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Freimaurerei

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Freimaurer sind Mitglieder eines weltweit agierenden, u. a. humanitär tätigen Bundes, der sich national in Großlogen und lokal in Logen organisiert. Hier kommt es zu regelmäßigen Zusammenkünften. Es gibt sowohl Logen, die nur Männer oder Frauen, als auch solche, die Angehörige beider Geschlechter aufnehmen. Neben karitativer "Arbeit" besteht die wichtigste Arbeit eines Freimaurers in seinem geistigen und seelischen Wachstum mit Hilfe von Ritualhandlungen (Tempelarbeiten) und durch brüderliche Diskussionen in freimaurerischer Gesprächskultur. Ihre wichtigsten Symbole sind Zirkel und Winkel.

Inhaltsverzeichnis

EinfĂĽhrung

Die Freimaurerei ist in zwei weltweiten Organisationen zusammengeschlossen: Zum einen in der von England ausgehenden "anerkannten" oder "regulären" Freimaurerei (A.F.u.A.M.): The United Grand Lodge of England, sowie die von Frankreich ausgehende "liberale" Großloge (GOdF).

Die einzelnen Logen sind zu übergeordneten Organisationseinheiten, Großloge/Großorient genannt, zusammengeschlossen. In Deutschland gehören den sogenannten "regulären" Großlogen, die wiederum in den Vereinigten Großlogen von Deutschland zusammengeschlossen sind, ca. 300 aktive Logen an. Darüber hinaus arbeiten etwa 50 "liberale" Logen in Deutschland.

Der französische GOdF und die deutschen "liberalen" Logen werden von der englischen Großloge (UGLoE) und von den deutschen Großlogen, die in den VGLvD organisiert sind, nicht als "reguläre" freimaurerische Organisation anerkannt, da sie gegen die von der UGLoE erstellten "Basic Principles" (wie z. B. Verbot politischer Diskussionen in den Logen, Aufnahme von Frauen in diese) verstoßen. Beurteilungen von "regulär oder irregulär" sind jedoch aus Sicht dieser "liberalen" Logen unzutreffend. Jeder Freimaurer ist nach ihrer Lesart "regulär" in eine Loge aufgenommen und besitzt mit Zeichen, Wort und Griff alles, was er braucht, um eine von ihm bevorzugte liberale Freimaurerloge zu besuchen.

In den meisten Logen werden nur Männer aufgenommen, es gibt jedoch außerhalb der VGLvD auch "Frauenlogen sowie gemischtgeschlechtliche Logen".chätzungsweise existieren etwa 4 Millionen "reguläre" Freimaurer weltweit, etwa 1,8 Millionen in den USA. Eine ähnlich starke Verbreitung gibt es nur noch in Großbritannien und Skandinavien. Genauere Angaben sind momentan nicht zu ermitteln, da in den meisten Staaten die Mitgliedslisten der Logen nicht öffentlich zugänglich sind (eine Ausnahme bildet hier Norwegen). Man ist daher auf Angaben der jeweiligen Großlogen angewiesen. In den letzten Jahrzehnten lässt sich ein starker Rückgang der Mitgliederzahlen feststellen. In Deutschland hatte zunächst das Verbot durch das nationalsozialistische Regime, später durch die Regierung der DDR starke Auswirkungen auf die Mitgliederzahl. Waren vor dem Zweiten Weltkrieg ca. 80.000 deutsche Männer in Logen organisiert, sind es derzeit ca. 13.500. Ein Grund dieses Rückganges dürfte mit der vorsichtigen Haltung gegenüber aktiver Mitgliedergewinnung und Werbung zusammenhängen. Öffentlichkeitsarbeit der Logen geht heutzutage andere Wege. Sie führen Volkshochschulkurse über Freimaurerei durch, setzen ihre Gästeabende in Veranstaltungskalender der Tageszeitungen oder veranstalten Tage der Offenen Tür und sprechen gezielt interessante Persönlichkeiten an.

