Friedrich Nietzsche
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Einordnung: Philosoph (19. Jh.) | Existenzialist | Religionskritiker | Philologe | Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Musikkritik | Sachliteratur | Deutscher | Weimarer | Mann | Geboren 1844 | Gestorben 1900
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Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken bei LĂŒtzen; â 25. August 1900 in Weimar) war klassischer Philologe und einflussreicher deutscher Philosoph.
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| Inhaltsverzeichnis |
Leben
Friedrich Nietzsche kam 1844 als Sohn des lutherischen Pfarrers Carl Ludwig Nietzsche (1813-1849) und Franziska Nietzsche, geb. Oehler (1826-1897), im sĂ€chsischen Röcken zur Welt. Nach dem frĂŒhen Tod des Vaters zog die Familie nach Naumburg an der Saale. Von 1858 bis 1864 war Nietzsche Gymnasiast in Schulpforta, wo seine besondere Begabung im musischen und sprachlichen Bereich auffiel. 1864 begann er ein Studium der Theologie und der klassischen Philologie in Bonn bei Friedrich Ritschl, dem er 1865 nach Leipzig folgte. Auf dessen Betreiben wurde er noch vor seiner Promotion und Habilitation zum auĂerordentlichen Professor fĂŒr klassische Philologie an die UniversitĂ€t Basel berufen, wo er ab 1869 lehrte. Dort begann auch die bis in die Umnachtung andauernde Freundschaft zu seinem Kollegen Franz Overbeck, einem atheistischen Theologieprofessor. Ein weiterer von Nietzsche sehr geschĂ€tzter Kollege in Basel war Jacob Burckhardt.
Im Jahre 1868 lernte Nietzsche in Leipzig Richard Wagner sowie dessen Frau Cosima kennen und war hĂ€ufig Gast im Haus des "Meisters" in Tribschen bei Luzern. Im Umkreis Wagners lernte er auch Malwida von Meysenbug und Hans Guido von BĂŒlow kennen. Die Beziehung zu Wagner schlug von begeisterter AnhĂ€ngerschaft ab 1876 in tiefe Ablehnung und schlieĂlich Gegnerschaft um, trug aber wesentlich zur Herausbildung Nietzsches eigener Position bei.
1872 veröffentlichte er sein erstes gröĂeres Werk: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. Das Werk wurde von seinen altphilologischen Kollegen zumeist nicht verstanden, abgelehnt und totgeschwiegen. In der Philologie zunehmend isoliert, wandte er sich nun verstĂ€rkt der Philosophie zu. Auch seine vier UnzeitgemĂ€Ăen Betrachtungen (1873-1876) fanden nicht die Resonanz, die er sich erhofft hatte. Krankheit und Schmerzen nahmen zu, immer wieder musste er sich von seiner LehrtĂ€tigkeit beurlauben lassen. AnfĂ€lle mit heftigen Kopf- und Augenschmerzen und stĂ€ndigem Erbrechen zwangen ihn 1879, um frĂŒhzeitige Pensionierung zu ersuchen, die ihm gewĂ€hrt wurde.
Weitere Bekanntschaften Nietzsches waren Meta von Salis und Carl Spitteler; er wechselte Briefe mit Hippolyte Taine und August Strindberg.
