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Fußball-Weltmeisterschaft 2006

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Die 18. FIFA Fußball-Weltmeisterschaft™ wird vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2006 in Deutschland ausgetragen. Zusammen mit dem Gastgeber treten 32 Mannschaften zunächst in Gruppen und danach in Ausscheidungsspielen gegeneinander an. Der neue Weltmeister wird in 64 Spielen ermittelt.

Bei der Bewerbung setzte sich Deutschland gegen Brasilien, Marokko, England und zuletzt im Finale mit 12 zu 11 Stimmen gegen Südafrika durch. Das Motto der Bewerbung und der Endrunde lautete "Die Welt zu Gast bei Freunden" und drückte die Verbundenheit der Deutschen mit dem Sport und ihre Gastfreundschaft aus.

Am 1. Februar 2005 startet der Ticketverkauf für die WM. Das offizielle Maskottchen für die WM, ein Löwe, wurde am 13. November 2004 vorgestellt und heißt Goleo VI. Weitere WM-2006-Symbole, die das Organisationskomitee um Franz Beckenbauer vorstellte, sind das offizielle Logo, bestehend aus bunten Gesichtern (die gelegentlich spöttisch mit dem Äußeren von Ecstasy-Pillen verglichen werden), und das offizielle WM-Plakat (tiefblau, mit winzigen Sternchen, die sich zu einem Fußball verbinden).

Der Spielplan steht schon fest, obwohl noch nicht entschieden ist, wer außer dem Gastgeber Deutschland am Turnier teilnimmt. Die Auslosung der acht Vorrundengruppen findet am 10. Dezember 2005 in Leipzig statt.

Als Generalprobe für die Weltmeisterschaft gilt der Konföderationen-Pokal 2005, also ein Jahr vor der WM-Endrunde.

Inhaltsverzeichnis

Qualifikation zur Endrunde

Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Jahre 2006 läuft seit dem 6. September 2003. 197 von 204 Verbänden waren in die WM-Qualifikation gestartet, nur 31 Teams werden am 12. Oktober 2005 übrig bleiben. Deutschland ist als Gastgeber gesetzt und komplettiert das Feld der Endrundenteilnehmer.

In sechs Zonen werden die 31 Teilnehmer (zuzüglich des direkt qualifizierten Gastgebers) folgendermaßen ermittelt:

Europa hat bei der Weltmeisterschaft dreizehn Startplätze, hinzu kommt der Gastgeber Deutschland. Die Sieger der acht Qualifikationsgruppen und die beiden besten Gruppenzweiten fahren zur WM nach Deutschland. Die sechs übrig gebliebenen Gruppenzweiten tragen am 12./16. November 2005 in Play-off-Spielen (Hin- und Rückspiel) die Entscheidung um die drei restlichen europäischen Vertreter aus.

Südamerika hat vier direkte Startplätze. Zehn Mannschaften spielen jeweils gegeneinander mit Hin- und Rückrunde, die besten vier sind direkt für die WM qualifiziert. Der Fünfte bekommt die Chance, in zwei Ausscheidungsspielen gegen den Sieger aus Ozeanien ebenfalls noch den Sprung in die Endrunde zu schaffen.

Der Fußballverband Nord- und Mittelamerikas und der Karibik, der CONCACAF, hat drei direkte Startplätze. Die Qualifikation ist dort in drei Phasen unterteilt. Aus der ersten Runde hatten sich zwölf Teilnehmer für die zweite Runde qualifiziert. Danach wurde in drei Vierer-Gruppen weitergespielt. Der jeweils Letzte schied aus, die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe rückten in die dritte Runde auf. Diese sechs Teams (USA, Panama, Costa Rica, Guatemala, Mexiko, Trinidad und Tobago) spielen vom 9. Februar bis 12. Oktober 2005 in einer Gruppe jeweils gegeneinander mit Hin- und Rückspiel. Die drei Besten dürfen sich auf die WM-Endrunde freuen. Der Vierte kann sich noch in einem Play-off-Duell (Hin- und Rückspiel) gegen den Fünften aus Asien qualifizieren.

In Afrika, das fünf Startplätze bei der WM hat, waren 25 Mannschaften für die Qualifikation gesetzt, dazu kamen fünf in einer Relegation hinzu. Diese 30 Teams sind nun in fünf Sechsergruppen aufgeteilt, deren Gruppensieger sich für die WM qualifizieren.