Aufbau der Loge

Die Logen sind, unabhängig von der jeweiligen Lehrart, hierarchisch aufgebaut. An der Spitze steht der "Meister vom Stuhl" (Logenmeister, Worshipful Master), seine Stellvertreter (zugeordnete Meister) und die so genannten Ritualbeamten, Erster und Zweiter Aufseher. Wahlberechtigt sind in der Regel alle Logenmitglieder, unabhängig von ihrem Grad. Freimaurerlogen als "Blaue Logen" sind in Deutschland eingetragene Vereine, deshalb müssen auch Schatzmeister und Schriftführer (Sekretär) gewählt werden. Sie bilden, gemeinsam mit dem Meister vom Stuhl und den beiden Aufsehern, den Logen- bzw. Vereinsvorstand. Neben den genannten Beamtenposten existieren eine ganze Reihe weitere: der Redner (eine Besonderheit kontinentaler Logen), die Schaffner, der Gabenpfleger, Musikmeister, Archivar, Zeremonienmeister, dazu zahlreiche Ausschüsse (Aufnahmeausschuss, Ehrengericht und viele mehr).

Logenzugehörigkeit, Aufnahme

Die Aufnahmekriterien unterscheiden sich, wenn auch unwesentlich, von Lehrart zu Lehrart. Die meisten Profanen (freimaurerischer Ausdruck für Nicht-Freimaurer) gelangen über Empfehlung der Brüder in die Loge. Werbung wird in den meisten Lehrarten abgelehnt, da die einzelnen Freimaurer durch ihren Lebenswandel in Beruf und Privatleben für die Freimaurerei sprechen sollen. Eine Ausnahme stellt die französische Lehrart Grand Orient de France (GOdF) dar, die in Frankreich auch mit Radiosendungen in Erscheinung tritt.

Vom Suchenden (die freimaurerische Bezeichnung für einen Aufnahmekandidaten) wird meist erwartet, mindestens ein halbes Jahr die Gästeabende zu besuchen, die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass der Suchende ein so genannter "freier Mann von gutem Ruf" (bzw. eine Frau "von gutem Ruf" bei femininen oder gemischtgeschlechtlichen Logen) ist.

Diese Grundvoraussetzungen sind erforderlich, da es sich bei der Freimaurerei um einen Lebensbund handelt und eine Aufnahme nicht leichtfertig erfolgen soll. Unabhängig davon sind Austritte als Wechsel problemlos möglich und werden dann als "ehrenvolle Deckung" bezeichnet. Wechsel zu einer anderen Loge sind üblich, ebenfalls auch zu Logen einer anderen Lehrart.

Der Kandidat sollte mindestens 18 Jahre alt sein. Diese Altersgrenze ist nicht bindend, sondern kann von jeder Loge modifiziert werden. Grundsätzlich ist aber die Volljährigkeit Voraussetzung, da z. B. auch Mitgliedsbeiträge entrichtet werden und auch Kosten für die typische freimaurerischen Bekleidung (Schurz, Handschuhe, Bijoux) entstehen. Aufnahmewilligen mit schwachem finanziellem Hintergrund (Studenten, Schülern, Arbeitssuchenden etc.) können Kosten erlassen oder gestundet werden. Während der Zeit seiner Besuche macht sich der Suchende mit den Logenmitgliedern vertraut und sucht einen (in manchen Logen zwei) Bürgen, der ihn durch seine Jahre als Lehrling oder Geselle begleitet. Der Aufnahmewillige wird von einem Aufnahmeausschuss zu seinem Wunsch, Freimaurer zu werden, befragt. Wenn sich der Bürge gefunden hat und der Ausschuss eine positive Empfehlung ausgesprochen hat, folgt die so genannte Kugelung (Ballotage). Die Brüder stimmen über die Aufnahme mittels weißer und schwarzer Kugeln ab. Werden eine oder zwei schwarze Kugeln geworfen, müssen die jeweiligen sich zu erkennen geben und ihre Entscheidung begründen. Kommen drei oder mehr schwarze Kugeln in geheimer Abstimmung zusammen, gilt der Suchende als abgewiesen.

Grade der Freimaurerei

Freimaurer bearbeiten die in drei Grade gegliederte "blaue" Johannisfreimaurerei. Parallel dazu gibt es verschiedene sogenannte Hochgradsysteme. Da deren Arbeitsfarbe rot ist, werden sie auch manchmal als "rote Grade" bezeichnet (siehe weiter unten).

