Fulda (Stadt)
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Einordnung: Ort in Hessen
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Englisch - Französisch - Italienisch - Niederländisch und Schwedisch sowie Spanisch
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| Wappen | Karte | ||
|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Hessen | ||
| Regierungsbezirk: | Kassel | ||
| Landkreis: | Fulda | ||
| Fläche: | 104,04 km² | ||
| Einwohner: | 63.447 (31.12.2003) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 610 Einwohner/km² | ||
| Höhe: | 261 m ü. NN | ||
| Postleitzahlen: | 36037 - 36043 | ||
| Vorwahl: | 0661 | ||
| Geografische Lage: | 50° 33' n. B. 09° 40' ö. L. | ||
| Kfz-Kennzeichen: | FD | ||
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 31 009 | ||
| Stadtgliederung: | 24 Stadtteile | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schlossstraße 1 36037 Fulda | ||
| Website: | www.fulda.de- bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | buergerbuero@fulda.de |
| Politik | |||
| Oberbürgermeister: | Gerhard Möller (CDU) | ||
Fulda ist die bedeutendste Stadt Ost-Hessens und die neuntgrößte Stadt Hessens. Fulda ist die Kreisstadt des Landkreises Fulda und gleichzeitig eine von 7 Sonderstatusstädten Hessens.
Weiterhin ist Fulda Bischofssitz des gleichnamigen Bistums.
| Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Die Stadt liegt am Fluss Fulda in der Nähe der Grenzen zu Thüringen und Bayern, eingebettet zwischen Rhön und Vogelsberg.
Politik
Im katholischen Fulda war im 2. Kaiserreich und der Weimarer Republik traditionell das Zentrum die stärkste Partei. Nach dem Krieg etablierte sich die Stadt als wichtigste Hochburg der CDU im Land Hessen. Bekanntester Fuldaer Politiker der Nachkriegszeit war Alfred Dregger, der 24 Jahre lang Oberbürgermeister von Fulda und 26 Jahre lang Bundestagsabgeordneter (zeitweise CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender) des Wahlkreises Fulda war.
Die Stadtverordnetenversammlung Fulda zählt 59 Stadtverordnete. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 18. März 2001 wie folgt dar:
| CDU | : 36 Sitze |
| SPD | : 14 Sitze |
| Bündnis 90/Die Grünen | : 4 Sitze |
| REP | : 2 Sitze |
| FDP | : 2 Sitze |
| CWE | : 1 Sitz |
Der Magistrat besteht aus 11 Stadträten. Davon entfallen 7 Sitze auf die CDU, 3 Sitze auf die SPD und ein Sitz auf Bündnis 90/Die Grünen.
Der Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) wurde am 29. Juni 2003 mit einem Stimmenanteil von 74,1 % gewählt.
Wirtschaft
Im früheren Jahrhunderten war Fulda Oberzentrum der umgebenden ländlichen Gebiete mit der Verwaltung der fürstbischöflichen Liegenschaften und geprägt durch das Handwerk, wie zum Beispiel Gerber in der Löherstraße, Kammgarnspinnerei, Baumwollweberei, Damast- und Sackleinwandfabrikation (Fuldaer Leinwand), Plüsch-, Filztuch-, Wachslichtfabrikation, Wollfärberei, Wachsbleicherei, Salpetersiederei, Verfertigung von Blasinstrumenten etc. Um 1880 waren auch der Getreide- und der Viehhandel von Bedeutung; jährlich fanden damals neun Rindviehmärkte und wöchentlich ein Schweinemarkt statt.
Mit Beginn der Industrialisierung gewannen die Kerzenfabrikation, Metallverarbeitung (Emallierwerk) und Stoffverarbeitung (Fa. Mehler) Bedeutung.
Einkaufen ist in Fulda besonders attraktiv. Bedingt sowohl durch ihr grosses Einzugsgebiet wie auch ihre attraktive Innenstadt lädt Fulda in der drittgrößten Fußgängerzone Hessens mit einem vielfältigen Angebot zum Bummeln ein.
Verkehr
- Straßen:
- Bundesautobahn 7: Ulm - Würzburg - Fulda - Kassel - Hamburg
- Bundesautobahn 66: Wiesbaden - Frankfurt/Main - Hanau - Fulda
- Autobahndreieck Fulda: Verbindung zwischen A 7 und A 66
- Bundesstraßen
Fulda ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit ICE-Bahnhof zwischen Frankfurt am Main, Kassel, Erfurt und Würzburg; Nebenlinien führen über Alsfeld im Vogelsberg nach Gießen und nach Gersfeld in der Rhön, siehe Rhönbahn.