Asien spielt mit insgesamt 32 Teams, die in acht Gruppen aufgeteilt sind. Die acht Gruppensieger stehen in der dritten Runde (9. Februar bis 17. August 2005). Hier geht es mit zwei Vierer-Gruppen weiter. Der Erste und der Zweite dieser beiden Gruppen fährt nach Deutschland. Die beiden Gruppendritten machen in einem Hin- und Rückspiel aus, wer gegen den Vierten der Nord- und Mittelamerika-Qualifikation einen weiteren WM-Teilnehmer ausspielen darf.

Ozeanien hat keinen direkten Startplatz und es könnte sein, dass keine Mannschaft von den Ländern rund um den "fünften Kontinent" an der WM teilnimmt. Sechs Mannschaften blieben nach der ersten Runde übrig. Diese spielten eine einfache Jeder-gegen-Jeden-Runde. Der Erst- und Zweitplazierte (Australien und die Solomon-Inseln) treffen am 3. September und 7. September 2005 im Play-off (Hin- und Rückspiel) gegeneinander an. Der Sieger trifft auf den Fünften aus Südamerika (ebenfalls in Hin- und Rückspiel) - nur der Sieger aus diesem Spiel darf zur WM-Endrunde.

Austragungsorte

Vergabeverfahren

Insgesamt zwölf Städte sind Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft, die in 518 Tagen beginnt. Bei dem Vergabeverfahren sollten die modernsten und sichersten Stadien Deutschlands ausgewählt werden, die zudem recht flächendeckend über Deutschland verteilt sein sollten. Zum Teil befanden sich die Stadien bei der Vergabe am 16. April 2002 (genau 1515 Tage vor dem Beginn der Endrunde) noch in der Planungs- beziehungsweise in der Bauphase. Schon vor der Vergabe war klar, dass Berlin (als Hauptstadt), München (Heimat des Organisationskomitee-Präsidenten Franz Beckenbauer und Stadt mit, zum Zeitpunkt der Vergabe, zwei Bundesligavereinen), Stuttgart (als Sitz des Sponsors DaimlerChrysler und Heimat des DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder), Leipzig (als Geburtsstadt des Deutschen Fußballbundes und als einziger Ostvertreter), Dortmund (mit dem größten Stadion nach denen in Berlin und in München), Gelsenkirchen (wegen des hoch gelobten Arena-Neubau) und Hamburg (als Metropole des Nordens) auf jeden Fall WM-Spiele austragen werden. Die Verlierer nach der Vergabe der WM-Spiele waren Düsseldorf, Bremen und Mönchengladbach, die leer ausgingen. Der aussichtslose Bewerber Leverkusen war schon kurz vor der Vergabe zurückgetreten, in der Hoffnung, das Pressezentrum zu beherbergen und als Trainingsort der deutschen Nationalmannschaft zu fungieren. Die zwölf Austragungsorte wurden erweitert und modernisiert oder neu gebaut, so dass die im Jahr 2004 modernsten Spielstätten der Welt bei der Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen.

Die zwölf WM-Städte

Insgesamt beträgt die Zuschauerkapazität der zwölf WM-Stadien ca. 602.800 Sitzplätze. Das entspricht einem Schnitt von 50.234 Zuschauern pro Stadion.

Standort des Internationalen Medienzentrums der WM 2006 ist München. Die Schiedsrichter logieren in Gravenbruch bei Frankfurt am Main. Der Fußball-Weltverband FIFA und der Deutsche Fußball-Verband (DFB) werden ihr Hauptquartier während der WM in Berlin aufschlagen.

Nur 15 Autominuten vom DFB-Quartier entfernt liegt das Hotel und das neue 4 500 Zuschauer fassende Amateurstadion vom Fußball-Bundesliga-Verein Hertha BSC, in dem die deutsche Nationalmannschaft während der WM ihr Trainingslager aufschlagen wird. Im Stadion der Regionalligamannschaft von Hertha BSC wird die Mannschaft um Bundestrainer Jürgen Klinsmann trainieren. Das weitläufige Areal bietet auch die Möglichkeit, in einem Zelt ein Pressezentrum einzurichten. Andererseits lässt sich die Zufahrt auf das Gelände absperren.

Die deutsche Nationalmannschaft eröffnet am 9. Juni 2006 im neuen Münchner Stadion das WM-Turnier. Die Gruppenspiele in den zwölf FIFA-WM-Spielorten werden zwischen 9. und 23. Juni durchgeführt, die zweite Turnierphase beginnt mit den Achtelfinalspielen am 24. Juni, das Endspiel findet am 9. Juli 2006 im Berliner Olympiastadion statt. An jedem Spielort werden mindestens fünf Spiele ausgetragen, davon jeweils vier Spiele der Gruppenphase. Die Achtelfinalspiele finden in Dortmund, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart statt.

