Freiwilligensurvey
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Einordnung: Soziologie
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Der Freiwilligensurvey wurde 1999 im Auftrag der Bundesregierung durchgeführt. Zu der Zeit war es die quantitativ umfassendste Untersuchung zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland. Beim BMFSFJ heißt die Umfrage Repräsentativerhebung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement und der Abschlussbericht ist dort verfügbar.
Die Umfrage wurde 2003 ein weiteres Mal aufgelegt: Mitte 2005 werden Ergebnisse dieser zweiten Welle des Freiwilligensurveys vorliegen.
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Ergebnisse
1999: Ein Drittel aller Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich in Verbänden, Initiativen oder Projekten. Ein weiteres Drittel ist aktiv in einem Verein oder einer Gruppe tätig, ohne jedoch ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. Somit sind insgesamt zwei Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahre in gesellschaftliche Gruppierungen eingebunden und aktiv beteiligt. Das freiwillige Engagement ist damit erheblich größer als bislang angenommen. Es hat einen so hohen Stellenwert, dass der Staat Deutschland ohne ehrenamtliches Enagement nicht mehr auskommen könnte.
Umfang des Engagements
34 % aller Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren sind in irgendeiner Form ehrenamtlich/freiwillig engagiert - "und zwar in dem Sinne, daß man in Vereinen, Initiativen, Projekten, Selbsthilfegruppen oder Einrichtungen aktiv mitmacht und dort unbezahlt oder gegen geringe Aufwandsentschädigung freiwillig übernommene Aufgaben oder Arbeiten ausübt" (Rosenbladt/Picot 1999).
Wer engagiert sich?
"Insgesamt sind Personen mit besseren bildungsmäßigen, beruflichen und finanziellen Voraussetzungen und Personen, die sozial stärker integriert sind, eher als andere bereit zur Übernahme freiwilliger, ehrenamtlicher Aufgaben und Arbeiten. Die personelle Basis der freiwilligen, ehrenamtlichen Arbeit ist in verschiedenen Tätigkeitsfeldern aber recht unterschiedlich. So wird insgesamt zwar der größere Teil ehrenamtlicher, freiwilliger Tätigkeiten von Männern ausgeübt (55 %). In bestimmten Feldern wird das ehrenamtliche Engagement aber überwiegend von Frauen geleistet. Insbesondere gilt das für Felder mit relativ hohen Anforderungen und Belastungen wie etwas dem sozialen Bereich (67 % Frauen) oder dem Gesundheitsbereich (66 %)" (Rosenbladt/Picot 1999).
Warum Engagement?
Altruistische Motive, Spaß zu haben und mit sympathischen Menschen in Kontakt zu kommen stehen im Vordergrund der Erwartungen von ehrenamtlich/freiwillig Engagierten. "Für drei Viertel ... ist es darüber hinaus wichtig, Kenntnisse und Erfahrungen zu erweitern . Ein möglicher beruflicher Nutzen ist dagegen nur für eine Teilgruppe von rd. 20 % von Bedeutung" (Rosenbladt/Picot 1999).
Bewertung
Diese Umfrage hat einen hohen Stellenwert, da durch sie von staatlicher Seite erkannt wird, welchen Umfang bürgerschaftliches Engagement in Deutschland hat. Die Zivilgesellschaft bzw. Bürgergesellschaft war nun als dritter Sektor nach Staat und Wirtschaft und als unverzichtbarer Teil zur Organisation gesellschaftlichen Lebens in Deutschland staatlich anerkannt. Später wurde die Enquete-Kommission Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements des Bundestags ins Leben gerufen, um Freiwilligenarbeit zu fördern und eine bessere Einbindung der Bürger in den politischen Entscheindungsprozess zu ermöglichen.
Literatur
Rosenbladt, B.v./Picot, S.: Freiwilligenarbeit, ehrenamtliche Tätigkeit und bürgerschaftliches Engagement. Überblick über die Ergebnisse. Repräsentative Erhebung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Infratest Burke. München 1999
Weblinks
- weitere Weblinks
- Freiwilligensurvey, zweite Welle Ergebnisse der Repräsentativerhebung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement (PDF, 222 Seiten)
- Ergebnisse des Freiwilligensurveys in Kurzformeim Evangelischen Kinder- und Jugendreferat
- Förderung des bürgerschaftlichen Engagementsnlinebuch der Stiftung Bürger für Bürger und Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschlands
- Empfehlungen der Enquete-Kommissionukunft des bürgerschaftlichen Engagements (PDF)
- Suche nach Freiwilligensurvey Infos mit: Yahoo