Getrieben von seinen Krankheiten reiste er viel und lebte bis 1889 als freier Autor an verschiedenen Orten, im Sommer meist in Sils-Maria, im Winter vorwiegend in Italien (Genua, Rapallo, Turin) und auch in Nizza. Sein frĂŒherer SchĂŒler Peter Gast wurde dabei zu einer Art PrivatsekretĂ€r; er sollte spĂ€ter allerdings eine zwielichtige Rolle in der VerfĂ€lschung des Nachlasses (siehe Wirkung) spielen. 1882 lernte Nietzsche nach Vermittlung von Malwida von Meysenbug und Paul RĂ©e in Rom die junge Lou von SalomĂ© kennen. Im Sommer 1882 philosophierten die beiden gemeinsam in langen GesprĂ€chen. Nietzsche sah sie allerdings bei aller WertschĂ€tzung weniger als gleichwertige Partnerin denn als begabte SchĂŒlerin an. Er verliebte sich in sie und bat den gemeinsamen Freund Paul RĂ©e, bei ihr um ihre Hand anzuhalten, was SalomĂ© aber ablehnte. Unter anderem aufgrund von Intrigen seiner Schwester Elisabeth zerbrach die Beziehung zu RĂ©e und SalomĂ© im Winter 1882/1883; Nietzsche flĂŒchtete nach Rapallo, wo er in nur zehn Tagen den ersten Teil von "Also Sprach Zarathustra" verfasste.
Nachdem seine letzten Werke, vor allem das autobiographische Buch Ecce Homo (1888), bereits auf GröĂenwahn hindeuteten, erlitt er im Januar 1889 in Turin einen geistigen Zusammenbruch. Als Ursache wurde progressive Paralyse als Folge von Syphilis vermutet; diese Diagnose bleibt allerdings zweifelhaft und ist bis heute umstritten. Die letzten elf Jahre seines Lebens verbrachte er in geistiger Umnachtung zunĂ€chst in einer Irrenanstalt in Jena, dann bei seiner Mutter in Naumburg und zuletzt in der Villa Silberblick in Weimar, wo er nach dem Tod seiner Mutter von seiner Schwester gepflegt und wie ein SchaustĂŒck ausgestellt wurde.
Im Pfarrhaus seines Geburtsorts Röcken befindet sich heute eine Nietzsche-GedenkstÀtte. Ebenfalls zu besichtigen sind die GrÀber der Familie.
Nietzsches Denken
Nietzsche begann als Philologe, begriff sich selbst aber zunehmend als Philosoph oder, besser gesagt, als freier Denker. Viele seiner Werke enthalten auch psychologische Thesen.
Nietzsches Denken und Werk wird oft grob in folgende ZeitrÀume eingeteilt:
- die Wagnerianisch-Schopenhauerische Zeit (1872-1876), die vor allem im Zeichen dieser beiden MĂ€nner steht und romantizistische EinflĂŒsse zeigt
- die âpositivistischeâ Zeit (1876-1882), die mit dem Bruch mit Wagner beginnt und stark wissenschaftlich-kritisch geprĂ€gt ist
- das Hauptwerk Also Sprach Zarathustra (1883-1885), in dem die wichtigsten Lehren in symbolisch-dichterischer Sprache formuliert werden
- die spĂ€ten Werke (1886-1888), in denen die bisherigen Lehren weiter ausgefĂŒhrt und zunehmend in polemische SchĂ€rfe gebracht werden
Die folgenden Schlaglichter mögen das Denken Nietzsches illustrieren:
Moral: Eines der wichtigsten Objekte von Nietzsches Kritik spĂ€testens seit Menschliches, Allzumenschliches (1877-1879) war die Moral ĂŒberhaupt und die christliche Moral im besonderen. Nietzsche warf der bisherigen Philosophie und Wissenschaft vor, herrschende Moralvorstellungen unkritisch ĂŒbernommen zu haben; wahrhaftig freies und aufgeklĂ€rtes Denken habe sich dagegen, wie der Titel eines Buchs sagt, Jenseits von Gut und Böse (1886) zu stellen. Er selbst fĂŒhrte diese Kritik exzessiv aus und legte dabei ein besonderes Augenmerk auf die Herkunft und Entstehung moralischer Denkweisen, etwa in Zur Geneaologie der Moral (1887). Wichtige Begriffe seiner Moralkritik sind:
- Herren- und Sklavenmoral: Herrenmoral ist die Haltung der Herrschenden, die zu sich selbst und ihrem Leben Ja sagen können, wĂ€hrend sie die anderen als âschlechtâ (schlicht) abschĂ€tzen, allerdings ohne Hass. Sklavenmoral ist die Haltung der âElenden, Armen, OhnmĂ€chtigen, Niedrigen, Leidenden, Entbehrenden, Kranken, HĂ€sslichenâ (Genealogie I Kapitel 7), die sich fĂŒr âgutâ halten, weil sie das GegenĂŒber â nĂ€mlich genau die Herrschenden, GlĂŒcklichen, Ja-Sagenden â als âböseâ bewerten. Die christliche Moral ist fĂŒr Nietzsche das Paradebeispiel fĂŒr eine Sklavenmoral.