Spielorte im Viertelfinale sind Berlin, Frankfurt, Gelsenkirchen und Hamburg. Im Halbfinale sind Dortmund und München Gastgeber, das Spiel um Platz drei wird in Stuttgart gespielt.

Organisation

Organisationskomitee

siehe Hauptartikel Organisationskomitee

Das Organisationskomitee (auch OK) für die Weltmeisterschaft in Deutschland setzt sich zusammen aus dem Organisationspräsidenten Franz Beckenbauer, der Repräsentant der WM 2006 ist und große Projekte organisiert. Franz Beckenbauer, seit 1994 Präsident des FC Bayern München, war auch Vorsitzender der deutschen WM-Bewerbung.

Erster Vize-Präsident und stellvertretender Präsident des WM-Komitees ist Horst Schmidt, der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Verantwortungsbereich des geschäftsführenden Vizepräsidenten des OK ist vielfältig und beinhaltet spiel- und wettbewerbstechnische Angelegenheiten, Stadien, Kartenverkauf, Transport und Verkehr, Sicherheit, Rechtliche Angelegenheiten, Personal, Finanzen, Planung und Kontrolle, medizinische Betreuung, Verwaltung und Sekretariat.

Wolfgang Niersbach ist der geschäftsführende Vizepräsident und Pressechef des Komitees der Weltmeisterschaft. Niersbach ist für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Akkreditierung, Informationstechnologie, Medien- und Telekommunikation, Veranstaltungen und die Mannschaftsquartiere verantwortlich.

Vize-Präsident des OK ist Dr. Theo Zwanziger. Sein Verantwortungsbereich umfasst die allgemeine Organisation, Recht, ebenso Finanzen und zudem Personalentscheidungen im Vorfeld der WM.

Das Organisationskomitee wird durch den Aufsichtsrat und das Kuratorium kontrolliert. Im Aufsichtsrat sitzen namhafte Persönlichkeiten wie Bundesinnenminister Otto Schily, der Präsident des Deutschen-Fußball-Verbandes Gerhard Mayer-Vorfelder, Dr. Thomas Bach vom Internationalen Olympischen Komitee, Werner Hackmann der Präsident der Deutschen Fußball-Liga und der ehemalige Fußballer Günter Netzer als Sportrechtevermarkter.

Das WM-Komitee wird außerdem vom Sportausschuss des Deutschen Bundestages unterstützt und beraten. Zu dieser Thematik haben der Sportausschuss sich mehrfach mit dem OK ausgetauscht, zum Beispiel im Juni 2003 über Chancen und Perspektiven der touristischen Vermarktung der Fußball-Großveranstaltung. Mitglieder in der Wahlperiode bis 2006 sind fünfzehn Abgeordnete der SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP. Vorsitzender des Sportausschusses ist Peter Rauen von der CDU, der sich auch im Kuratorium des OK befindet.

Internationale Botschafter

Repräsentant und Botschafter der Weltmeisterschaft ist zum einen der Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft Jürgen Klinsmann. Den Welt- und Europameister (von 1990 bzw. 1996) qualifizieren dafür seine internationale Karriere und seine Fremdsprachenkenntnisse. Er spielte in Italien, Frankreich, England und lebt in der USA. Aus dem Verantwortungsbereich der Nationalmannschaft kommt auch Oliver Bierhoff. Er hat die Funktion des Nationalmannschaftmanagers inne und war 1996 Europameister. Bierhoff schoss Deutschland per Golden Goal zum Titel und er war in den neunziger Jahren einer der besten Stürmer in der italienischen Serie A. Ein weiterer Repräsentant der WM ist der Fußball-Funktionär Karl-Heinz Rummenigge. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender war 1980 Europameister und ist Vizepräsident der Vereinigung der europäischen Großvereine G14 sowie innerhalb der UEFA Präsident des europäischen Klub-Forums. Rudi Völler war ehemaliger Teamchef der deutschen Nationalmannschaft und der Vorgänger von Jürgen Klinsmann. Auch der ehemalige Nationalstürmer wird Deutschland in der Welt repräsentieren.

