Geigenzettel
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Einordnung: Musikinstrumentenbau
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Der Geigenzettel ist ein Zettel, der im Inneren eines Streichinstruments bei dessen Herstellung angebracht wird. Oft findet man auch Brandstempel. Er enthält den Namen des Geigenbauers, den Ort und das Datum. Im Laufe des 19. Jahrhunderts und der zunehmenden Produktion von Streichinstrumenten in Manufakturen wurden oft Geigenzettel alter Meister, wie Stradivari und Stainer in großem Maße gefälscht und in Manufakturinstrumente geklebt. Dies führte dazu, daß man oft auf Dachböden zehntausende vermeintliche Stradivari- Guarneri und Stainer-Geigen findet. Diese Zettel sind meistens gedruckt und beziehen sich in der Regel auf das Modell der Geige. Während in deutschen Manufakturgeigen (aus Sachsen) häufig Stainerzettel zu finden sin, findet man in den französischen Geigen (aus Mirecourt) ausschließlich die Namen italienischer Meister.
Im XX. Jahrhundert wurden etliche zettellose Geigen anhand von typischen Bau- und Lackmerkmalen großen Meistern zugeordnet. In diese Instrumente klebten die Geigenexperten neue gedruckte Zettel.
Literatur
- Paul de Wit (Hrsg.): Geigenzettel alter Meister: vom 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, Leipzig 1910 (2 Bände). Faksimile-Reprint: Verlag Das Musikinstrument, Frankfurt 1976, ISBN 3-920112-51-2
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