- Ressentiment: Dies ist das Grundempfinden der Sklavenmoral. Aus verborgenem Hass (letztlich auf die RealitĂ€t und das Leben selbst) schaffen sich die âMissratenenâ eine imaginĂ€re Welt (zum Beispiel das christliche Jenseits), in der sie selbst die Herrschenden sind und ihren Hass auf die âVornehmenâ ausleben können.
- Mitleid und Mitfreude: Schopenhauer hatte das Mitleid ins Zentrum seiner Ethik gestellt, weil es das beste Mittel zur (vom Pessimisten Schopenhauer gewĂŒnschten) Verneinung des Lebens sei. Nietzsche ĂŒbernimmt diese These, dreht sie aber nach seinem Bruch mit der Schopenhauerschen Philosophie um: Weil nach Nietzsche das Leben zu bejahen ist, ist das Mitleid als Mittel zur Verneinung gefĂ€hrlich. Es vermehre nĂ€mlich das Leiden in der Welt und stehe dem schöpferischen Willen, der immer auch vernichten muss, entgegen. Mitfreude oder generell Lebensbejahung ("amor fati") sei der höhere und wichtigere Wert.
Gott ist tot: Mit diesem Schlagwort meint Nietzsche, wie er selbst sagt, dass âder christliche Gott unglaubwĂŒrdig geworden istâ. Die Menschen wĂŒrden bald einsehen mĂŒssen, dass niemand mehr da ist, zu dessen Werten man aufschauen könnte und mĂŒsste. Man ist fĂŒr die Werte, die man vertritt, selbst verantwortlich. Dies wird oft als Prophezeiung der Heraufkunft des Nihilismus gesehen: durch die Kritik der bestehenden Moral, wie Nietzsche selbst sie betreibt, wird die Moral als hohl und unglaubwĂŒrdig erwiesen und bricht schlieĂlich zusammen. Das Paradoxe ist, dass die wissenschaftlichen Methoden, mit denen die herrschende Moral zu Fall gebracht wird, ursprĂŒnglich selbst aus dieser Moral entstammen. Nietzsche nennt das in der Vorrede der Morgenröte (1881) die âSelbstaufhebung der Moralâ.
Ewige Wiederkehr: Nietzsches zuerst in Die fröhliche Wissenschaft (1882) auftretender âtiefster Gedankeâ und das âgröĂte Schwergewichtâ ist die Vorstellung, dass alles Geschehende schon unendlich oft geschehen ist und unendlich oft wiederkehren wird. Mit diesem Gedanken grenzt Nietzsche sich von der Vorstellung, dass Geschichte auf einen Endzustand zulĂ€uft, und den groĂen Weltreligionen, insbesondere dem Christentum, Judentum, Islam und der Ideologie des Marxismus, ab. In den veröffentlichten Werken scheint dieser Gedanke recht unklar zu sein; in seinen nachgelassenen Aufzeichnungen versuchte Nietzsche diese von ihm selbst intuitiv gewonnene Vorstellung tatsĂ€chlich physikalisch zu beweisen, was ihm, wie allgemein angenommen wird, nicht gelang. FĂŒr die heutige Rezeption und eventuell auch fĂŒr Nietzsche selbst stehen aber die Folgen dieses Gedankens im Vordergrund: NĂ€mlich die Forderung, das Leben zu lieben und zu bejahen, es so zu leben, dass man jeden Augenblick noch unendlich oft durchleben will. âDoch alle Lust will Ewigkeit â will tiefe, tiefe Ewigkeitâ lautet dementsprechend ein zentraler Satz im Zarathustra.