Organisationschef Franz Beckenbauer benannte dreizehn weitere WM-Botschafter, ausnahmslos ehemalige Fußball-Profis, die ihre Heimatstädte und gleichzeitig die WM-Austragungsorte auf dem Weg zur WM offiziell begleiten sollen:

Finanzen

Wirtschaftliche Auswirkungen auf Deutschland

Deutschland befindet sich seit etwa Anfang der neunziger Jahre in einer wirtschaftlichen „Krisensituation“. Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung um die Jahrtausendwende wurden durch das Platzen der New-Economy-Blase und die weltwirtschaftlich schlechte Situation seit dem 11. September 2001 zunichte gemacht. Die Wirtschaft schrumpft nach einer langen Wachstumsphase, die Arbeitslosigkeit und die Inflationsrate steigen und rufen ein hohes Staatsdefizit hervor. Das Land erhofft sich durch die Ausrichtung des nach Fernsehzuschauern zweitgrößten Sportereignisses der Welt wichtige gesamtwirtschaftliche Impulse. Diese will die deutsche Regierung zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und einer Image-Kampagne mit dem Titel 1. FC Deutschland 06 anfachen. Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages und damit auch die deutsche Opposition (CDU/CSU und FDP) unterstützen die Aktion, die vom Frühjahr 2005 bis Frühjahr 2006 laufen wird. Mit der Imagekampagne will die Bundesregierung die Chance nutzen, Deutschland positiv in der Welt darzustellen. Fußball-WM solle dazu dienen, um international einen nachhaltigen Nutzen für den Wirtschafts-, Innovations- und Wissenschaftsstandort sowie für das Reiseland Deutschland zu erzielen. Bislang wurde die Kampagne, in die im Jahre 2005 rund zehn Millionen Euro vom Bund sowie zehn Millionen Euro vom BDI fließen soll, von den Kritikern als „rot-grüne Wahlkampfpartie“ bezeichnet. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement prognostiziert für Deutschland einen langfristigen, volkswirtschaftlichen Gewinn von über acht Milliarden Euro beim Bruttoinlandsprodukt. Dieser Erlös käme vor allem durch die ungefähr fünf Millionen zusätzlichen Übernachtungen zustande, die eingeplant werden. Das deutsche Organisationskomitee zur Fußballweltmeisterschaft rechnet mit circa 3,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern, davon etwa eine Millionen aus dem Ausland kommen. Allerdings lassen sich die langfristigen Folgen eines solchen Großereignisses auf die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund unsicherer Prognosen und vielfältiger Multiplikatorwirkungen nur sehr schwer einschätzen. Neben positiven Effekten wie dem Imagegewinn oder zusätzlichen Steuereinnahmen könnte die WM aber auch negative Auswirkungen wie Verkehrs- und Sicherheitsprobleme sowie Umweltschäden durch den steigenden Tourismus und damit hohe Folgekosten hervorrufen.

Alle zwölf Austragungsorte können neue Stadien vorweisen, die für zwischen 48 und 280 Millionen Euro um- oder neu gebaut wurde. In Bau und Erweiterung der Stadien investierte der Staat und die Betreiber in rund 1,38 Milliarden Euro. Zum Vergleich wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland für neun WM-Stadien 242 Millionen Deutsche Mark (also etwa 121 Millionen Euro) ausgegeben. Hinzu kommen Bauaufträge für den Ausbau der öffentlichen und privaten Infrastruktur (beispielsweise Straßen, Hotels). Das Wirtschaftsministerium hat angekündigt vier Milliarden Euro in den Straßenbau und 500 Millionen in den Ticketverkauf zu investieren. Die Bewerbungsunterlagen und die Repräsentation vor der WM kosten alleine 400 Millionen Euro. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zusätzliche Mittel in Höhe von 24 Millionen Euro gewähren. Die konjunkturellen Auswirkungen aus der Baubranche heraus sind allerdings nur gering, da dieser Sektor zu den unproduktivsten Wirtschaftszweigen gehört.

Der positive Impuls der Fußball-Weltmeisterschaft vermag die ökonomischen Schwierigkeiten Deutschland jedoch höchstens zu vertagen. Die deutsche Wirtschaftskrise beruht in erster Linie auf strukturellen Problemen - beispielsweise in der Bildung sowie in einer aufgeblähten und ineffizienten staatlichen Verwaltung - steigendem Wettbewerbsdruck durch die Globalisierung und der alternden Bevölkerung. Eine grundlegende positive Wirkung auf die deutsche Konjunktur kann nur durch tief greifende Reformen vor allem im öffentlichen Bereich, die Erhöhung der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden.

