Fruchtfolge
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Einordnung: Landwirtschaft | Feldwirtschaft
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Unter Fruchtfolge oder Felderwirtschaft versteht man die Reihenfolge der auf einer landwirtschaftlichen Fläche im Ablauf der Vegetationsperiode und der Jahre angebauten Nutzpflanzenarten. Es wird zwischen der Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft unterschieden.
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Entstehung
In der antiken und frühmittelalterlichen Landwirtschaft war die Zweifelderwirtschaft üblich, bei der die Ackerfläche in zwei Felder eingeteilt wurde, von denen eines mit Getreide bestellt wurde, während das andere brachlag. Dadurch lag im Vergleich zur Dreifelderwirtschaft stets die Hälfte statt einem Drittel der Nutzfläche brach. Alternativ konnte man das eine Feld mit Sommer- und das andere mit Wintergetreide bestellen, doch wurde der Boden dadurch stark in Anspruch genommen.
Die Notwendigkeit eines effektiveren Ackerbaus führte im 8. Jahrhundert zur Entwicklung der Dreifelderwirtschaft, die wahrscheinlich erstmals im nordfranzösischen Raum angewendet wurde. In Verbindung mit der Entwicklung des schweren Eisenpfluges wurden die Ernteerträge durch die Dreifelderwirtschaft deutlich erhöht. Zudem ermöglichte die Dreifelderwirtschaft den verstärkten Anbau von Sommergetreide wie Hafer, durch den wiederum die Pferdehaltung ermöglicht wurde. Pferde lösten im Hochmittelalter die Ochsen als Zugtiere ab, weil sie schwerere Pflüge ziehen können und somit die landwirtschaftliche Effektivität erhöhen. Durch diese mittelalterlichen Neuerungen wurde in Europa die Grundlage für ein starkes Bevölkerungswachstum geschaffen, das erst durch die Pestwelle in der Mitte des 14. Jahrhunderts beendet wurde.
Im 16. Jahrhundert ging man dazu über, in die Brache Hackfrüchte einzusäen. Seit dem 18. Jahrhundert sät man die Brache mit Futterpflanzen zur Versorgung der Nutztiere (Vierfelderwirtschaft).
Gegenwart
Je nach der Qualität der Böden und der regionalen Witterungseinflüsse werden heute in Nordeuropa Monokulturen (z. B. ausschließlich Weizen) oder zwei- bzw. dreijährige Fruchtfolgen verwendet, wobei auch Mischformen wie beispielsweise Raps-Weizen-Weizen vorkommen. Mit Hilfe von Kunstdüngern werden die benötigten Nährstoffe für jede Pflanzenart gezielt einbracht, so dass die konventionelle Landwirtschaft nicht auf die bodenschonende Anbauweise der Felderwirtschaft angewiesen ist.
Durch die Agrarreform 2005 wird den landwirtschaftlichen Betrieben eine dreijährige Fruchtfolge und ein Stilllegungsanteil (Brache) vorgeschrieben.
Vorteile
Der Anbau unterschiedlicher Pflanzen führt zu einem differenzierten Auf- und Abbau der im Boden enthaltenen Näh- und Mineralstoffen, wodurch sie langfristig erhalten bleiben. Daraus resultiert eine Ertragssteigerung (z. B. beim Wechsel von der Zwei- auf die Dreifelderwirtschaft betrug diese rund 20%).
In der 4-Felder-Wirtschaft wurden beispielsweise auf dem Feld im ersten Jahr Wurzelfrüchten (Kartoffeln) angebaut, da diese dem Boden die meisten Nährstoffe entnehmen. Im 2. Jahr wurde Getreide angebaut und im dritten Jahr, wenn möglich Hülsenfrüchte, da diese in den Boden wieder Stickstoff einbringen. Im vierten Jahr wurde der Acker brach liegen gelassen (oder als Weide genutzt), damit er sich wieder mit den benötigten Nährstoffen anreichern konnte.
Bei den kleinflächigen Strukturen des Mittelalters reduzierte sich der Schädlingsbefall, da die Schädlinge meist auf eine Pflanze spezialisiert sind.
Fruchtwechselwirtschaft
Die Fruchtwechselwirtschaft ist eine Form der Landwirtschaft bei der auf einem Stück Land in regelmäßigen Abständen verschiedene Pflanzen angebaut werden. Dies dient dazu, dass dem Boden nicht einzelne Nährstoffe, Spurenelemente oder Salze übermäßig entzogen werden, so dass die Erträge konstant bleiben. In gemäßigten Klimazonen wird etwa jedes Jahr abwechselnd Futtergräser und Getreide angebaut. In tropischen Gegenden kann sich der Fruchtwechseln innerhalb eines Jahres abspielen: Beispielsweise im Winter Weizen, im Sommer Tabak.
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