Die "blaue Freimaurerei" gliedert sich in Lehrling, Geselle und Meister. Für diese Grade besteht die Logenarbeit darin, sich einer moralisch-geistigen Selbstfindung zu unterziehen, deren wichtigstes Mittel die so genannte Tempelarbeit ist. In ihrer Symbolsprache sprechen die Freimaurer vom Bau des Salomonischen Tempels, was symbolisch die Verwirklichung einer menschlicheren Gesellschaft bedeuten soll. Der "Tempel" kann dabei vom jeweiligen Freimaurer beliebig oder als das eigene Individuum, die Gesellschaft oder der Kosmos interpretiert werden. Die während der Tempelarbeiten ausgeführten Rituale dienen der Bestärkung der Logenmitglieder, an dem einmal eingeschlagenen Weg der Menschlichkeit festzuhalten. Besonders in kontinentaleuropäischen Logen gehören der Vortrag von philosophischen Abhandlungen einzelner Mitglieder über freimaurerische oder andere Themen zur Tempelarbeit (so genannte Zeichnung).

Stellt man die drei Grade der "Blauen Logen" den 30 weiteren, pyramidenförmig aufsattelnden Graden der "Roten Logen" im sogenannten "schottischen Ritus" gegenüber, hat man den Eindruck, die "blaue Freimaurerei" beinhalte nur einen Teil des freimaurerischen Wissens. Jedoch enthalten die Grade "Lehrling - Geselle - Meister" der Johannislogen die komplette Tradition der Freimauerei. Aus diesem Grund bezeichnet man die "Hochgrade" auch als Erkenntnis- oder Vervollkommnungsstufen. Sie führen nicht darüber hinaus, sie vertiefen die Lehren des Lehrlings-, Gesellen- und Meistergrades.

Hochgrade

Die freimaurerischen Hochgrade gliedern sich in bis zu 33 Grade, wobei den meisten dieser Grade nur nominelle Bedeutung zukommt und sie nicht aktiv ausgeübt werden. Die genaue Hierarchie der Grade hängt dabei vom jeweiligen Ritus ab. Man unterscheidet zwischen dem York-Ritus, dem französischen Ritus oder dem Schwedischen Ritus und dem Schottischen Ritus (AASR). Aus letzterem stammt folgende Gradfolge:

Lehrling – Geselle – Meister – Geheimer Meister – Vollkommener Meister – Geheimer Sekretär – Vorgesetzter und Richter – Intendant der Gebäude – Auserwählter Meister der Neun – Auserwählter Meister der Fünfzehn – Erhabener Auserwählter Ritter – Großmeister-Architekt – Meister des Neunten Bogens – Großer Auserwählter – Ritter des Degens – Prinz von Jerusalem – Ritter vom Osten und Westen – Ritter Rosenkreuzer – Groß-Pontifex – Großmeister aller Symbolischen Logen – Preußischer Ritter – Prinz von Libanon – Chef des Tabernakels – Prinz des Tabernakels – Ritter der ehernen Schlange – Prinz der Gnade – Ritter-Komandeur des Tempels – Ritter der Sonne – Ritter des Heiligen Andreas von Schottland – Ritter Kadosh – Inquisitor-Meister – Ritter und Prinz des Königlichen Geheimnisses – Souveräner General-Großinspekteur

Von Grad zu Grad findet dabei eine zunehmende Initiation statt, bei der der Initiierte sich durch verschiedene Legenden und Symbolhandlungen weiterhin vervollkommnen soll. Ethische Werte wandeln sich und werden dabei initiatisch erfahrbar.