Die eindeutigeren Gewinner in wirtschaftlicher Hinsicht könnten die FIFA mit ihren Mitgliedsverbänden und die als Teamausrüster auftretenden Sportartikelhersteller sein. Die FIFA kann mit hohen Bruttorekordeinnahmen aus Eintrittsgeldern, Sponsoring, Fernseh- und Marketingrechten rechnen. Nicht umsonst gilt der Sport unter Wirtschaftsexperten mittlerweile als der am stärksten wachsende Wirtschaftsfaktor der Welt.

Sponsoren

Alleine die internationalen Hauptsponsoren des Weltverbandes FIFA zahlen 360 Millionen Euro (im Schnitt etwa 26 Millionen Euro). Hinzu kommen noch die nationalen Sponsoren, die über 60 Millionen Euro zur WM beitragen. In Berlin präsentierte am 7. Dezember 2005 das OK der WM den letzten Förderer der WM 2006 die Deutsche Bahn AG. Weitere nationale Sponsoren sind die Postbank, die Baumarktkette Obi, die Versicherung Hamburg-Mannheimer, der Energiekonzern EnBW und der Sportwettenanbieter Oddset. Im Gegensatz zu den 15 internationalen Sponsor-Partnern des Weltfußballverbandes FIFA dürfen die nationalen Förderer nur in Deutschland mit ihrem Engagement werben. Die Deutschen Bahn und ihr Vorsitzender Hartmut Mehdorn unterstützen die Weltmeisterschaft zum Beispiel mit Sonderzüge und kostenlose Fahrkarten für 6000 Medienvertreter. Zudem sollen die betroffenen Bahnhöfe in den zwölf Austragungsorten verschönert und mit mehrsprachigen Wegweisern ausgerüstet werden. Finanzielle Details zu den einzelnen Verträgen der Sponsoren wurden nicht veröffentlicht. Die Firmen die sich bei der WM engagieren, hoffen auf einen Imageschub und eine Umsatzsteigerung. Dass sich dieses Engagement lohnen kann, zeigt beispielsweise die Fußball-Europameisterschaft 2004 und der Sponsor Carlsberg. Der Brauriese verkaufte während des Turniers ganze dreizehn Prozent mehr Bier. Für die WM hat der amerikanische, zweitgrößte Bierbrauer der Welt Anheuser-Busch die Exklusiv-Rechte für den WM-Bierausschank im Stadion für 40 Millionen Euro von der FIFA gesichert.

Von der Weltmeisterschaft profitieren zudem die Teamausrüster durch die Vermarktung von Spielertrikots in hohem Maße. Außer an den Veranstalter werden Teile der Erträge an die Teilnehmer- und Mitgliedsverbände ausgeschüttet. Allein an die Verbände der Teilnehmer fließen als Antritts- und Spielprämien rund 262,9 Millionen Euro.

Antrittsgelder und Prämien für die Verbände

Jeder der 32 Teilnehmer an der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland erhält 10,37 Millionen Schweizer Franken (8,21 Millionen Euro) Antrittsgeld vom Fußball-Weltverband FIFA. So ist die Qualifikation für die Endrunde nicht nur mit viel Prestige für jede Nation verbunden, sondern sie lohnt sich auch finanziell. Der gesamte Bonus-Pool wird im Vergleich zu der vorigen Fußball-Weltmeisterschaft 2002 demnach um 38 Prozent angehoben: 332 Millionen Schweizer Franken (262,9 Millionen Euro) im Vergleich zu 190 Millionen Euro während der WM in Japan und Südkorea. Neben dem Sponsoring und den Fernseh- und Marketingrechten werden diese Gelder aus den Eintrittskarten genommen:

Eintrittskarten

Der Beginn des Kartenverkaufs ist für den 1. Februar 2005 geplant. Es wird Karten in vier Kategorien geben, wobei die Preise für die Kategorie vier bei 47 Spielen der Vorrunde 35 Euro bis zu 600 Euro für das Final (1 Kategorie) jeweils inklusive Steuern, Abgaben und Nutzung der öffentlichen Nahverkehrsmittel, betragen werden. Der exakte Verkaufsmodus ist noch nicht festgelegt. Erst nach der Endrundenauslosung im Dezember 2005 wird feststehen, welche Mannschaft zu welchem Zeitpunkt in welchem Stadion spielen wird. Dies gilt auch für die Deutsche Nationalmannschaft. Auch die endgültigen Anstoßzeiten werden im Dezember 2005 festgelegt. In jedem Stadion werden jedoch in den Gruppenspielen mindestens zwei Spiele mit Top-gesetzten Teams stattfinden.

