Gesamthochschule
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Einordnung: Akademische Bildung
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Die Gesamthochschule (abgekürzt GH oder GHS) war eine universitäre Hochschulform, die ein Hochschulstudium in bestimmten so genannten "integrierten Studiengängen" sowohl mit Fachhochschulreife als auch mit Abitur ermöglichte. Es konnten in einigen dieser integrierten Studiengänge dann auch verschiedene Diplome erworben werden: das Diplom I, das dem Fachhochschuldiplom, und das Diplom II, das dem Universitätsdiplom gleichgestellt wurde. Zusätzlich wurden auch reine Fachhochschulstudiengänge angeboten, die als einzigen Abschluss das Diplom I hatten.
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Geschichte
In Nordrhein-Westfalen wurden 1972 zeitgleich fünf Gesamthochschulen in den Städten Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal als "praktisches Reformmodell" gegründet. Dieses "integrative Modell" verfolgte mehrere Ziele:
- die Überwindung unterschiedlicher Zugangsvoraussetzungen (Abitur und Fachhochschulreife) - das erklärte bildungs- und sozialpolitische Ziel der damaligen Landesregierung und sicherlich Hauptmotivation zur Entscheidung für dieses Modell
- den einheitlichen organisatorischen Zusammenschluss von Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen
- die Schaffung von integrativ auf Fachbereiche ausgerichteten Grundeinheiten für Forschung und Lehre alternativ zu den anderswo Studiengangs-bezogenen Strukturen
- die Zusammenführung des wissenschaftlichen Personals (Lehrende und Forschende) zu einer funktionalen Einheit
Studienmodelle und Brückenkurse
Y-Modell
Beim Y-Modell verlief das Grundstudium wie an regulären Universitäten. Im Hauptstudium konnten sich die Studenten dann für das Diplom I oder II entscheiden. Studenten mit Fachhochschulreife mussten bis zum Vordiplom dann Brückenkurse absolviert haben, wenn sie sich für das Diplom II entschieden hatten.
Konsekutivmodell
Alle Studenten erwarben zunächst das Diplom I und konnten dann wählen, ob sie darauf aufbauend noch das Diplom II anstrebten. Da das Diplom I auch die allgemeine Hochschulreife (Abitur) beinhaltete, mussten hier keine Brückenkurse für Studenten mit Fachhochschulreife absolviert werden.
Integrierter Studiengang mit einer Abschlussmöglichkeit
Bei diesem Modell erwerben alle Studenten das Diplom II, Studenten mit Fachhochschulreife müssen in jedem Fall Brückenkurse bis zum Vordiplom absolviert haben.
Gesamthochschulen in Deutschland
Seit dem 1. Januar 2003 sind alle Gesamthochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen per Gesetz in ausschließliche Universitäten überführt worden:
- FernUniversität in Hagen
- Universität Duisburg-Essen
- Universität Paderborn
- Universität Siegen
- Universität Wuppertal
In Hessen:
Zukunft
In Nordrhein-Westfalen sind alle Gesamthochschulen durch Gesetz zum 1. Januar 2003 in reine Universitäten überführt worden, Studenten in spe mit Fachhochulreife können sich nur noch zum Wintersemester 2005 in diesen Hochschulen immatrikulieren.
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