Ansässige Unternehmen
Viele bekannte und bedeutende Industrie- und Dienstleistungsunternehmen haben ihren Hauptsitz in Fulda:
- Schwarz, breit, stark: Fulda Reifen: Hersteller von Auto- und LKW-Reifen (Die "Gummi")
- EDAG Engineering & Design AG: Design und Entwicklung von Automobil-Karosserien und Produktionsstrassen (z.B. Entwicklung des smart)
- JUMO GmbH & Co. KG: Bedeutendes Unternehmen der Branche Mess- und Regelungstechnik
- Filzfabrik Fulda: Produktion und Verarbeitung von Filzprodukten
- Dura Tufting GmbH: Hersteller u.a. von Fußmatten für die Automobil-Industrie
- Mehler AG: Fuldaer Traditionsunternehmen in der Produktion von Textilprodukten (Mehler-Zelt). Die Tochterunternehmen produzieren z.B. auch Garne und Planen für die Automobilindustrie
- Eika: Kerzen-Fabrikation
- tegut... Gute Lebensmittel: Firmensitz der Lebensmittelkette
Öffentliche Einrichtungen
Bildungseinrichtungen
An Unterrichtsanstalten bestanden 1880: ein Gymnasium, ein Realprogymnasium, eine katholische und eine evangelische höhere Töchterschule, ein katholisches Schullehrerseminar, eine Landesbibliothek mit etwa 50.000 Bänden (1778 gegründet).
Heute sind der Fachhochschule Fulda etwa 4.000 Studierende eingeschrieben. Fachbereiche sind: Angewandte Informatik, Elektro- und Informationstechnik, Lebensmitteltechnologie, Oecotrophologie, Pflege & Gesundheit, Sozialwesen, Sozial - und Kulturwissenschaften sowie Wirtschaft. Die FH Fulda ist die kleinste öffentliche Hochschule Hessens.
Städtepartnerschaften
- Como / Italien (seit 1960)
- Arles / Frankreich (seit 1964)
- Sergijew Possad / Russland (seit 1991)
- Wilmington / USA (seit 1997)
- Litoměřice / Tschechien (seit 2001)
Stadtgliederung
Die Stadt besteht neben der Kernstadt aus dem Stadtteilen Aschenberg, Bernhards, Besges, Bronnzell, Dietershan, Edelzell, Gläserzell, Haimbach, Harmerz, Istergiesel, Johannesberg, Kohlhaus, Kämmerzell, Lehnerz, Lüdermünd, Maberzell, Malkes, Mittelrode, Niederrode, Niesig, Oberrode, Rodges, Sickels, Zell und Zirkenbach.
Entwicklung des Stadtgebiets
Anfang der 70er Jahre entstand auf dem Aschenberg ein neuer Stadtteil, dessen Bebauung durch Wohnblocks, Hochhäuser aber auch Einfamilienhäuser geprägt ist. Die heutige Stadtentwicklung wird am westlichen Rand der Innenstadt fortgeschrieben (Bereich Rangstraße). Außerdem entsteht im Osten der neue Stadtteil "Fulda Galerie", von wo aus man beinahe die gesamte Stadt überblicken kann.
Eingemeindungen
Die Stadt Fulda wurde durch die hessische Gebietsreform 1972 um die oben genannten 24 Umlandgemeinden vergrößert; verlor aber 1974 ihre Kreisfreiheit. Dafür wurde sie, wie sechs weitere hessische Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern, Sonderstatusstadt. Das bedeutet, dass die Stadt mehr Aufgaben und Rechte hat als sonstige kreisangehörige Städte, aber weniger als kreisfreie Städte.
Umlandgemeinden
Fulda ist umgeben von den aufstrebenden Umlandgemeinden Petersberg, Künzell und Eichenzell. Diese Gemeinden haben einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren.
Orte in der Region
Wichtige Orte in der Region sind Hünfeld, Dipperz, Hofbieber, Tann in der Rhön, Hilders und Gersfeld (nach Osten der Rhön)zu sowie nach Süden und Westen Schlüchtern, Grebenhain, Bad Salzschlirf, Lauterbach und Schlitz.
