www.infos-aus-germanien.infoBy Germanien | Startseite | Impressum | Sitemap | Webtips
 

Geschichte Österreichs

www.infos-aus-germanien.info



Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Das Land im Donau- und Alpenraum war schon seit dem Paläolithikum besiedelt. Siehe hierzu Ur- und Frühgeschichte zwischen Alpen und Maingebiet.

Frühgeschichte

Das erste staatliche Gebilde im Donau- und Alpenraum war ein Köngreich der Kelten, genannt Norikum, das durch den Zusammenschluss mehrerer keltischer Stämme unter der Führung der Noriker entstand.

Viele Mythen und Legenden ranken sich um Norikum, darunter der Mythos von Noreia, der Hauptstadt, deren Lage bis heute nicht eindeutig bestimmbar ist. Bekannt war Norikum vor allem durch sein wichtigstes Exportprodukt, dem norischen Eisen, dessen Härte angeblich mit der des Stahls konkurrieren könnte.

Die meisten Informationen über Norikum stammen von römischen Geschichtsschreibern, von denen die Noriker als ungewöhnlich friedliches und politisch geschicktes Volk beschrieben wurden, das lange in friedlicher Nachbarschaft mit den Römern lebte und durch den Handel mit diesen sehr reich wurde. Letztendlich wurde Norikum friedlich in das Römische Reich integriert, lediglich die Hauptstadt ergab sich, wie Plinius der Ältere berichtete, nicht kampflos und wurde 16 v. Chr. erobert (siehe auch Weblinks).

Mark im Osten des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation

Die Geschichte des Landes, speziell der östlichen Landesteile des heutigen Österreich, beginnt etwa ab dem 10. Jahrhundert n. Chr. als "abgegrenztes Gebiet im Osten" des Reiches gegen die Bedrohung von außen:

Zur Zeit Karl des Großen existierte im Frankenreich eine Grenzmark gegen die Awaren – diese wurde durch die Ungarneinfälle vernichtet. Nach den drei Schlachten von Pressburg im Sommer 907 wurde die Grenze des Ostfrankenreiches bis an die Enns zurückgenommen.

Das Jahr 919 war das Geburtsjahr des Deutschen Reiches. Der sächsische König Heinrich I fügte die deutschen Stämme in dem neuen "Regnum Teutonicum" (Reich der Teutschen) zusammen. Sein Sohn Otto I bannte an den Grenzen des Reiches 955 in der Schlacht am Lechfeld bei Augsburg für immer die Bedrohung des jungen Reiches durch die Ungarn, die danach sesshaft wurden. Damit wurde aber auch der kaum noch besiedelte Raum zwischen Enns und Leitha frei für weitere Siedlungen.

Mit der Kaiserkrönung ‿Otto I. der Große‿ 962 in Rom, war auch die Geburtsstunde des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" (Sacrum Imperium Romanum Nationis Germanicae) gekommen. Von nun an blieb die römische Kaiserkrone den deutschen Königen vorbehalten, zugleich aber verbanden sich deren Schicksale eng mit Italien und dem Papsttum.

In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstand erneut eine dem Herzog von Bayern unterstellte Markgrafschaft östlich der Enns, die marchia orientalis (Mark im Osten) genannt wurde. 976 wird Liutpold aus dem Geschlecht der Babenberger mit dieser Mark belehnt und 996 taucht bereits die urkundliche Ersterwähnung von Ostarrichi auf, aus dem sich später die Bezeichnung Österreich entwickeln sollte. Daneben ist auch noch sehr lange die Form Osterland gebräuchlich – die Einwohner dieses Landes sind der Ostermann und die Osterfrau.

Die Babenberger trieben eine zielbewusste Rodungs- und Kolonisierungspolitik und errichten (in Zusammenarbeit mit anderen Geschlechtern, etwa den Kuenringern) eine gefestigte Landesherrschaft. Die Residenz befand sich anfangs in Pöchlarn, später in Melk. Markgraf Leopold III. gelang es, sich ins Kaiserhaus einzusippen und wurde wegen seiner Klostergründungen – vor allem Klosterneuburg – heilig gesprochen.

