Friedrich Schiller
www.infos-aus-germanien.info
Einordnung: Autor | Weimarer Klassik (Literatur) | Literatur (18. Jh.) | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Sturm und Drang (Literatur) | Drama | Lyrik | Historiker | Ehrenbürger | Weimarer | Deutscher | Mann | Geboren 1759 | Gestorben 1805
- Was heißt Friedrich Schiller auf:
Englisch - Französisch - Italienisch - Niederländisch und Schwedisch sowie Spanisch
- Sie wissen mehr über das Thema Friedrich Schiller und möchten uns dazu etwas mitteilen?
Benutzen Sie dazu bitte unser Forum und eröffnen Sie einen neuen Thread zum Thema Friedrich Schiller.
Im Jahr 1799 vollendete Schiller den „Wallenstein“, das „Lied von der Glocke“ entsteht und am 11. Oktober wurde seine Tochter Caroline Henriette Luise geboren. Da Schiller in seiner Professorentätigkeit keine Erfüllung mehr sah, schrieb er an Herzog Karl August einen Brief, in dem er um Erlaubnis bat, umziehen zu dürfen. Der Herzog billigte den Umzug und erhöhte Schillers Gehalt auf 400 Taler. Am 3. Dezember zieht er mit seiner Familie nach Weimar um. 1800 beendet Friedrich Schiller die Arbeit an dem Drama „Maria Stuart“ und in den folgenden Jahren machte er einigen Bühnenbearbeitungen und Übersetzungen, so zum Beispiel: Shakespeares „Macbeth“ (1800), Gozzis „Turandot“ (1802), Picards „Der Parasit“ und „Der Neffe als Onkel“ (1803) und Racines „Phädra“ (1805). 1801 vollendet er „Die Jungfrau von Orleans“ und das Gedicht „Der Antritt des neuen Jahrhunderts“ erscheint.
Am 16. November 1802 wurde Schiller das Adelsdiplom überreicht und der Verleger Cotta äußert sich dazu so: „Es ist eine seltene Erscheinung, daß das Diplom durch den geadelt wird, dem es erteilt wird.“ Im selben Jahr verstirbt seine Mutter. 1803 beendete Schiller seine Arbeiten an „Die Braut von Messina“. Am 18. Februar 1804 vollendet er „Wilhelm Tell“ und beginnt mit seinen Arbeiten an „Demetrius“. Vom 1. Mai bis 18. Mai reist Schiller nach Berlin, um sich dort einige Vorführungen seiner Dramen, die von Iffland inszeniert wurden, anzusehen. Schiller nutzte die Reise, um sich in Berlin einen neuen Wirkungsbereich aufzubauen. Um den Dichter weiter an Weimar zu binden, erhöhte Herzog Karl August im Anschluss an Schillers Reise dessen Gehalt auf 800 Taler.
Schiller wurde in dieser Zeit immer öfter krank. Am 25. Juli 1804 wurde seine Tochter Emilie Friederike Henriette geboren. Im Februar 1805 erkrankte Schiller erneut sehr schwer und traf am 1. Mai zum letzten Mal auf dem Weg ins Theater mit Goethe zusammen. Goethe berichtet später: „Anfangs Mai wagt' ich mich aus, ich fand ihn im Begriff ins Schauspiel zu gehen, wovon ich ihn nicht abhalten wollte: ein Mißbehagen hinderte mich, ihn zu begleiten, und so schieden wir vor seiner Haustüre, um uns nie wiederzusehen.“. Am 9. Mai starb Friedrich Schiller in Weimar.
Er wurde zunächst im Kassengewölbe auf dem Jacobsfriedhof beigesetzt. Seine sterblichen Überreste wurden am 16. Dezember 1827 in die Fürstengruft auf dem neuen Weimarer Friedhof überführt, wo später auch Goethe auf eigenen Wunsch an Schillers Seite bestattet wurde.
| Inhaltsverzeichnis |
Literaturgeschichtliche Bedeutung
Schiller ist ein Zeitgenosse des Übergangs vom absolutistischen ins bürgerliche Zeitalter und der Französischen Revolution. Da sich das Bürgertum unter dem – in Deutschland kleinstaatlichen – Absolutismus nicht politisch artikulieren konnte und durfte, wurde die Literatur in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einem zentralen Medium der Entfaltung des bürgerlichen Selbstbewusstseins.Das Pathos und die Empfindsamkeit in Schillers Werken bis um 1785 sind Ausdruck der Steigerung des Menschlichen, ein Prinzip, das dem Politischen im Sinne des Absolutismus als Machtspiel entgegengestellt wurde. Das Bürgerliche Trauerspiel als vorherrschendes Formelement bzw. dessen Gegensatz 'Menschliches - Machtspiel' in den frühen Dramen bis Kabale und Liebe spiegelt dies wider.