Traditionell ist der Bezug zu den katholischen Orten des Umfeldes größer als zu den evangelischen Ortschaften im Südwesten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
- Schlosstheater (kein eigenes Ensemble)
- Johannesberger Puppentheater
- Starclub Fulda
Museen
Im Vonderau Museumefinden sich zahlreiche Fundstücke aus vorgeschichtlicher Zeit. Das Museum ist nach dem Heimatforscher Prof. Vonderau benannt. Desweiteren auch Stücke aus der keltischen Besiedlung des Fuldaer Raumes.
- Deutsches Feuerwehrmuseum
- Dommuseum
- Ferdinand-Braun-Sammlung
- Hessische Landesbibliothek in Fulda mit mittelalterlichen Schriften
- Kinder-Akademie
- Planetarium
Wappen
Blasonierung
Ein gespaltenes Schild; vorne in Silber ein schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten in Rot ein grüner Dreiberg, aus dem eine grüne Lilienstaude mit drei silbernen Blüten aufwächst. Über dem Schild ist eine fünfzinnige Mauerkrone angeordnet.
Bedeutung
Das Kreuz stammt aus dem Wappen der Abtei Fulda, durch die die Stadt entstanden ist. Die Lilien stehen für die drei Schutzpatrone der Stadt (Simplizius, Faustinus und Beatrix), wobei der rote Hintergrund für den Märtyrertod steht, den sie gestorben sind. Die Mauerkrone steht für die Stadtmauer.
Geschichte
Frühes Mittelalter
Die Stadt Fulda geht auf eine benediktinische Klostergründung des Jahres 744 zurück. Im Auftrage des Papstes Gregor II. organisierte der aus dem englischen Crediton stammende Bonifatius als "Apostel der Deutschen" die Christianisierung Germaniens. Im Zuge seiner Missionsarbeit strukturierte er als Erzbischof die Kirche des damals noch weitgehend heidnischen, ostfränkischen Reiches.
Bonifatius beauftragte den aus Bayern stammenden Mönch Sturmius, zur Missionierung der Sachsen ein Kloster an einem Furt über den Fluss Fulda anzulegen, das zugleich seine Grablege sein sollte. Sturmius kam 744 von Hersfeld in das Gebiet Eichloha. Hier gündete er an einem Ort, der etwa 50 Jahre vorher von den Sachsen verwüstet wurde (vermutlich an Stelle einer zerstörten merowinigischen Königspfalz), das Kloster, dessen erster Abt Sturmius auch wurde.
Bonifatius erreichte, dass das Kloster mit reichen Schenkungen (Besitzungen und Regalien) ausgestattet wurde. Von besonderer Wichtigkeit für das Kloster Fulda wurde es, dass es als erstes im Reich unmittelbar dem Papst unterstellt wurde und damit der Gerichtsbarkeit der Bischöfe von Bistum Würzburg beziehungsweise des Erzbischofs von Mainz entzogen wurde, was diese beiden allerdings jahrhundertelang rückgängig machen wollten. Sturmius, dessen Amtszeit als Abt von 747 bis 779 dauerte, war engstens verbunden mit den bayerischen Herzögen von Agilofing. Fulda empfing Schenkungen führender altadliger Familien in Sachsen, im Elsass und der Konradiner, Vorfahren der späteren salischen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Die Immunitätsprivilegien von Karl dem Großen (774) und dessen Sohn, Ludwig dem Frommen (814) wiesen die Richtung der Entwicklung des Klosters zur Reichsabtei, die insbesondere im ottonischen Reichskirchensystem von größter Bedeutung werden sollte. Die Klostergemeinde umfasste bereits 779, beim Tod des ersten Abtes Sturmius, etwa 400 Mönche.
Bei der Bekehrung der Friesen kam Bonifatius ums Leben. Die Friesen hingen germanischen Gottheiten an, so verehrten sie unter anderem Bäume. Bereits in Geismar hatte Bonifatius eine Donareiche fällen lassen. Ähnliches Schauspiel wollte er wohl auch im friesischen Dokkum (heute Niederlande) abhalten. Doch diesmal spaltete die Axt seinen Schädel. Auch die hochgehaltene Bibel konnte die Axt nicht aufhalten.
Die Gebeine des Bonifatius wurden nach Fulda geholt. Das Grab wurde sogleich zum Ziel zahlreicher Wallfahrer. Die Schenkungen von Gütern an das Kloster begannen schon zu Bonifatius' Lebzeiten, und setzten verstärkt ein, als der "Apostel der Deutschen" dort seine Grablege gefunden hatte. Die Schenkungen brachten dem Kloster gewaltigen Streubesitz von Norditalien bis nach Friesland, vom Elsass bis nach Thüringen. Die Hauptmasse der Güter allerdings befand sich im Umkreis von Fulda und wurde von Fuldischen Ministerialen, neuadligen Ritterfamilien, verwaltet, was sich sehr bald als großes Problem erweisen sollte.