Sicherheit und Organisation

Das Großereignis hat große Bedeutung für die Sicherheit in Deutschland. Neben dem polizeilichen Verkehrsmanagment, dem Schutz von Delegationen, Veranstaltungsteilnehmerinnen und Veranstaltungsteilnehmern muss sich die Polizei unter anderem auch um die Verhinderung von Straftaten kümmern. Vor allem gegen Hooligans muss die Polizei vorgehen. Zur Vorbereitung und Abstimmung der von den für die Sicherheit der Veranstaltung verantwortlichen Behörden und Organisationen wahrzunehmenden Aufgaben, wurde durch die Innenministerkonferenz (IMK) für die Fußball-Weltmeisterschaft ein eigener Bund-Länder-Ausschuss (BLA) unter Federführung des Bundesinnenministerium (BMI) und Beteiligung des DFB sowie der im Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit vertretenen Stellen eingerichtet. Über 100 Polizei- und Rechtsexperten aus 23 Ländern haben sich zu bisher vier Sicherheitskonferenzen zur WM 2006 getroffen und über Sicherheitsfragen und über die internationale polizeiliche Zusammenarbeit vor und während des Turniers beraten. Bundesinnenminister Otto Schily und auch Vertreter der FIFA, der UEFA, des Organisationskomitee WM 2006, des Europarates sowie internationaler Polizei- und Justizbehörden nahmen an der Konferenz teil. Das wichtigste Ziel dieses Zusammenkommens war es, rechtliche und praktische Möglichkeiten zur Verhinderung der Reise (Ein-, Aus- und Durchreise) von Straftätern zu erörtern. Zudem wurde die internationale Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden vorbereitet. Im Frühjahr 2005 wird ein Nationales Sicherheitskonzept verabschiedet.

Die Ziele der Polizei und des Innenministeriums für die Fußballweltmeisterschaft 2006 wurden klar definiert.

Die Tagung war bereits die vierte internationale Sicherheitskonferenz in Vorbereitung der WM 2006, die das Bundesinnenministerium seit der Vergabe der Weltmeisterschaft organisiert hat. Im Oktober 2002 fand ein internationales Symposium mit den Gastgeberländern früherer und zukünftiger Sportgroßveranstaltungen statt. Im Juni 2003 wurde eine weitere internationale Fachtagung durchgeführt, um den Aufbau professioneller Strukturen in den mittel-, ost- und südosteuropäischen Staaten zu fördern und langfristig - mit Blick auf die Vorbereitung und Durchführung der WM 2006 - zu effizienteren Kooperationsformen zu gelangen. Als dritte internationale Veranstaltung fand im November 2003 die erste Konferenz der Anrainer- und Transitstaaten mit 95 internationalen und nationalen Polizei- und Rechtsexperten aus 20 Staaten statt.

Berichterstattung

Insgesamt werden mindestens 14.000 Medienvertreter von der WM-Endrunde berichten, es wird jedoch mit bis zu 20.000 gerechnet.

Fernsehen

Für die Weltmeisterschaft hat der Lizenzgeber für die Fernsehrechte, Infront AG, inzwischen Fernsehanstalten aus 156 Ländern unter Vertrag genommen. In zwei Jahren sollen es 205 Länder sein. Voraussichtlich werden mehr als 30 Milliarden (kumuliert) Menschen weltweit die 64 Spiele an den Fernsehgeräten verfolgen. Das heißt jeder Mensch der Erde sieht statistisch gesehen vier Spiele der Weltmeisterschaft im Fernsehen.

Im Land des Gastgebers Deutschland werden mindestens 48 der 64 Spiele im frei empfangbaren Fernsehen bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD, ZDF und erstmals auch acht Begegnungen im Privatfernsehen bei RTL live übertragen. Die Begegnungen der deutschen Mannschaft werden alle auch im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt.

Fußballfans, die das komplette WM-Programm sehen wollen, werden 2006 nicht um den Pay-TV-Sender Premiere herumkommen. Der Sender wird sämtliche 64 Partien übertragen, aber nur acht exklusiv. Die Höhe der Sportrechtekosten für die WM 2006, die von der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront gekauft wurden, wurde nicht bekannt.

Die Aufteilung der Live-Spiele auf die einzelnen Sender kann erst nach der Auslosung der acht Vorrundengruppen am 10. Dezember 2005 in Leipzig erfolgen. Sollte die deutsche Mannschaft in der Vorrunde oder im Achtelfinale an einem Sonntag spielen, würden ARD bzw. ZDF ein 49. Spiel erhalten. Ansonsten hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen an Sonntagen bis zum Viertelfinale spielfrei. Erstmals werden alle 64 WM-Spiele bei Premiere auch im neuen, hochauflösenden Fernsehformat HDTV (High Definition Television) übertragen. Parallel stattfindende Begegnungen werden auch in Konferenzschaltungen angeboten. Als besonderen Service hat Premiere einen eigenen WM-Kanal im Angebot, der rund um die Uhr Analysen, Highlights und Wiederholungen präsentiert.

