese kann dann beim Geschlechtsverkehr, bei dem das mĂ€nnliche primĂ€re Geschlechtsteil, der Penis, in das primĂ€re Geschlechtsteil der Frau, die Vagina, eindringt, befruchtet werden (vgl.auch: Orgasmus). Nach der Zeugung trĂ€gt die Frau das Kind in der GebĂ€rmutter aus, bis es schließlich ca. neuneinhalb Monate spĂ€ter geboren wird. Mit dem sekundĂ€ren Geschlechtsteil, der Brust, erzeugt die Frau nach einer Geburt Muttermilch, mit der das Neugeborene gesĂ€ugt wird, bis es normale Nahrung zu sich nehmen kann.

Neben den Organen, die der Fortpflanzung nutzen, gibt es auch noch einige andere kleinere Unterschiede. So unterscheidet sich z. B. der weibliche Knochenbau (besonders im Becken und im Gesicht) geringfĂŒgig, auch der Muskelaufbau ist etwas anders. Frauen sind in der Regel nicht ganz so krĂ€ftig wie MĂ€nner, dies wird jedoch auch oft ĂŒberbewertet.

Obwohl etwas mehr mĂ€nnliche Kinder geboren werden (das VerhĂ€ltnis liegt bei ungefĂ€hr einem MĂ€dchen zu 1,05 Jungen) machen Frauen die Mehrheit der Erwachsenen aus. Dies liegt daran, dass MĂ€nner in allen Altersstufen eine geringfĂŒgig höhere Sterblichkeit aufweisen als Frauen, die aus unterschiedlichen GrĂŒnden eine um ca. fĂŒnf Jahre höhere Lebenserwartung haben, teils durch tatsĂ€chliche geschlechtliche Unterschiede begrĂŒndet, teilweise aber auch durch die gesellschaftliche Rolle begrĂŒndet.

Inhaltsverzeichnis

Gesellschaftliche Rolle und Emanzipation

In fast allen Kulturen gibt es eine mehr oder weniger ausgeprÀgte geschlechtliche Arbeitsteilung. In industrialisierten und postindustriellen Gesellschaften werden Frauen in der Regel reproduktive und MÀnner produktive Aufgaben zugeschrieben. Die reproduktiven Aufgaben in einer Gesellschaft beinhalten insbesondere die Erziehung und Betreuung von Kindern, aber auch die Pflege kranker und alter Menschen, das Bereitstellen von Nahrung usw.

Durch die Frauenbewegung und die durch sie ausgelöste Emanzipation der Frauen wurden in der westlichen Welt die traditionell festgelegten Geschlechterrollen infrage gestellt und haben in den letzten hundert Jahren etwas an Bedeutung verloren. So steht Frauen heute grundsĂ€tzlich jede Berufsausbildung offen. Aber auch der aktuelle Arbeitsmarkt in Westeuropa weist eine geschlechtsspezifische Seggregation auf, bei der in reproduktiven und Dienstleistungsberufen ĂŒberdurchschnittlich viele Frauen anzutreffen sind: Erziehungs- und Ausbildungsberufe, Pflegeberufe, Verkauf und kaufmĂ€nnische Berufe. Auch innerhalb frauentypischer Berufsfelder tritt eine geschlechtliche Seggregation zutage, so dass, verglichen mit der Grundpopulation im untersuchten Berufsfeld ĂŒberdurchschnittlich wenige Frauen in FĂŒhrungspositionen anzutreffen sind. Hinzu kommt, dass in solchen Berufsfeldern (z.B. Krankenpflege, Unterstufen-Lehrer) trotz intensiver politischer BemĂŒhungen bislang das Lohnniveau tiefer ist, als in den Berufsfeldern, in denen ĂŒberdurchschnittlich viele MĂ€nner arbeiten (z.B. Bau oder Produktion). Frauen haben dreimal weniger BerufsunfĂ€lle und -krankheiten, wobei die bei der AusfĂŒhrung der Hausarbeit erlittenen UnfĂ€lle sowie FolgeschĂ€den nicht als BerufsunfĂ€lle oder -krankheiten gewertet werden.