Nach der Periode zwischen 1785 und 1795 mit Werken wie Don Carlos und grundlegenden literaturtheoretischen Abhandlungen wie Über die ästhetische Erziehung des Menschen und Über naive und sentimentalische Dichtung entstehen zwischen 1795 und 1805 vor allem Dramen, die der Weimarer Klassik zuzuordnen sind. In ihnen setzte Schiller das Programm der ästhetischen Erziehung des Menschen um – den Ausgleich von Verstand und Gefühl. Er beabsichtigte, mit der Wirkung auf das Publikum durch den Wechsel von Idyllik und Dramatik den ästhetischen Menschen zu formen – als Voraussetzung für den gewaltfreien Übergang zu einem vernünftigen Staat und Gegenprogramm zur Französischen Revolution wie auch zur zeitgenössischen Politik, in der er nur rohe Kräfte am Werk sah.
Schiller ist nicht nur Verfasser unerschöpflich bild- und sprachkräftiger Dramen wie "Die Räuber", "Don Carlos", "Die Jungfrau von Orleans" oder "Wilhelm Tell", sondern auch der politische Dichter in deutscher Sprache, der die Vernunfts-, Humanitäts- und Freiheitsideale am Ende des 18. Jahrhunderts ohne Kompromisse in der Literatur zum Ausdruck brachte. In Schillers eigenen Worten gesagt, ist der "Bau einer wahren politischen Freiheit" das "vollkommenste aller Kunstwerke" (Zweiter Brief über die Ästhetische Erziehung des Menschen).
Werke
- Die Räuber (1781)
- Kabale und Liebe - Ein bürgerliches Trauerspiel (1783)
- Die Verschwörung des Fiesco zu Genua - Ein republikanisches Trauerspiel (1783)
- Ode „An die Freude“ (1785)
- Verbrecher aus Infamie, eine wahre Geschichte (1786)
- Don Carlos (1787)
- Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande... (1788)
- Geschichte des dreißigjährigen Krieges (1790) - frei zugänglich bei [DigBib.Orgowiki>]</nowiki>
- Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795)
- Xenien (mit Goethe zusammen) (1797) - frei zugänglich bei [DigBib.Orgowiki>]</nowiki>
- Musenalmanach (1797)
- Der Handschuh
- Wallenstein (1799)
- Übersetzung von Shakespeares Macbeth (1800)
- Maria Stuart (1800)
- Die Jungfrau von Orleans (1801)
- Wilhelm Tell (1804) - frei zugänglich bei [ DigBib.Orgowiki>]</nowiki>
- zahlreiche lyrische Werke, z. B. Die Bürgschaft, Der Taucher, Das Lied von der Glocke, Die Schlacht, Der Graf von Habsburg, Der Kampf mit dem Drachen
Literatur
- Ludwig Börne: Dramaturgische Blätter. Über den Charakter des Wilhelm Tell in Schillers Drama. 1828, in: Sämtliche Schriften. Band I. Düsseldorf 1964
- Gert Sautermeister: Idyllik und Dramatik im Werk Friedrich Schillers. Kohlhammer, Stuttgart 1971
- Friedrich Schiller. Eine Dokumentation in Bildern. Schiller-Nationalmuseum, Marbach 1979; Lizenzausgabe Insel, Frankfurt am Main
- Arnd Meusburger: Die bürgerlichen Ideale des 18. Jahrhunderts in Schillers Dramen 1780 - 1804. Dissertation, Universität Innsbruck 1985
- Peter-André Alt: Schiller. Leben - Werk - Zeit. 2 Bände. Verlag C.H.Beck, München 2000. ISBN 3-406-45905-6 und ISBN 3-406-46225-1
- Claudia Pilling: Friedrich Schiller. Rowohlt, Reinbek 2002 ISBN 3-499-50600-9 (Biographie)
- Rüdiger Safranski: Friedrich Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus. Hanser, München 2004 ISBN 3-446-20548-9 (Biographie)
Siehe auch
- Zitate von Schiller bei Wikiquote
- Schillers Wohnhaus in Weimar
Weblinks
- weitere Weblinks
--InfoG 17:30, 24. Mär 2005 (CET)
- Schillers Werke im Projekt Gutenberg-DE Biografie Schiller-Nationalmuseum und Deutsches Literaturarchiv Schiller gewidmete Website Schillers Vorfahren Kommentierte Linksammlung [derstandard.at/?url=/?id=1754408 Papierspalten für "Demetrius"] Bericht über die Restaurierung der wenigen erhaltenen Werkhandschriften Schillers
- Ausführliche Würdigung des Lebens SchillersSchiller-Institut e.V.*Schillers Werke im Spielplan deutschsprachiger Bühnen
- Biographie bei dtv und Hanser erschienene WerkeDie Freundschaft von Schiller & Goethe als literatursoziologisches Paradigma Schillerjahr 2005: alle Termine
- Suche nach Friedrich Schiller Infos mit: Yahoo
