Friedrich Pollock
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Friedrich Pollock (* 22. Mai 1894 in Freiburg im Breisgau, †1970 Montagnola, Tessin) war ein deutscher Sozialwissenschaftler und Philosoph. Er war Mitbegründer des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main
Leben
Friedrich Pollock wurde am 22. Mai 1894 als Sohn eines Fabrikanten in Freiburg im Breisgau geboren. Von 1911 bis 1915 erhielt er eine kaufmännische Ausbildung. Während dieser Zeit lernte er Max Horkheimer kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Sein darauf folgendes Studium der Ökonomie, Soziologie und Philosophie schloss er 1923 in Frankfurt am Main mit der Promotion über die Geldtheorie von Marx ab.
Pollock war an der Gründung des Instituts für Sozialforschung beteiligt und wurde 1924 zusammen mit Felix Weill Geschäftsführer der Marx-Engels-Archivgesellschaft mbH zur Förderung der Herausgabe der Marx-Engels-Gesamtausgabe(MEGA).
In den Jahren 1927/28 unternahm er anläßlich der Feier des 10. Jahrestages der Oktoberrevolution eine Reise in die Sowjetunion. Die Beobachtungen und Untersuchungen, die er auf seiner Reise unternahm wurden die Grundlagen seiner Habilitationsschrift: Die planwirtschaftlichen Versuche in der Sowjetunion 1917-1927 von 1928, die als zweiter Band der Schriften des Instituts für Sozialforschung erschien. Im selben Jahr begann er seine Lehrtätigkeit als Privatdonzent an der Universität Frankfurt und übernahm vertretungsweise die Leitung des Institus für Sozialforschung für den erkrankten Carl Grünberg.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ging Pollock gemeinsam mit Horkhemer über London, Genf und Paris nach New York ins Exil. Dort wurde er Seminarleiter und geschäftsführender Direktor des Institute for Social Research.
1950 kehrte er nach Frankfurt zurück um im wiedereingerichteten Institut für Sozialforschung mitzuarbeiten. Im darauf folgenden Jahr berief ihn die Universität zum außerplanmäßigen Professor für Volkswirtschaftslehre und Soziologie. Weitere sieben Jahre später wurde seine Professur 1958 zu einer planmäßigen Stelle umgewidmet. Pollock zog 1959 gemeinsam mit Max Horkheimer in den Tessiner Ort Montagnola, behielt seine Professur in Frankfurt aber noch bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1963. Dort starb er 1970.
Werke (Auswahl)
- Sombarts „Widerlegung“ des Marxismus, Leipzig, 1926
- Die planwirtschaftlichen Versuche in der Sowjetunion 1917 - 1927, Leipzig, 1929
- Gruppenexperiment : ein Studienbericht / bearb. von Friedrich Pollock, Frankfurt a.M., 1955
- Automation : Materialien zur Beurteilung der ökonomischen und sozialen Folgen, Frankfurt a. M., 1956
- Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Planung im Kapitalismus, 1973
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