Freimaurer und Politik

Auch wenn sich Freimaurer als Logen von Parteipolitik fern halten sollten, so gibt es politische Veränderungen, die vielleicht von manchem Freimaurer begrüßt wurden. Es sind dies vor allem: die Trennung von Staat und Kirche, die Einrichtung säkularer, öffentlicher Schulen, die Durchsetzung der Prinzipien der modernen Demokratie und die Internationalisierung der Politik im Sinne eines allgemeinen Weltbürgertums. In allen Lehrarten sind Streitgespräche über Parteipolitik oder Religion (bes. konfessionelle) verboten. Dieses Verbot wurde erstmals in den Alten Pflichten schriftlich manifestiert. Die Alten Pflichten wurden im Auftrag der Englischen Großloge von Reverend James Anderson verfasst, 1723 veröffentlicht und gelten bis heute als freimaurerisches Grundgesetz für alle regulären Logen. In den Alten Pflichten heißt es: "(....) Auch sollt ihr nichts tun oder sagen, das verletzen oder eine ungezwungene und freie Unterhaltung unmöglich machen könnte. Denn das würde sich nachteilig auf unsere Eintracht auswirken und den guten Zweck vereiteln, den wir verfolgen. Deswegen dürfen keine persönlichen Sticheleien und Auseinandersetzungen und erst recht keine Streitgespräche über Religion, Nation oder Politik in die Loge getragen werden."

In der französischen Lehrart Grand Orient de France gilt dieses Verbot eingeschränkt, und folgerichtig sind die dortigen Logen im politischen Alltag wesentlich präsenter.

In hohen politischen Ämtern tätige deutsche Freimaurer waren: Thomas Dehler (1897-1967), deutscher Bundesminister, FDP-Politiker, und Gustav Stresemann (1878-1929), deutscher Staatsmann, Außenminister.

Geschichte

Als Gründungsdatum der Freimaurer gilt der 24. Juni 1717, als in London die erste Großloge durch den Zusammenschluss vierer Logen gebildet wurde. Seitdem wird der 24. Juni (Johannistag, vergleiche Johannismaurerei) als "höchster Feiertag" der Freimaurerei gefeiert.

Es gilt als sicher, dass viel ältere Traditionen in die Freimaurerei hineinwirkten, wobei es unterschiedliche Theorien über die historischen Wurzeln gibt. Ihren Schwerpunkt bilden die Baugenossenschaften und mittelalterliche Bauhütten. Einflüsse aus den ägyptischen und griechischen Mysterienbünden, dem Templerorden, der Rosenkreuzer, der Kabbalah sowie des Gnostizismus sind vereinzelt erkennbar. Aus diesen Traditionen stammen auch viele Symbole der Freimaurer. Damit liegen die Wurzeln der Freimauerei in der Bauhüttentradition mit Spuren mystischer Überlieferungen des Abendlandes und des Orients. In Bezug auf letzteres lassen sich gewisse Ähnlichkeiten zu den islamischen Derwisch-Bruderschaften erkennen, deren erste Gründungen bereits in das 12. Jahrhundert zurückreichen (siehe auch: Sufismus).

Die zentrale Gestalt in den historischen Sagen der Freimaurerei ist Baumeister Hiram Abif (König Salomos Tempelbaumeister). Freimaurerei verbindet vollkommen unterschiedliche Individuen aller sozialer Schichten und Bildungsgrade, wobei Einfluss und Macht in Wechselbeziehung stehen und sich gegenseitig befruchten. Sehr rasch verbreiteten sich darum die Freimaurer im gesamten Wirkungsbereich der westlichen Kultur.

Geistesgeschichtliche Bedeutung

Freimaurerei und Esoterik

Die Freimaurer wurden zur wichtigsten Stütze der Aufklärung in Europa. So waren viele Aufklärer Mitglieder von Freimaurerlogen. Freimaurer treten bis heute für aufklärerische Werte wie Toleranz, Brüderlichkeit und Gleichheit ein. Dies hängt auch damit zusammen, dass innerhalb der Logen ständische oder soziale Unterschiede und religiöse Herkunft oder Bekenntnis keine Rolle spielen. Die Mitglieder werden dazu angehalten, in der Gesellschaft humanitäre Werte zu fördern. Esoterik im Sinn einer Geheimlehrest der Freimaurerei wesensfremd. Individuelle Symboldeutung eines jeden Freimaurers kann als esoterische Übung verstanden werden. Wer das ursprüngliche Wort "esotéros, gr. innerer" wörtlich nimmt, auf sein Inneres hört und sich selbst auslotet (Senkblei), könnte als "Esoteriker" bezeichnet werden. Dies hat allerdings nichts mit Esoterik im heutigen Sinn zu tun. Es geht der Freimaurerei nicht um Vermittlung "geheimen Wissens",ondern um Selbsterkenntnis, Brüderlichkeit und ethisches Wachstum in geschütztem Raum.