Herzogtum Ostarrichi

Im Zuge des Konfliktes zwischen den Staufern und den Welfen kam 1139 das Herzogtum Bayern an die Babenberger. Als Friedrich I. diesen Streit beenden wollte, gab er den Welfen das Herzogtum Bayern zurück - als „Trostpreis“ wurde mit dem Privilegium Minus eine eigene Herzogswürde für Ostarrichi kreiert. Erster Herzog war Heinrich Jasomirgott, der auch 1146 Wien zur Residenzstadt erhob. Mit der Georgenberger Handfeste 1186 fiel der Besitz der Traungauer Grafen von Steyr an die Babenberger, wodurch die Steiermark, die auch den zentralen Teil des heutigen Oberösterreichs umfasste, in dieser Form entstand.


Die Regierung Maria Theresias (1740-1780), vor allem aber die ihres Sohnes Joseph II. (1780-1790) war geprägt von einer Reformpolitik, die Recht und Verwaltung auf eine modernere Grundlage stellen sollte. Den Reformen Josephs II. haftete allerdings ein überstürzter und gelegentlich auch schrullig-despotischer Charakter an, so dass vieles nach seinem Tod wieder zurückgenommen wurde. Trotzdem gilt er als wichtiger Aufklärer und entscheidender Wegbereiter der bürgerlichen Gesellschaft.

Diese aufklärerischen Ansätze wurden jedoch nach dem Schock der Französischen Revolution schnell eingefroren: Josephs Neffe Franz II. trieb eine geradezu starrköpfige Reaktionspolitik, die auch vor allem mit dem Namen des Staatskanzlers Metternich verbunden ist. Diese politische Stagnation sollte die gesamte erste Hälfte des 19. Jahrhunderts andauern.


Nach der Französischen Revolution wurde Österreich auch in die Napoleonischen Kriege verwickelt. Die Kaiserkrönung Napoleons 1804 wurde von Franz II. mit der Ausrufung des Kaisertums Österreich beantwortet; Kaiser Franz II. (HRR) war nun als Franz I. auch Kaiser von Österreich. Auf Drängen des französischen Napoleon mußte er allerdings 1806 die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation niederlegen, das damit aufhörte zu existieren. Die napoleonischen Kriege konnten trotzdem erst 1815 mit dem Wiener Kongress beendet werden.

1815 trat das Kaisertum Österreich mit seinen vorher im HRR gelegenen Gebieten dem neu gegründeten Deutschen Bund bei.

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die ersten Ansätze des Nationalismus, wobei die Nationalismen der verschiedenen Nationalitäten im Vielvölkerstaat Österreich vehement gegeneinander arbeiteten und so vom Kaiserhaus gegeneinander ausgespielt werden konnten. Diese Uneinigkeit der Nationalitäten rettete auch in der Revolution von 1848 das Kaisertum vor dem Auseinanderfallen.

Die demokratischen Errungenschaften wurden schnell wieder revidiert, doch kam auch der Neoabsolutismus des neuen Kaisers Franz Joseph nach den Niederlagen in Italien 1859 an sein Ende. Die italienische Einigungsbewegung bildete einen Nationalstaat aus disparaten Länderteilen und übte auf die Nationalitäten der Monarchie daher eine starke Anziehungskraft aus. Gelegentlich wird gesagt, Giuseppe Garibaldi habe an die österreichische Monarchie eine Lunte gelegt.

Unmittelbare Ergebnisse der Niederlagen in Italien waren Verfassungsexperimente, nämlich das Oktoberdiplom 1859 und das Februarpatent 1861. Die Niederlage von Königgrätz im deutsch-deutschen Krieg (Österreich gegen Preußen) führte zur Auflösung des Deutschen Bundes. Nachdem Preußen den Norddeutschen Bund unter Ausschluss Österreichs gegründet hatte, führte eine weitere Verfassungsreform zur Gründung der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie.