In Kulturen, in denen Status und Prestige der Frauen grĂ¶ĂŸtenteils oder teilweise von ihren MĂ€nnern abhĂ€ngt, fĂ€llt auf, dass der Wunsch von Frauen, sich mittels Schmuck, Kosmetik und neuerdings auch Schönheitschirurgie zu verschönern, deutlich ausgeprĂ€gter ist, als bei MĂ€nnern. In Gesellschaften, wo der Status einer Frau real oder vermeintlich ĂŒber ihre Schönheit definiert ist, kann der Konkurrenzkampf zu einem regelrechten "Schönheitswahn" ausarten, der sogar pathologische Ausmaße annehmen kann (siehe z.B. Essstörungen).

Inwieweit Eigenschaften, die als "typisch weiblich" angesehen werden, individuell zutreffen, hÀngt von Erziehung und PrÀgung ab. Doch haben alle Frauen auch sog. "mÀnnliche Anteile" - und umgekehrt. Siehe dazu besonders: Weiblichkeit (auch: MÀnnlichkeit). Es steht zu beachten, dass in in jedem bisher untersuchten Zusammenhang die Varianz innerhalb der Gruppen "MÀnner" und "Frauen" jeweils höher ist, als die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

So ist es beispielsweise Frauen in vielen Kulturen nicht möglich Soldat zu werden. Auch heute ist der Anteil weiblicher Soldaten deutlich geringer als der der mÀnnlichen (s. jedoch: Amazone).


Bezeichnungen fĂŒr Frauen

Im Deutschen werden viele TĂ€tigkeitsbezeichnungen wie Berufe unterschieden, abhĂ€ngig davon, ob diese von einem Mann oder einer Frau ausgefĂŒhrt werden. Dazu wird, anders als bei sonstigen Unterschieden wie beispielsweise Herkunft kein Adjektiv verwendet, sondern es gibt fĂŒr fast alle Berufe Doppelbezeichnungen. So werden viele Bezeichnungen durch das AnhĂ€ngen der Silbe -in verweiblicht, der Autor wird zur Autorin, der BĂ€cker zur BĂ€ckerin. (Der Duden hat sich diesem Trend nicht verschlossen und verzeichnet in der 23. Auflage [2004] erstmals alle weiblichen Bezeichnungen.) Endet die Bezeichnung auf -mann, so wird dies durch -frau ersetzt, beispielsweise ist die weibliche Form des BĂŒrokaufmanns die BĂŒrokauffrau. Nur wenige Berufe werden nicht nach dem Geschlecht unterschiedlich bezeichnet, so wird heute, nachdem das FrĂ€ulein gesellschaftlich geĂ€chtet wurde, der Begriff Ober sowohl fĂŒr weibliche als auch mĂ€nnliche Kellner verwendet.

Obwohl eigentlich die mĂ€nnliche Form zum Ansprechen von einer Gruppe, in der sowohl MĂ€nner als auch Frauen vertreten sind, ausreicht, wird aus GrĂŒnden der politischen Korrektnis in Anschreiben und Ansprachen heute oft explizit sowohl die weibliche als auch die mĂ€nnliche Form der Bezeichnung genannt. Da dies aber in lĂ€ngeren Texten einen merkbaren Mehraufwand bedeutet, werden teilweise fragwĂŒrdige, da genaugenommen falsche, AbkĂŒrzungen verwendet, um Sparsamkeit und politische Korrektnis zusammen zu bringen. Am bekanntesten ist da die, laut der Rechtschreibung unzulĂ€ssige, Form des Binnen-I, also beispielsweise "StudentInnen", aber auch das Hervorheben der TĂ€tigkeit kommt in letzter Zeit mehr in Mode. So soll die Bezeichnung "Studierende" beide Geschlechter ansprechen. Dies ist allerdings nicht nur wegen des geringen Unterschieds zum universellen Studenten fragwĂŒrdig, sondern auch, weil ein Student kein Studierender ist, wenn er gerade einer anderen TĂ€tigkeit nachgeht.

In Österreich werden Frauen manchmal noch mit dem Titel ihres Ehemannes angesprochen: Frau Direktor, Frau Hofrat, Frau Doktor - diese Form wird aber immer seltener; in Deutschland und in der Schweiz ist diese Art der Anrede inzwischen weitgehend verschwunden.

Siehe auch

BrĂŒste, Emanzipation, Feminismus, Frau im Alten Testament, Frauenbewegung, Frauenrechte, Geschlechterforschung, Geschlechterrollen, Internationaler Frauentag, Jungfrau, MĂ€dchen, Mann, Matriarchat, Mensch, Mutter, Venus, Weib, Weiblichkeit

Literatur







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