Zwischen 791 und 819 baute man dafür eine Grabeskirche. Nach dem Baumeister, dem Mönch Ratgar, wurde sie Ratgar-Basilika genannt. Sie entstand nach den Bauplänen der großen Pilgerkirche Sankt-Peter-Basilika in Rom und war die größte Basilika nördlich der Alpen. In der Barockzeit wurde sie niedergelegt und über der Bonifatiusgruft der heutige Dom errichtet.
Aus dieser Zeit stammt auch die benachbarte Michaelskirche aus den Jahren 819 bis 822. Die Krypta ist original erhalten geblieben, der Kirchenraum erfuhr mehrere Umbauten. Sie ist eine der ältesten Kirchen nördlich der Alpen, ebenso wie die Grabeskirche der Hl. Lioba im benachbarten Petersberg. Die Heilige Lioba galt als Nichte des Bonifatius, sie kann aber auch wegen des damals noch nicht praktizierten Zölibats seine Frau gewesen sein, was allerdings reine Spekulation ist.
Ein weiter bekannter Abt war 822 bis 842 Rabanus Maurus. Er gilt als der bedeutendste Abt Fuldas, das zu dieser Zeit mit über 600 Mönchen auf dem Höhepunkt seines Ansehens stand und mit seiner etwa 2.000 Handschriften umfassenden Bibliothek als eine Leuchte abendländischer Gelehrsamkeit galt. Darin wurde er vom damaligen Leiter der Klosterschule Rudolf maßgeblich unterstützt.
Nach einer von der Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross wiederbelebten, jedoch durch keinerlei Tatsache gestützten Legende soll die spätere Päpstin Johanna um 830 im Fuldaer Kloster gelebt haben (Die Päpstin ISBN 3746614007).
Hohes Mittelalter
Die Entwicklung der Reichsabtei Fulda war in den darauf folgenden Jahrhunderten durch zwei Entwicklungstendenzen geprägt, zum einen wurde die Abtei und der jeweilige Fuldaer Abt Teil des ottonischen Reichskirchensystems, zum anderen begannen Entfremdungen von Lehensgütern, die zwar dem Kloster gehörten, jedoch an Adlige der Umgebung ausgeliehen waren. Exemplarisch ist hier die Familie der Grafen von Ziegenhain (heute Schwalmstadt) zu nennen, die Hochvögte von Fulda waren.
Unter Abt Marquard I. (1150 - 1165) wurden viele dieser entfremdeten Güter restituiert. Dabei half dem Abt einer der bekanntesten Urkundenfäscher des Mittelalters, der Fuldaer Mönch Eberhard. Abt Marquard musste Raubritter vertreiben, Burgen anlegen und befestigte die Stadt 1162 mit einer Stadtmauer.
Mehrfach sind in diesen Jahren deutsche König und Kaiser, unter ihnen Barbarossa, zu Besuch in Fulda, und der Fuldar Abt stellt für Heerzüge in erheblichem Umfang Mannschaft. Insgesamt konnte jedoch Marquard den Niedergang der Abtei nicht aufhalten.
1208 wird Fulda zur Stadt erhoben und wachte eifersüchtig über ihre Rechte gegen die Anmaßungen der Äbte. Letztere besaßen schon eine Burg neben dem Kloster; als Abt Heinrich (vor 1320) noch eine zweite innerhalb der Stadt errichtete, erstürmten die Bürger mit Hilfe des Grafen Johann von Ziegenhain beide Burgen des Abtes und zerstörten die neue Burg samt Turm und Ringmauern. Auf Klage des geflüchteten Abtes beim Kaiser wurden die Stadt und der Graf in die Reichsacht erklärt. Später (1331) vermittelte der triersche Erzbischof Balduin eine Sühne, infolge derer die Bürger den Turm und die Ringmauern der neuen Burg wiederherzustellen hatten und bedeutende Entschädigungen zahlen mußten.
Die im 14. Jahrhundert auch in Fulda ausbrechende Pest schrieb der Aberglaube den Juden zu, und 600 in Fulda lebende Juden fanden einen martervollen Tod.