Österreich-Ungarn (K.u.K.-Monarchie, Donaumonarchie)


Am 8. Juni 1867 wurde Kaiser Franz Josephs I. von Österreich in Budapest zusätzlich zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt. In diesem 19. Jahrhundert, in Zeiten wachsender Bevölkerungen, begann der – bisher von den Herrscherhäusern unterdrückte – Nationalismus seinen Siegeszug durch die Länder Europas und insbesondere der Habsburger Monarchie. Zur Abschwächung des ungarischen Nationalismus gedacht, verschärfte der Ausgleich von 1867 die Spannungen mehr als er sie kalmierte. Dieser Ausgleich schuf nun die Situation, dass die Ungarn in der Doppelmonarchie als zweites „Herrenvolk“ neben die Deutschen traten. Die Polen in Galizien waren noch einigermaßen privilegiert, ansonsten fühlten sich jedoch die slawischen Nationalitäten (insbesondere die Tschechen) um ihre Gleichberechtigung geprellt. Vor allem in Böhmen und Mähren nahmen die Differenzen zu - der Mährische Ausgleich 1911 nahm dem Konflikt zwar einiges an Schärfe, konnte aber keine Wirkung mehr entfalten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die Differenzen zwischen den einzelnen Volksgruppen der Donaumonarchie bereits so stark, dass das Parlament (der Reichsrat) nicht mehr arbeitsfähig war. Aufgrund der dadurch hervorgerufenen faktischen Lähmung des Staates ging diese Periode als die Zeit des „Fortfrettens und Fortwurschtelns“ (wienerische Ausdrücke: „mühsam weiterkommen“) in die österreichische Geschichtsschreibung ein.

In dieser Zeit, vor allem um 1900 erlebte Österreich aber eine kulturelle Blütezeit, die unter anderem mit dem Namen Sigmund Freud verbunden war, dessen Psychoanalyse auf Wissenschaft und Kunst befruchtend wirkte.

Am 26. Juni 1914 entluden sich die aufgestauten nationalen Gefühle in dem Attentat von Sarajevo auf den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand durch den serbischen Nationalisten Gavrilo Princip. Das daraufhin von Österreich-Ungarn an Serbien gestellte Ultimatum bewirkte die Erfüllung der sich aus den europaweit bestehenden Bündnissystemen und Beistandspaktender bestehenden Beistandspflichten und führte so zum Ersten Weltkrieg.

Die Erste Republik

<timeline> ImageSize = width:325 height:540 PlotArea = width:275 height:450 left:50 bottom:80 Legend = columns:2 left:15 top:65 columnwidth:140

DateFormat = yyyy Period = from:1804 till:2004 TimeAxis = orientation:vertical ScaleMajor = unit:year increment:10 start:1810

  1. there is no automatic collision detection,
  2. so shift texts up or down manually to avoid overlap

Colors=

 id:Mon  value:gray(0.25) legend:Monarchie
 id:Sta  value:gray(0.8) legend:Ständestaat  
 id:Dik   value:gray(0.5) legend:NS-Deutsches_Reich
 id:fre  value:pink  legend:fremdkontrollierte_Rep.
 id:Rep  value:red    legend:Republik_(vollsouverän)
 id:EU  value:blue legend:Republik_(EU-Mitglied)

