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Gedanke

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Ein Gedanke ist ein unmittelbares Sinngebilde des Denkens. Die sprachliche Form des Gedankens ist der Aussagesatz.

Insofern sich Gedanken aus Denkoperationen, also aus psychischen Akten ergeben, finden sie die Aufmerksamkeit der Denkpsychologie; insofern sie sich auf Sachverhalte richten, befasst sich die Logik mit ihnen.

In dieser Hinsicht bezeichnet der Gedanke ein Ergebnis, Produkt des Denkprozesses in Form eines Urteils oder eines Begriffs, der das Allgemeine in der Masse der Einzeldinge widerspiegelt, das Wesentliche, Gesetzmäßige in der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen der den Menschen umgebendenden Welt fixiert. In wechselseitigem Zusammenhang und der Wechselwirkung mit den gesammelten Kenntnissen wird im Laufe der praktischen und wissenschaftlichen Tätigkeit des Menschen der Gedanke zur Grundlage des sich fortwährend entwickelnden Erkenntnisprozesses und der Umgestaltung der Wirklichkeit.

"Gedanke" und "Tat" werden einander gelegentlich gegenüber gestellt.

Inhaltsverzeichnis

Ein Beispiel

Der Gedanke bzw. die Aussage "Morgen wird es regnen" kann auf verschiedene Weise zustande gekommen sein:

Für einen Ratsuchenden ist es gewiss von einigem Wert, zu erfahren, wie sein Auskunftgeber auf den Gedanken gekommen ist, den er ihm mitgeteilt hat. Davon wird er nämlich dessen Glaubwürdigkeit abhängig machen. Ob allerdings die Aussage nicht nur glaubwürdig, sondern auch gültig, sprich: wahr ist, erfährt er nicht auf diesem Weg, sondern nur dadurch, dass er sie am morgigen Geschehen überprüft, also daran, ob es dann tatsächlich regnet. Unter Umständen muss sich dann sogar der Meteorologe dem Kaffeesatzleser geschlagen geben.

Bei einem Gedanken ist also zwischen seiner Genesis und seiner Geltung zu unterscheiden. Beides kann interessant sein, beides sind annehmbare Perspektiven - aber es ist eben zweierlei. Missachtet man diese Differenz, dann setzt man die eine oder andere Hinsicht absolut. Derart einseitige Positionen sind:

Philosophiegeschichtliches

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat Immanuel Kant sich durch David Hume aus dem "dogmatischen Schlummer" wecken lassen und den Rationalismus "kritisch" gewendet. Dies führte zum transzendentalen Idealismus.

Der von Gottlob Frege verwendete Begriff "Gedanke" diente zur Begründung der Objektivität und der Universalität logischer Gesetze. Gedanken existieren nach Frege objektiv und werden durch das urteilende Denken nur erfaßt. Da das Denken logischer Eigenschaften von Gedanken bzw. Beziehungen zwischen Gedanken darstellt, existiert es auf diese Weise ebenfalls objektiv. Diese Begriffsbildung muß im Zusammenhang mit Freges Bemühung um die Zurückweisung psychologischer Auffassungen der Logik gesehen werden.


Um 1900 hat Edmund Husserl sich durch Franz Brentano und Gottlob Frege von seiner psychologistischen "Reduktion" abbringen lassen und den intentionalen Sinn des Gedankens deutlicher hervorgehoben. Dies führte zur transzendentalen Phänomenologie.

Siehe auch Idee, Reflexion (Philosophie)

Zitate

Literatur

Weblink






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