Barock
Fürstabt Adalbert von Schleifras ernannte 1700 Johann Dientzenhofer zum Stiftsbaumeister in Fulda und beauftragte ihn an der Stelle der Ratgar-Basilika einen neuen Dom und ein Stadtschloss im barocken Stil zu errichten. Der Bau des Fuldaer Doms dauerte von 1704 bis 1712. Der Dom mit einer Länge von 99 Metern und einer Kuppelhöhe von 39m wird an der Vorderseite von zwei Türmen von 57 m Höhe flankiert. Ein Überrest des Vorgängerbaus ist die Krypta (Bonifatiuskapelle) unter dem Hochaltar, wo in einem reichverzierten Sarkophag die Gebeine des Apostels der Deutschen ruhen. Im Domschatz werden außerdem verschiedene auf ihn bezügliche Reliquien (Bischofstab, Evangelium etc.) aufbewahrt.
Dem Dom gegenüber steht die ehemalige Propstei St. Michael, seit 1831 die Wohnung des Bischofs. Auf dem früheren "Schlossplatz" (heute Bonifatiusplatz) steht seit 1842 ein Erzstandbild des heiligen Bonifatius.
Von 1734 bis 1805 existierte die Universität Fulda. Die von Adolph von Dalberg gegründete Einrichtung besaß vier Fakultäten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jura. Das barocke Gebäude von 1731 - 1734 wurde von Andreas Gallasini entworfen und beherbergt heute die Adolf-von-Dalberg-Grundschule.
Neuzeit
In der Zeit des Kalten Krieges hatte Fulda eine besondere strategische Bedeutung, die im Begriff Fulda Gap verdeutlicht wird. Der Begriff rührte von der Vorstellung, dass im Falle eines Angriffs des Ostblocks dieser versuchen würde, durch das Tal der Fulda nach Südwestdeutschland einzudringen. Es gab eine große US Garnison mit dem 11th Armored Cavalry Regiment.
Religionen
Als katholischer Bischofssitz und Sitz der Deutschen Bischofskonferenz ist Fulda traditionell katholisch geprägt. Der ehemalige Erzbischof Johannes Dyba (†2000) war einer der einflussreichsten deutschen Bischöfe und aufgrund seiner konservativen Positionen sehr umstritten.
Die Fürstbischöfe von Fulda gewährten den Protestanten jedoch schon früh die Glaubensfreiheit. Seit 1896 haben die Fuldaer Lutheraner eine repräsentative Kirche in der Innenstadt, die Christuskirche. In Fulda gibt es außerdem eine jüdische Gemeinde.
Fuldaer Foaset (Karneval)
Fulda ist Hessens wichtigste Karnevalshochburg. Die Geschichte des Fuldaer Karnevals reicht zurück bis in das 15 Jh. Die Fuldaer Foaset besteht insgesamt aus 13 Karnevalsvereinen, an dessen Spitze die Fuldaer Karnevalsgesellschaft steht. Um den Stadtkern herum "regieren" die Randstaaten. Am Rosenmontag marschieren diese und zahlreiche regionale Karnevalsvereine durch Fuldas Innenstadt. Dieser Umzug wird jährlich von über 55.000 Narren und Narrenäsen besucht. Mit Rekordzahlen von über 180 Zugnummern ziehen jährlich über 3200 aktive Karnevalisten bei Wind und Wetter fast dreieinhalb Stunden durch Fulda. Mit über 20 Kapellen, 50 Motivwagen und über 100 Fußgruppen ist der Fuldaer Rosenmontagszug der größte in Hessen. Die Fastnachter werfen jedes Jahr rund 80 Zentner Bonbons, aber auch Bälle, Schokolade, Knabberbeutel, Gummibärchen und Kugelschreiber in die Menge. Der Fuldaer Rosenmontagsumzug wird jedes Jahr live im Hessischen Fernsehen übertragen.
Bauwerke
erhalten, eine der ältesten Kirchen Deutschlands (818-822 erbaut). Sie diente wohl ebenfalls wie die ehemalige Ratgar-Basilika als Grabeskirche. Der Innenraum der Michaelskirche ist mit Freskenmalereien ausgeschmückt.
In der Propsteikirche St. Andreas am Neuenberg befindet sich eine ottonische Krypta (1023) Es gibt nur noch zwei Kryptas mit einem geschlossenen und ausgemalten Sakralraum in Deutschland, der aus ottonischer Zeit erhalten ist. Die Krypta gehörte zu dem St. Andreas Kloster, dessen erster Klostervorsteher (späterer Erzbischof von Mainz) war der Hl. Bardo (ein Verwandter des Kaisers Konrad II.).
