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Geschütz

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Der Ausdruck Geschütz (urspr. die Waffe des Schützen, d. h. Bogen) bezeichnet im Militärwesen eine schwere, zum Handgebrauch nicht verwendbare Waffe. Die Geschütze sind in der Truppengattung der Artillerie zusammengefasst. Die Entwicklung der Geschütze war sehr stark abhängig von der allgemeinen technischen Entwicklung, sei es die Erfindung des Schießpulvers, die Gusstechniken, die Motorisierung usw. Reichweite und Feuerkraft wurden immer weiter gesteigert.

Geschichtsüberblick

Mystik

Seit der Erfindung des Schießpulvers hatten Geschütze auch immer etwas mystisches. Aus dieser Zeit sind einige Sinnsprüche überliefert, die in das Hinterstück der damaligen Geschütze eingegossen wurden. Ähnlich wie bei der Feldschlange wurde dem einzelnen Geschütz eine mythische Bedeutung zugeordnet:

Scharpff Hierss
Ich bin genannt der scharpffe Hierß
Wo ich zu einem Schloß ein Pierß
Stoß ich nyder mit meym gehürn
Pollwerck mawer prustwer vnd thuern
Ercker vnd Zynnen fell ich nyder
Kum ich dreyen malen wyder
So wird das schloß von mir erschellt
Das es über den pergk ab fellt.
Scharpffe Metz
Ich bin ein scharpffe Metzs genant
Wo ich wirdt in ein S(t)att gesant
Do thu ich übern Graben tantzen
Durch rinckmawr zwinger vnd schantzen
Durch kirche häuser keller kuche
Gewelb stuben kammer thu ich suche
Vnd was mich irrt am wyderprallen
Das küssz ich so das es mueß fallen.


Die Tradition der Namensgebung für besondere Geschütze der Artillerie lässt sich bis ins 20. Jahrhundert verfolgen. Populär waren dabei immer wieder weibliche Vornamen. Im ersten Weltkrieg belegte man den 42 cm-Mörser der Firma Krupp mit dem Namen Dicke Bertha. Ein weniger bekanntes Beispiel sind die beiden Kanonen Silvia und Lucrezia der Festung Crestawald in der Schweiz aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg.






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