Übertragung auf Großleinwänden

Die geplante Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf Großleinwänden in vielen deutschen Städten ist nicht gesichert. Laut Medienberichten erschwerten Auflagen des Weltverbandes FIFA die Finanzierung solcher Veranstaltungen. Der Weltfußballverband sei bereit, in jenen zwölf Metropolen, in denen die Stadien stehen, je eine Großleinwand mit Bühne und Technik zu finanzieren und die Fernsehbilder kostenlos zur Verfügung zu stellen, berichtet das Blatt vorab. Die FIFA wolle mit Hilfe seiner Sponsoren bis zu 700 000 Euro pro WM-Ausrichtungsort aufbringen. Alle anderen Kosten müssten die zwölf WM-Orte aber selbst übernehmen. In Berlin rechne man beispielsweise mit bis zu 2,5 Millionen Euro am vorgesehenen Standort am Brandenburger Tor. Einspringen könnten örtliche Betriebe als regionale Werbepartner. Doch die heimische Wirtschaft dürfe laut Vorschriften der Fifa und zum Schutze von deren Sponsoren nur abseits der Bühnen in einem angrenzenden Bereich auftreten. Außerdem gelte das nur für solche Unternehmen, die keine Konkurrenten der offiziellen Fifa-Geldgeber seien. Diese wiederum deckten fast alle Branchen ab, wie Essen, Getränke oder Autos.

Kultur

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), OK-Chef Franz Beckenbauer und der verantwortliche Multimedia-Künstler André Heller sind die Initiatoren für das 30 Millionen Euro teure Kulturprogramm zur Einstimmung auf die Fußball-WM 2006 in Deutschland. Zu den wichtigsten Projekten gehören:

Bei der großen WM-Eröffnungsfeier in Berlin treten David Bowie, Van Morrison, Brian Eno und Paul Simon auf.


Spielplan

Teilnehmer

Die Endrundenauslosung, bei der die endgültigen Paarungen ermittelt werden, wird am 10. Dezember 2005 in Leipzig stattfinden. Die Anstoßzeiten werden erst nach der Auslosung bekannt gegeben.

Vorrunde

Gruppen

Es gibt acht Gruppen mit je vier Teilnehmern. Die jeweils ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich für das Achtelfinale.