- Mittelalter:
- Altes Rathaus, Rekonstruktion des Aussehens von 1531
- Barock:
- Adelspalais im Barockviertel
- Dom zu Fulda
- Domdechanei
- Historische Räume des Stadtschlosses
- Orangerie und Schlossgarten mit Floravase des Bamberger Bildhauers Johann Friedrich Humbach
- Kloster Frauenberg 1758 - 1765
- Paulustor von 1710 - 1711
- Schloss Fasanerie von 1740, Hessens schönstes Barockschloss
- Propsteischloss Johannesberg
- Stadtpfarrkirche 1771 - 1785
- Benediktinerinnenabtei St. Maria in Fulda
- Neuzeit
- Jüdische Mikwa
- Plastiken des Künstlers E. Walter im Straßenraum
- Erhaltene Fassaden im Schweizer Stil
- Parks und Freizeiteinrichtungen
- Frauenberg
- Fuldaaue mit Landesgartenschaugelände
- Rauschenberg mit Aussichtsturm
- Heimattiergarten
- Wanderwege um Fulda
- Radwege nach Fulda:
- Fuldaradweg
- Radwege in die Rhön
- Radwege in den Vogelsberg
- Sinntalradweg
- Ulstertal und Werraradweg
Sehenswürdigkeiten im Umland
Zehn Kilometer östlich liegt Bieberstein, das ehemalige Jagdschloß der fuldaischen Fürstbischöfe. Heute befindet sich dort ein Internat der Hermann Lietz Stiftung. Unter dem Berg von Bieberstein führte die inzwischen stillgelegte Bahnlinie Fulda-Hilders-Tann. Ein Radweg wurde auf der ehemaligen Trasse errichtet, der die Rhön auch für den Fahrradtourismus erschließt. Besondere Attaktion der Radstrecke ist der Eisenbahntunnel unter Schloss Bieberstein, indem auch seltene Fledermausarten überwintern.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Diese Übersicht enthält sowohl bedeutende, in Fulda geborene Persönlichkeiten als auch Personen die in Fulda wirkten, jedoch nicht hier geboren sind. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Georg von Adelmann (* 28. Juni 1811 in Fulda, †1888 in Berlin), deutscher Mediziner
- Balthasar Nuss (* um 1545, †1618 in Bad Brückenau), Hexenrichter des Hochstifts Fulda von 1603 - 1606, brachte etwa 300 Menschen auf den Scheiterhaufen
- Ferdinand Braun (* 6. Juni 1850, †20. April 1918 in New York City), Erfinder der Kathodenstrahlröhre (Fernsehröhre)
- Cuno Raabe (* 5. Mai 1888, †3. Mai 1971 in Gersfeld (Rhön)), Politiker (Zentrumspartei)
- Anton Storch (* 1. April 1892, †26. November 1975 in Fulda), Politiker (CDU), MdB, Bundesarbeitsminister
- Alfred Dregger (* 10. Dezember 1920 in Münster (Westfalen), †29. Juni 2002 in Fulda), MdB, Politiker (CDU)
- Johannes Dyba (* 15. September 1929 in Berlin, †23. Juli 2000), kath. Erzbischof
- Martin Hohmann (* 4. Februar 1948), Politiker CDU, 2004 ausgeschlossen, MdB
- Patrik Sinkewitz (* 1981), Radrennfahrer, Gewinner der Deutschlandtour 2004
Literatur
- [susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/meyers/servlet/showSeite?SeiteNr=0797&BandNr=6&textmode=true Fulda], in: Meyers Konversationslexikon, 4.Aufl. 1888-90, Bd.6, S.779.
Weblinks
- weitere Weblinks
Geschichte und Allgemeines:
- Fuldas Stadtteile Daten und Fakten zur Kreisstadt Fulda Gottfried Rehm: Fulda und die Rhön im Wandel der Zeitenuseen:
- Vonderau Museum Fulda Deutsches Feuerwehrmuseum Fulda Kinderakademie Fuldaildungseinrichtungen:
- Fachhochschule Fuldaultimediales:
- Bilder aus Fulda 360° Fulda, der virtuelle Rundgang durch die Stadt* Fulda interaktiv erleben, mit virtuellen Rundgängen durch Fuldas City und Rhön und vieles mehr Server des neuen Stadtteils Fulda-Galerie, freier Bürgerserverulturelles:
- Kultursommer Main-Kinzig-Fuldauldaer Fastnacht:
- Fuldaer Karneval Gesellschaft Fuldaer Karneval Portal
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