Fritz Erler
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Einordnung: Mann | Bundestagsabgeordneter | SPD-Mitglied | Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
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Fritz Erler (* 14. Juli 1913 in Berlin; †22. Februar 1967) war ein deutscher SPD-Politiker.
Von seiner Ausbildung her Verwaltungsangestellter, wurde Erler bereits als junger Mann Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend. Nach Widerstandsarbeit wurde er 1937 aus dem Staatsdienst entlassen und 1938 zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Er konnte jedoch bei einem der berüchtigten "Todesmärsche" vom KZ Dachau aus fliehen und sich die letzten Kriegswochen in Süddeutschland versteckt halten.
1945 beteiligte sich Erler am Wiederaufbau der SPD und wurde Landrat in Biberach, ab 1947 bekleidete er das gleiche Amt in Tuttlingen und wurde Mitglied des Landtages von Württemberg-Hohenzollern. 1949 wurde er in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Dort war er vor allem mit verteidigungspolitischen Problemstellungen betraut und leitete auch den entsprechenden Fraktionsarbeitskreis seit 1953.
1949 bis 1953 war er stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses zur Mitberatung des EVG-Vertrages und der damit zusammenhängenden Abmachungen. 1950 bis 1952 war er stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Überprüfung der im Raum Bonn vergebenen Aufträge. 1953 bis 1957 war Erler stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundestages. Zwischenzeitlich gehörte er auch der Parlamentarischen Versammlung der WEU an und war dort 1956 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses.
1961 war er als SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch, zog aber zugunsten von Willy Brandt zurück.
Nach dem Tod Erich Ollenhauers am 14. Dezember 1963 wurde er am 3. März 1964 zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt, nachdem er bereits seit 1957 stellvertretender Fraktionsvorsitzender war.
1965 erkrankte Erler an Krebs, sodass er ab 1966 seine Geschäfte nicht mehr wahrnehmen konnte. Geschäftsführender Fraktionsvorsitzender wurde Helmut Schmidt, der das Amt nach Erlers Tod 1967 auch offiziell übernahm. Zwei Tage nach seinem Tode ehrte ihn das Parlament mit einer Trauerfeier im Plenarsaal.
Erlers Sohn Gernot ist ebenfalls Bundestagsabgeordneter für die Sozialdemokraten.
Literatur
- Fritz Erler; Demokratie und bewaffnete Macht, in: Gewerkschaftliche Monatshefte, 1954, Heft 6, Seiten 355 - 361.
- Fritz Erler; Gedanken zur Politik und inneren Ordnung der Sozialdemokratie, in: Die Neue Gesellschaft, 1958, Heft 1, Seiten 7 ff.
- Fritz Erler; Demokratie, Autorität und Führung, in: Die Neue Gesellschaft, 1963, Heft 2, Seiten 85 - 89.
- Fritz Erler; Demokratie in Deutschland, Stuttgart, 1965.
- Fritz Erler; Parteien, Parlament und Regierung in der pluralistischen Gesellschaft, in: Klaus Dieter Arndt (Hrsg.), Mündige Gesellschaft. Die SPD zur Zukunft der Nation, Hannover, 1967, Seiten 77 - 86.
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