Paarungen

Freitag, 9. Juni 2006 Gelsenkirchen Gr. A3 – Gr. A4
Freitag, 9. Juni 2006 München Gr. A1 – Gr. A2
Samstag, 10. Juni 2006 Dortmund Gr. B3 – Gr. B4
Samstag, 10. Juni 2006 Frankfurt Gr. B1 – Gr. B2
Samstag, 10. Juni 2006 Hamburg Gr. C1 – Gr. C2
Sonntag, 11. Juni 2006 Köln Gr. D3 – Gr. D4
Sonntag, 11. Juni 2006 Leipzig Gr. C3 – Gr. C4
Sonntag, 11. Juni 2006 Nürnberg Gr. D1 – Gr. D2
Montag, 12. Juni 2006 Berlin Gr. F1 – Gr. F2
Montag, 12. Juni 2006 Gelsenkirchen Gr. F3 – Gr. F4
Montag, 12. Juni 2006 Hannover Gr. E1 – Gr. E2
Dienstag, 13. Juni 2006 Frankfurt Gr. G3 – Gr. G4
Dienstag, 13. Juni 2006 Kaiserslautern Gr. F3 – Gr. F4
Dienstag, 13. Juni 2006 Stuttgart Gr. G1 – Gr. G2
Mittwoch, 14. Juni 2006 Dortmund Gr. A1 – Gr. A3
Mittwoch, 14. Juni 2006 Leipzig Gr. H1 – Gr. H2
Mittwoch, 14. Juni 2006 München Gr. H3 – Gr. H4
Donnerstag, 15. Juni 2006 Berlin Gr. B4 – Gr. B2
Donnerstag, 15. Juni 2006 Hamburg Gr. A4 – Gr. A2
Donnerstag, 15. Juni 2006 Nürnberg Gr. B1 – Gr. B3
Freitag, 16. Juni 2006 Gelsenkirchen Gr. C1 – Gr. C3
Freitag, 16. Juni 2006 Hannover Gr. D1 – Gr. D3
Freitag, 16. Juni 2006 Stuttgart Gr. C4 – Gr. C2
Samstag, 17. Juni 2006 Frankfurt Gr. D4 – Gr. D2
Samstag, 17. Juni 2006 Kaiserslautern Gr. E1 – Gr. E3
Samstag, 17. Juni 2006 Köln Gr. E4 – Gr. E2
Sonntag, 18. Juni 2006 Leipzig Gr. G1 – Gr. G3
Sonntag, 18. Juni 2006 München Gr. F1 – Gr. F3
Sonntag, 18. Juni 2006 Nürnberg Gr. F4 – Gr. F2
Montag, 19. Juni 2006 Dortmund Gr. G4 – Gr. G2
Montag, 19. Juni 2006 Hamburg Gr. H4 – Gr. H2
Montag, 19. Juni 2006 Stuttgart Gr. H1 – Gr. H3
Dienstag, 20. Juni 2006 Berlin Gr. A4 – Gr. A1
Dienstag, 20. Juni 2006 Hannover Gr. A2 – Gr. A3
Dienstag, 20. Juni 2006 Kaiserslautern Gr. B2 – Gr. B3
Dienstag, 20. Juni 2006 Köln Gr. B4 – Gr. B1
Mittwoch, 21. Juni 2006 Frankfurt Gr. C4 – Gr. C1
Mittwoch, 21. Juni 2006 Gelsenkirchen Gr. D4 – Gr. D1
Mittwoch, 21. Juni 2006 Leipzig Gr. D2 – Gr. D3
Mittwoch, 21. Juni 2006 München Gr. C2 – Gr. C3
Donnerstag, 22. Juni 2006 Dortmund Gr. F4 – Gr. F1
Donnerstag, 22. Juni 2006 Hamburg Gr. E4 – Gr. E1
Donnerstag, 22. Juni 2006 Nürnberg Gr. E2 – Gr. E3
Donnerstag, 22. Juni 2006 Stuttgart Gr. F2 – Gr. F3
Freitag, 23. Juni 2006 Berlin Gr. H2 – Gr. H3
Freitag, 23. Juni 2006 Hannover Gr. G2 – Gr. G3
Freitag, 23. Juni 2006 Kaiserslautern Gr. H4 – Gr. H1
Freitag, 23. Juni 2006 Köln Gr. G4 – Gr. G1


Achtelfinale

Samstag, 24. Juni 2006 Leipzig Spiel I. Sieger Gr. C – Zweiter Gr. D
Samstag, 24. Juni 2006 München Spiel II. Sieger Gr. A – Zweiter Gr. B
Sonntag 25. Juni 2006 Nürnberg Spiel III. Sieger Gr. D – Zweiter Gr. C
Sonntag 25. Juni 2006 Stuttgart Spiel IV. Sieger Gr. B – Zweiter Gr. A
Montag, 26. Juni 2006 Kaiserslautern Spiel V. Sieger Gr. E – Zweiter Gr. F
Montag, 26. Juni 2006 Köln Spiel VI. Sieger Gr. G – Zweiter Gr. H
Dienstag, 27. Juli 2006 Dortmund Spiel VII. Sieger Gr. F – Zweiter Gr. E
Dienstag, 27. Juli 2006 Hannover Spiel VIII. Sieger Gr. H – Zweiter Gr. G


Viertelfinale

Freitag, 30. Juni 2006 Berlin Spiel 1 Sieger Spiel I. – Sieger Spiel II.
Freitag, 30. Juni 2006 Hamburg Spiel 2 Sieger Spiel V. – Sieger Spiel VI.
Samstag, 1. Juli 2006 Frankfurt Spiel 3 Sieger Spiel VII. - Sieger Spiel VIII.
Samstag, 1. Juli 2006 Gelsenkirchen Spiel 4 Sieger Spiel III. - Sieger Spiel IV.


Halbfinale

Dienstag, 4. Juli 2006 Dortmund Spiel A Sieger Spiel 1 – Sieger Spiel 2
Mittwoch, 5. Juli 2006 München Spiel B Sieger 3 – Zweiter Spiel 4


Spiel um Platz 3

Samstag, 8. Juli 2006 Stuttgart Verlierer Spiel A - Verlierer Spiel B


Finale

Sonntag, 9. Juli 2006 Berlin Sieger Spiel A - Sieger Spiel B


Literatur


Weblinks









Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Fußball-Weltmeisterschaft 2006 aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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