Ăbermensch: Nietzsche lehnt das VerstĂ€ndnis des Menschen als "Krone der Schöpfung" und damit das humanistische Ideal, das den Menschen ĂŒber das Tierreich erhebt, ab. Auch an einen Fortschritt in der Geschichte der Menschheit â oder in der Welt ĂŒberhaupt â glaubt er nicht. FĂŒr Nietzsche ist folglich das Ziel der Menschheit nicht an ihrem (zeitlichen) Ende zu finden, sondern in ihren immer wieder auftretenden höchsten Individuen, den Ăbermenschen. Die Gattung Mensch sieht Nietzsche als einen Versuch; er fordert âSchaffendeâ, die âhartâ und mitleidlos mit anderen und sich selbst sind, um aus der Menschheit und sich selbst noch ein wertvolles Kunstwerk zu schaffen.
Neben seinen philosophischen Betrachtungen veröffentlichte Nietzsche auch immer wieder Gedichte, in denen seine philosophischen Gedanken bald heiter, bald dunkel und schwermĂŒtig ausgedrĂŒckt werden.
EinflĂŒsse
Nietzsche war, vor allem in den frĂŒhen Schriften, stark von Arthur Schopenhauer und dessen Konzept vom "Willen" beeinflusst. Eine andere wesentliche Inspiration war die Musik Wagners. Die Schriften Richard Wagner in Bayreuth (4. UnzeitgemĂ€Ăe Betrachtung) und vor allem die Geburt der Tragödie (letztere ohne Wagner explizit zu erwĂ€hnen) feiern dessen Musikdrama als Ăberwindung des Nihilismus ebenso wie eines platten Rationalismus. Diese Verehrung schlug spĂ€testens 1879 nach Wagners Hinwendung zum Christentum (in Parsifal) in erbitterte Gegnerschaft um; Wagners Musik wurde zum "Nervengiftâ erklĂ€rt, er selbst als "Schauspieler" verspottet. Einige Nietzsche-Forscher vermuten einen groĂen Einfluss von Max Stirners Werk Der Einzige und sein Eigentum auf Nietzsche. Weitere von Nietzsche rezipierte Quellen sind die französischen Moralisten wie La Rochefoucauld und Montaigne, Macchiavellis Werk âDer FĂŒrstâ sowie die griechischen Philosophen und Schriftsteller, etwa Heraklit und Thukydides. Auch Tolstoi und Dostojewski machten groĂen Eindruck auf ihn. Durch seine Herkunft aus einem Pfarrhaus und sein Studium war Nietzsche zudem mit theologischen Konzepten und philologischen Methoden vertraut. SchlieĂlich lĂ€sst sich sein umfassendes Interesse an Wissenschaften von der Physik bis zur Nationalökonomie belegen.
Wirkung
Erst nach Beginn seiner geistigen Umnachtung begannen sich Nietzsches Zeitgenossen fĂŒr den bis dahin praktisch unbekannten Denker zu interessieren. Als erster "Entdecker" Nietzsches gilt Georg Brandes, der im FrĂŒhjahr 1888 an der UniversitĂ€t Kopenhagen eine Vortragsreihe ĂŒber ihn hielt und noch bis zu Nietzsches Zusammenbruch in brieflichem Kontakt mit ihm blieb. Nietzsche gilt als Vordenker fĂŒr die Expressionisten sowie ein wichtiger Wegbereiter des Existenzialismus, diente dem Post-Strukturalismus als Inspirationsquelle und beeinflusste die Postmoderne.