Freimaurerei und Religion

Freimaurerei ist keine Religion. In der Regel werden Mitglieder aller Glaubensbekenntnisse aufgenommen. Die genauen Aufnahmebedingungen hängen allerdings von der jeweiligen Lehrart ab. Hier findet man deutliche Unterschiede. So akzeptieren etwa die skandinavischen Freimaurer der Lehrart Freimaurerorden (FO) [nur Christen. Die - zahlenmäßig weit überwiegende - angelsächsische Freimaurerei erwartet mindestens das Bekenntnis zu einem "höheren Wesen" und grenzt sich in der Regel vom reinen Atheismus ab, akzeptiert allerdings Agnostizismus. Dies war jedoch nicht immer so, sondern entstammte einer "Orthodoxierungsbewegung" des 19. Jahrhunderts. Die französische Lehrart des Grand Orient de France dagegen nimmt auch Atheisten auf.

Grundsätzlich kennt die Freimaurerei als Organisation außer bei zwei christlichen Lehrarten (FO und 3WK) in Deutschland keine Gottesvorstellung, sie bedient sich lediglich des Symbols des ABAW (Allmächtiger Baumeister aller Welten). Dieses Konstrukt stellt kein Gottesbild dar, sondern ist ein Symbol, das dem persönlichen Glauben eines jeden Bruders vorbehalten bleibt. Die Toleranz gegenüber religiösen Vorstellungen kann dabei so weit gehen, dass die Grenzen zum Atheismus für Außenstehende nicht immer erkennbar sind. Kritiker haben der Freimaurerei stets vorgeworfen, in Wahrheit doch eine Religion zu sein, die sich über alle anderen Religionen stellen wolle, und deren wahrer, okkultistischer Charakter sich erst in den Hochgraden entfalte (siehe auch: Kontroverse um die Freimaurerei).

Ein umgekehrter Vorwurf wird oft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen") gemacht: deren geheime Tempel-Rituale seien verfälschte Kopien der Freimaurer-Rituale, die der Kirchengründer Joseph Smith während seiner kurzen Mitgliedschaft in einer irregulären Loge in Illinois kennengelernt und seinen eigenen bereits bestehenden Geheimritualen übergestülpt habe. Die Mormonen selbst weisen jedoch auf ihrer Ansicht nach wesentliche Unterschiede der Rituale hin.

Verfolgung im Nationalsozialismus

In totalitären Staatsformen war und ist die Freimaurerei verboten. Diese Tatsache gilt für das NS-Regime, die DDR, die Sowjetunion sowie zahlreiche fundamental-islamistische Staaten. Einer besonderen Verfolgung aber sahen sich die deutschen Freimaurer im Nationalsozialismus ausgesetzt. Eine der ideologischen Ursachen für das Verbot der Logen in Deutschland findet sich in der Propaganda Mathilde und Erich Ludendorffs. Der ehemalige Generalquartiermeister der kaiserlichen Reichswehr sprach in zahlreichen Schriften von den „überstaatlichen Mächten“, die aus Juden, Bolschewisten und Freimaurern bestünden und ein „internationales Netzwerk“ zur Machterlangung und –erhaltung bildeten. Juden und Freimaurer waren die bevorzugten Objekte rechtsextremer Agitation in der Weimarer Republik. Nur folgerichtig wurden die deutschen Logen 1933 und in einer zweiten Welle 1934 Opfer gezielter Übergriffe der SA. Im Mai 1935 interveniert Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, einziger Freimaurer in der NS-Regierung, vergeblich bei Hitler. Im Juli 1935 lösen sich die drei altpreußischen Großlogen selbst auf, am 17. August 1935 ordnet Innenminister Frick das Verbot der Freimaurerei in Deutschland an. Nach unbestätigten Zahlen sollen von den ca. 80.000 deutschen Freimaurern zweiundsechzig ermordet worden sein, darunter der Politiker Julius Leber, der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner und der Publizist Carl von Ossietzky.