Define $dx = 25 # shift text to right side of bar

PlotData=

 bar:BReg color:red width:25 mark:(line,white) align:left fontsize:7
 from:1804  till:1867 shift:($dx,-4)    color:Mon    text:Kaisertum österreich
 from:1867  till:1918 shift:($dx,-4)    color:Mon    text:österreich-Ungarn
 from:1918  till:1920 shift:($dx,-4)    color:Rep    text:Deutschösterreich
 from:1920  till:1933 shift:($dx,-4)    color:Rep    text:Republik öesterreich ('1. Republik')
 from:1933  till:1938 shift:($dx,-4)    color:Sta    text:Bundesstaat öesterreich
 from:1938  till:1945 shift:($dx,-4)    color:Dik    text:Teil des Deutschen Reiches
 from:1945  till:1955 shift:($dx,-4)    color:fre    text:
 from:1955  till:1995 shift:($dx,-4)    color:Rep    text:Republik öesterreich ('2. Republik')
 from:1995  till:end shift:($dx,0)    color:EU    text:


</timeline>

    Die Jahre 1918 bis 1920 sind in verfassungsrechtlicher Hinsicht
    eine bedeutende Zäsur: Die konstitutionelle Monarchie
    "Österreich-Ungarn" wird zur demokratischen "Republik Österreich".

Nach Ende des Krieges 1918 wurde die Regentschaft der Habsburger nach 6 Jahrhunderten beendet und die Donaumonarchie zerfiel in eine Vielzahl von Staaten, unter anderem entstand der neue Staat „Deutsch-Österreich“. Ursprünglich hatte dieser neue Staat alle deutschsprachigen Gebiete der Monarchie beansprucht, doch wurde das Staatsgebiet von den Siegermächten vorgegeben. Immerhin konnte das spätere Burgenland gewonnen werden: Da die Siegermächte vorerst unsicher waren, wem dieses Gebiet zugeteilt werden sollte und der Vorschlag einer Aufteilung zwischen der Tschechoslowakei und Jugoslawien nicht einmal von diesen Staaten selbst ernsthaft verfolgt wurde, gab man es an Deutsch-Österreich – in der Hoffnung, einen Keil zwischen zwei Staaten zu treiben, die an einer Revision der Friedensverträge potentiell interessiert waren. Für die Einwohner der Stadt Ödenburg (Sopron) kam es zu einer Volksabstimmung über ihre künftige Staatszugehörigkeit, die für Ungarn ausging. Die Volksabstimmungen in Südkärnten, das von Jugoslawien beansprucht wurde, ging dagegen eindeutig für Deutsch-Österreich aus.

Deutsch-Österreich verstand sich als ein Teil einer gesamtdeutschen Nation. Quer durch alle politischen Lager herrschte damals die Auffassung, dass dieser Reststaat - beraubt der ungarischen Agrar- und der böhmischen Industriegebiete - nicht alleine lebensfähig sei. Der Anschluss an das Deutsche Reich wurde in der Folge allerdings durch den Vertrag von St. Germain verboten. Selbst der Name „Deutsch-Österreich“ wurde von den Alliierten untersagt und musste in „Republik Österreich“ geändert werden. Die Verfassung vom September 1920 markiert den Beginn der ersten Republik Österreich und wurde, mit einer entscheidenden Novelle zur Stellung des Bundespräsidenten 1929, 1945 in Österreich wieder eingeführt.

Die Wirtschaft des jungen Staates lag nach Kriegsende den Umständen (Kriegsfolgen, Reparationen, Gebietsverluste) entsprechend darnieder. Die damit zusammenhängende Hyperinflation konnte erst Anfang 1924 durch eine Währungsreform mit Einführung des im November 1924 beschlossenen Schillings ab 1. März statt der Krone beendet werde; Voraussetzung war eine Anleihe des Völkerbundes. Erst danach begann ein zaghafter wirtschaftlicher Aufschwung, der jedoch lediglich ein Zwischenhoch Mitte der 1920er Jahre darstellte und mit der Weltwirtschaftskrise 1929 ein jähes Ende fand.