Der deutsche Nationalsozialismus und der italienische Faschismus bezogen sich selektiv auf BruchstĂŒcke aus Nietzsches Gedankengut. Dies ist in erster Linie auf Nietzsches Schwester zurĂŒckzufĂŒhren, die zusammen mit von ihr beauftragten Mitarbeitern den Nachlass verfĂ€lschte. Auch Peter Gast â der als einziger Nietzsches Handschrift entziffern konnte â lieĂ sich zumindest lĂ€ngere Zeit dafĂŒr missbrauchen, wĂ€hrend Franz Overbeck jede Zusammenarbeit mit dem neugegrĂŒndeten âNietzsche-Archivâ ablehnte. Insbesondere wurde aus teilweise gefĂ€lschten, zerstĂŒckelten und willkĂŒrlich zusammengesetzten nachgelassenen Fragmenten ein angeblich nachgelassenes Hauptwerk Der Wille zur Macht kompiliert, welches spĂ€ter auch in der Propaganda des Nationalsozialismus eine Rolle spielte. Elisabeth Förster-Nietzsche, die mit dem von Nietzsche verachteten Antisemiten Bernhard Förster verheiratet war, versuchte damit, seine Philosophie im deutschnationalen und antisemitischen Sinn umzudeuten. Ihre WillkĂŒr im Umgang mit seinen Nachlassfragmenten wurde schon von Zeitgenossen, insbesondere aber von Karl Schlechta kritisiert, der erstmals einen Teil des Nachlasses nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten edierte. Allerdings lassen sich in Nietzsches Denken neben gefĂ€hrlich mehrdeutigen Schlagwörtern (âĂbermenschâ, âWille zur Machtâ, âHerrenmoralâ, âblonde Bestieâ) durchaus AnknĂŒpfungspunkte zu nationalsozialistischen Ideen finden. Nietzsche war entschieden antidemokratisch, anti-egalitĂ€r und hielt wenig von weiblicher Emanzipation . In der Genealogie der Moral finden sich Gedanken zum Judentum, die durchaus in Einklang mit Vorstellungen des modernen Antisemitismus zu bringen sind. Er glorifizierte StĂ€rke und Krieg. Dass diese von ihm allerdings auch geistig-metaphorisch gemeint waren, wurde im Dritten Reich unterschlagen. Vor allem in Nietzsches spĂ€teren Werken ist auch eine radikale Ablehnung von Nationalismus und Antisemitismus erkennbar; letzteres war einer der GrĂŒnde fĂŒr seinen Bruch mit Wagner. Nietzsche glaubte nicht an Unterschiede zwischen den Völkern, sondern an unterschiedlich wertvolle Individuen innerhalb jedes Volkes.
Nietzsche ĂŒbte einen groĂen Einfluss auf die Literatur aus (u.a. auf Rainer Maria Rilke, Hugo von Hofmannsthal, Heinrich Mann, Thomas Mann, Hermann Hesse; Gabriele D'Annunzio), darĂŒber hinaus auf viele Geistes- und Sozialwissenschaftler, so z. B. in der Philosophie auf Martin Heidegger und Karl Jaspers, in der Soziologie auf Ferdinand Tönnies und Max Weber, in der Tiefenpsychologie (Psychoanalyse) auf Sigmund Freud und C. G. Jung. Heute bezieht sich unter anderem der Bergsteiger Reinhold Messner auf Nietzsche.
Eine kritische Studienausgabe aller Schriften Nietzsches in 15 BĂ€nden (1967ff.) besorgten Giorgio Colli und Mazzino Montinari.