Freimaurerei in Deutschland

Struktur und Lehrarten

In der Freimaurerei unterscheidet man zwischen der angelsächsischen Freimaurerei und den von dieser "anerkannten" und "regulären" Logen sowie der französischen Freimaurerei des Grand Orient de France (GOdF) der "liberalen" Logen.

In Deutschland gibt es einen Zusammenschluss der fünf Großlogen der "anerkannten" Freimaurer in den Vereinigten Großlogen von Deutschland, und den Souveränen GrossOrient von Deutschland für die "liberale" Freimaurerei.

Darüber hinaus gibt es hier feminine und gemischtgeschlechtliche Großlogen der "liberalen" Freimaurer. Andere "liberale" Logen gehören ausländischen Großlogen an oder sind völlig ohne Großlogen-Zugehörigkeit und gelten somit als irregulär, da sie nicht von der "United Grand Lodge of England" anerkannt sind. Die im Souveränen GrossOrient von Deutschland zusammengeschlossenen Logen haben den gleichen Status wie die französischen Logen.

Die Wolfstieg-Gesellschaft wurde 1913 mit dem Ziel gegründet, die freimaurerisch-wissenschaftliche Forschung zu fördern.

GroĂźlogen


Logen von "Le Droit Humain" schlossen sich Memphis Misraim (Hamburg und Leipzig), der Grande Loge Mixte Universelle (SaarbrĂĽcken) oder dem Grand Orient de Luxembourg (Heidelberg) an.


Es existieren ferner einige unabhängige Logen für Männer und Frauen.

Ă–sterreich, Schweiz

Der Beginn der Freimauererei in Österreich erfolgte im Jahre 1742, als auf Wunsch von Philipp Gotthard von Schaffgotsch, dem späteren Fürstbischof von Breslau, in Wien die erste Loge begründet wurde. Sie hatte nur kurz Bestand, 1743 ließ Maria Theresia sie auflösen. Erst nach ihrem Tode wurde das Freimauertum in der Habsburgischen Monarchie wieder geduldet. Aufgrund des starken Einflußes der katholischen Kirche in Österreich sowie der immer noch nachwirkenden Propaganda des dritten Reiches sind Freimaurer in Österreich wesentlich verschwiegener und geheimnistuerischer, was ihren Verein betrifft, als ihre Brüder und Schwestern in westeuropäischen Ländern oder den USA.

In Österreich und der Schweiz gibt es, wie auch in den meisten anderen Ländern, nur jeweils eine Großloge jeder Lehrart. Die Großlogen der "anerkannten" Freimaurer sind:

1959 verlässt die Männerloge L’Espérance die Grand Loge de Luxembourg und gründet zusammen mit den Männerlogen Liberté und Tolérance eine neue Obödienz: Den Großorient von Luxemburg. Diese Obödienz nimmt zunächst ebenfalls ausschließlich Männer auf. 1968 wird der Großorient von Luxemburg aufgrund interner Schwierigkeiten "schlafengelegt", d.h. alle Arbeiten ruhen. Lediglich die Loge L’Espérance arbeitet als freimaurerischer Zirkel weiter. 1970 wird die Loge L’Espérance wieder ins Leben gerufen. Die Loge arbeitet als eine unabhängige und souveräne Loge ohne Zugehörigkeit zu einer Obödienz. 1982 wiederholt sich der Vorgang von 1959. Die drei oben genannten Logen rufen wieder den Großorient von Luxemburg ins Leben. Diesmal werden sowohl Männer als auch Frauen aufgenommen. 1987 wird eine vierte Loge mit Namen Tradition et Progrès gegründet. 1991 wird die gemischte Loge Licht und Wahrheit in Bonn aufgenommen. 1998 wird die bisher Heidelberger Loge Carpe Diemür Männer und Frauen aufgenommen. 2000 Aufnahme der Männerloge Montaigne im Orient Lüttich/Belgien. 2002 wandelt sich die Männerloge Montaigne in eine Loge, die sowohl Männer als auch Frauen aufnimmt. Umgehend werden die ersten Frauen eingeweiht.