Zitate
--InfoG 17:30, 24. MĂ€r 2005 (CET)
- [M]an muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebÀren zu können. (aus: Also sprach Zarathustra, Zarathustra's Vorrede)
- Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht! (aus: Also sprach Zarathustra, Erster Teil)
- Die demokratischen Einrichtungen sind QuarantĂ€ne-Anstalten gegen die alte Pest tyrannenhafter GelĂŒste: als solche sehr nĂŒtzlich und sehr langweilig. (Der Wanderer und sein Schatten, Nr. 289)
- Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf. (aus: Also sprach Zarathustra, Erster Teil)
- Geschichte handelt fast nur von [...] schlechten Menschen, die spÀter gutgesprochen worden sind. (aus: Morgenröthe, Nr. 20)
- Ohne Musik wĂ€re das Leben ein Irrtum. (aus: GötzendĂ€mmerung, SprĂŒche und Pfeile)
- Etwas Kurz-Gesagtes kann die Frucht und Ernte von vielem Lang-Gedachten sein. (aus: Vermischte Meinungen und SprĂŒche, Nr. 127)
- Man verdirbt einen JĂŒngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden. (Morgenröthe, Nr. 297)
- Jedes Wort ist ein Vorurtheil. (Der Wanderer und sein Schatten, Nr. 55)
- Gott ist todt! Gott bleibt todt! Und wir haben ihn getödtet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? (aus: Die fröhliche Wissenschaft, Nr. 125)
- Ich bringe den Krieg. Nicht zwischen Volk und Volk: ich habe kein Wort, um meine Verachtung fĂŒr die fluchwĂŒrdige Interessen-Politik europĂ€ischer Dynastien auszudrĂŒcken, welche aus der Aufreizung zur Selbstsucht Selbst[ĂŒb]erhebung der Völker gegen einander ein Prinzip und beinahe eine Pflicht macht. (aus dem Nachlass, KSA 13, 25[1])
Nietzsche hat auch ein gut zur Wikipedia]] passendes Zitat:
- Besser schreiben aber heiĂt zugleich auch besser denken; immer Mitteilenswerteres erfinden und es wirklich mitteilen können; ĂŒbersetzbar werden fĂŒr die Sprachen der Nachbarn; zugĂ€nglich sich dem VerstĂ€ndnisse jener AuslĂ€nder machen, welche unsere Sprache lernen; dahin wirken, dass alles Gute Gemeingut werde und den Freien alles frei stehe (aus: Der Wanderer und sein Schatten, Nr. 87)
Werke
-- 01:01, 20. MĂ€r 2005 (CET)
- Aus meinem Leben, 1858
- Ăber Musik, 1858
- Napoleon III als Praesident, 1862
- Fatum und Geschichte, 1862
- Willensfreiheit und Fatum, 1862
- Kann der Neidische je wahrhaft glĂŒcklich sein ?, 1863
- Ăber Stimmungen, 1864
- Mein Leben, 1864
- Homer und die klassische Philologie, 28 mai 1869
- FĂŒnf Vorreden zu fĂŒnf ungeschriebenen BĂŒchern, 1872 :
- Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, 1872 KSA 1
- Ăber Wahrheit und LĂŒge im aussermoralischen Sinn
- Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen
- UnzeitgemÀsse Betrachtungen, 1876 KSA 1
- Menschliches, Allzumenschliches - Ein Buch fĂŒr freie Geister, 1878 KSA 2
- Morgenröte - Gedanken ĂŒber die moralischen Vorurteile, 1881 KSA 3
- Die fröhliche Wissenschaft ("la gaya scienza"), 1882 KSA 3
- Also sprach Zarathustra - Ein Buch fĂŒr Alle und Keinen, 1885 KSA 4
- Jenseits von Gut und Böse - Vorspiel einer Philosophie der Zukunft, 1886 KSA 5
- Zur Genealogie der Moral - Eine Streitschrift, 1887 KSA 5
- Der Fall Wagner - Ein Musikanten-Problem, 1888 KSA 6
- Dionysos-Dithyramben, 1888
- Götzen-DÀmmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889 KSA 6
- Der Antichrist - Fluch auf das Christentum, 1895 KSA 6
- Nietzsche contra Richard Wagner|Wagner]], 1895 KSA 6
- Der Wille zur Macht - Versuch einer Umwertung aller Werte, 1901 (eine sehr selektive Ansammlung von Notizen aus verschiedenen NotizbĂŒchern, die von Nietzsche selbst nicht zur Veröffentlichung vorgesehen waren, spĂ€ter aber von seiner Schwester veröffentlicht wurden) NachlassbĂ€nde der KSA: 7 (1869-1874), 8 (1875-1879), 9 (1880-1882), 10 (1882-1884), 11 (1884-1885), 12 (1885-1887), 13 (1887-1889)
- Ecce Homo - Wie man wird, was man ist, 1908 KSA 6 (ein Versuch einer Autobiografie; der Titel spielt auf Pontius Pilatus ĂuĂerung beim Zusammentreffen mit Jesus von Nazareth an)
Philologie
- De fontibus Laertii Diogenii
- Ăber die alten hexametrischen Nomen
- Ăber die Apophthegmata und ihre Sammler
- Ăber die literarhistorischen Quellen des Suidas
- Ăber die Quellen der Lexikographen
Ausgabe
- Werke. Kritische Gesamtausgabe Sigle: KGW, hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin und New York 1967ff.
- SĂ€mtliche Werke, Kritische Studienausgabe in 15 BĂ€nden Sigle: KSA, hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. MĂŒnchen und New York 1980. ISBN 3-423-59044-0
- Briefe. Kritische Gesamtausgabe Sigle: KGB, hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin und New York 1975ff.
- SĂ€mtliche Briefe. Kritische Studienausgabe Sigle: KSB, hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. MĂŒnchen und New York 1986. ISBN 3-423-59063-7
Literatur
- Carbone, Mirella und Joachim Jung (Hg.). (2000). Friedrich Nietzsche. Langsame Curen. Ansichten zur Kunst der Gesundheit. Freiburg - Basel - Wien. ISBN 3-451-04849-3
- Danto, Arthur C. (1998). Nietzsche als Philosoph. MĂŒnchen: Fink.
- Deleuze, Gilles (1976). Nietzsche und die Philosophie. Hamburg: EuropÀische Verlagsanstalt/eva.
- Frenzel, Ivo (1966). Friedrich Nietzsche mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten . Hamburg.
- Janz, Curt Paul (1981). Friedrich Nietzsche (3 Bde.). MĂŒnchen.
- Kaufmann, Walter (1982). Nietzsche: Philosoph - Psychologe - Antichrist. Darmstadt.
- Nehamas, Alexander (1996). Nietzsche: Leben als Literatur. Göttingen: Steidl.
- Ottmann, Henning (Hg.). (2000). Nietzsche-Handbuch: Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart/Weimar. ISBN 3-476-01330-8
- Safranski, RĂŒdiger (2000). Nietzsche: Biographie seines Denkens. MĂŒnchen. ISBN 3-446-19938-1
- Tanner, Michael (1999). Nietzsche (A. Bollinger, Ăbers.). Freiburg: Herder. (Orig. ersch. 1994) ISBN 3-451-04740-3
- Flake, Otto (1946). Nietzsche: RĂŒckblick auf eine Philosphie. Baden-Baden: Keppler.
Weblinks
- weitere Weblinks
Texte
- Texte beim Projekt Gutenberg-DE mehr Texte=== Linksammlungen, Biographien und Untersuchungen ===
- Nietzsches initiale Kriseine nicht unumstrittene Untersuchung zur Stirner-Rezeption bei Nietzsche
- Nietzsche Online (Uni SaarbrĂŒcken) Weimarer Nietzsche-Bibliografie kommentierte Linksammlung
Sonstiges
- Nietzsche-Haus in Sils-Maria www.friedrichnietzsche.de
id:Friedrich Nietzsche ku:Friedrich Nietzsche sk:Friedrich Nietzsche
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nietzsche, Friedrich Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | - |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 15. Oktober 1844 |
| GEBURTSORT | Röcken |
| STERBEDATUM | 25. August 1900 |
| STERBEORT | Weimar |
--InfoG 16:30, 24. MĂ€r 2005 (CET)
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