Immer wieder waren die Freimaurer Gegenstand heftiger Kontroversen. Im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts waren Personen des öffentlichen Lebens, Führungskräfte in Politik und Wirtschaft, aber auch Künstler oftmals Freimaurer. Dadurch erklärt sich der Verdacht, die Freimaurerei sei ein Hort der Klüngelei und Korruption, der viel eher der Karriere ihrer Mitglieder diene als dem Allgemeinwohl der Menschheit. Einige Kritiker gehen noch weiter und sprechen von einer regelrechten Verschwörung der Freimaurer.

So wurden sie zunächst von royalistischer Seite für die Französische Revolution verantwortlich gemacht. Der Schlachtruf dieser Revolution – "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" – scheint auf die französischen Formen freimaurerischer Parolen zurück zu gehen, die oft auch in anderen Varianten wie "brüderliche Liebe, Fürsorge, Wahrheit" verwendet wurden. Einige Kritiker werfen der Freimaurerei vor, in einer unlauteren Weise die Gesellschaft zu manipulieren, wobei die in den niederen Graden praktizierte humanitäre Arbeit nur als Tarnung der Tätigkeit der Hochgrade diene. So sei die Hochgradfreimaurerei ein Instrument zur Unterwanderung der Völker mit dem Ziel, eine menschenverachtende Diktatur in einem Weltstaat mit einer einheitlichen Weltreligion zu errichten. Dabei wird immer wieder auf die Verquickung von Hochfinanz – vor allem von den Dynastien der Rothschilds und Rockefellers – und Hochgradfreimaurerei hingewiesen. Die geistige Herkunft dieser Kritik ist unterschiedlich, und dementsprechend werden auch die jeweiligen Verschwörungstheorien unterschiedlich nuanciert. Die wichtigsten Lager sind:

Von Seiten der Freimaurerei werden diese Vorwürfe stets ignoriert oder mit Verweis auf die humanitäre Ausrichtung der Logenarbeit oder die rechtsradikale Geisteshaltung der Kritiker als haltlos bezeichnet.

Kriminelle Logen

Freimaurerähnliche Organisationen

Nach dem Vorbild der Freimaurer haben sich zahlreiche andere Organisationen, wie die Theosophische Gesellschaft, oder der Orden Skull & Bones gegründet. Oft spricht man deswegen verallgemeinernd von freimaurerischen Organisationen, ohne dass die vorgenannten Organisationen direkt mit der organisierten Freimaurerei zu tun haben. Die Geheimloge P2 hatte, im Nachhinein bemerkt, nichts mit den Zielen der Freimaurerei gemeinsam, sondern war eine kriminelle Vereinigung, die sich den Namen "Loge" gegeben hatte, arbeitete zunächst aber dennoch jahrzehntelang als reguläre und anerkannte Freimaurerloge in Italien bis zu ihrer Auflösung 1974 und der Aufdeckung ihrer Machenschaften Anfang der 1980er Jahre. Seitdem firmieren dieselben Mitglieder wieder als Freimaurer-Loge und gehen unauffällig ihren Geschäften nach.

Bekannte Freimaurer

Eine gut dokumentierte Auswahl bekannter Freimaurer finden sich bei Wikipedia (bzw. www.infos-aus-germanien.info) unter der entsprechenden Kategorie:Freimaurer.

Eine umfassende Liste bekannter Freimaurer findet sich unter:


Bei einer Prince-Hall-GroĂźloge diese:


Umfangreiche Liste berĂĽhmter Freimaurer der englischen Version der Wikipedia (bzw. www.infos-aus-germanien.info):


Freimaurermuseen im deutschsprachigen Raum

Im Schloss Rosenau nahe Zwettl in Niederösterreich gibt es ein Freimaurermuseum. In Bayreuth, wenige Minuten vom Festspielhaus entfernt, befindet sich das Deutsche Freimaurer-MuseumIn St. Michaelisdonn (Schleswig-Holstein) steht das Museum der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland ("Freimaurerorden").

Freimaurerische Musik

Literatur

Quellen

Freimaurerische Literatur

Allgemeine Literatur

Literatur zu Freimaurerischen Symbolen

Filme

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Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Freimaurerei aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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