Mit den Unruhen der unmittelbaren Nachkriegszeit und den wirtschaftlichen Problemen ging eine immer schärfere politische Polarisierung einher: Hauptgegner waren einerseits der regierende Christlichsoziale Bund und die in der Stadt Wien regierenden Sozialdemokraten. Gegner dieser beiden waren wiederum die österreichischen Nationalsozialisten, die die Vereinigung der „Ostmark“ mit dem „Reich“ anstrebten und vor allem außerhalb Wiens eine große Anhängerschaft hatten. Darüber hinaus spielten paramilitärische Einheiten, wie die Heimwehr auf rechten Seite des politischen Spektrums (ohne klare Parteibindung) und der Republikanische Schutzbund auf der linken Seite, eine Rolle. Die politischen Gegensätze in Österreich waren groß und eskalierten schließlich 1927. Im Burgenland, in Schattendorf wurden Schutzbundleute erschossen. Mit dem Schattendorfer Urteil wurden die mutmaßlichen Täter danach freigesprochen, eine empörte Menge von Schutzbundsymphatisanten stürmte den Justizpalast und zündete ihn an. Der Schutzbund hatte bei dieser Demonstration Ordnerfunktion. Die Polizei löste die Demonstration mit Waffengewalt auf, wobei gab es dutzende Tote gab. Durch diese Ereignisse wurde die Sozialdemokratie entscheidend geschwächt.

Austrofaschismus und Ständestaat

Anfang der 30er Jahre begannen Diktaturen die Staaten Europas zu überziehen. Auch Österreich blieb von dieser Entwicklung nicht verschont. Vor allem die Heimwehr vertrat faschistische Ideen nach dem Vorbild Italiens.

1933 schaltete der christlichsoziale Bundeskanzler Engelbert Dollfuß das Parlament aus und begann mit der Errichtung einer Diktatur, eines autoritären Ständestaats nach faschistischem Vorbild. Er verbot alle Parteien, bis auf die Vaterländische Front und ließ politische Gegner verhaften. Auch die österreichischen Nationalsozialisten wurden verboten, wodurch die Selbständigkeit Österreichs noch einmal bekräftigt wurde. Bei einer Hausdurchsuchung in Linz kam es am 12. Februar 1934 zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten, der Heimwehr bzw. dem Bundesheer, die sich zu einem Bürgerkrieg ausweiteten. Am Ende waren die Sozialdemokraten besiegt und es begann die Diktatur Dollfuß'.

Am 25. Juli 1934 kam es zu einem nationalsozialistischen Putschversuch, der so genannte Juliputsch. 154 als Soldaten und Polizisten verkleidete österreichische SS-Leute stürmten das Bundeskanzleramt, Bundeskanzler Engelbert Dollfuß wurde angeschossen und starb kurze Zeit später an den Folgen des Anschlages. Eine zweite Gruppe der Putschisten besetzten die Rundfunkstudios der RAVAG und verbreiten die Falschnachricht, dass Dollfuß die Regierungsgeschäfte an seinen Nachfolger A. Rintelen übergeben habe. Dies war das vereinbarte Zeichen für einen nationalsozialistischen Aufstand in ganz Österreich, der allerdings nach wenigen Tagen von Polizei und Bundesheer niedergeschlagen werden konnte. Danach übernahm Kurt Schuschnigg die Regierungsmacht.

Unterstützung bekam Schuschnigg von Mussolinis Italien, das Österreich wie auch Ungarn an sich binden wollte und so gegen das Deutsche Reich auszuspielen versuchte. Drohend marschierten italienische Truppen am Brenner auf, worauf Adolf Hitler, der Diktator des Deutschen Reichs, jeden Einfluss auf die Vorgänge in Österreich (seinem Geburtsland) energisch bestritt.

Schuschniggs Diktatur orientierte sich zwar an der Selbstständigkeit eines „freien und deutschen Österreichs‿, bekam aber immer mehr Gegner, zumal der italienische Diktator Benito Mussolini zunehmend in Abhängigkeit zum Deutschen Reich geriet und daher immer weniger in der Lage war, seine auf die Selbständigkeit Österreichs ausgerichtete Politik aufrechtzuerhalten. 1937 wurde die Achse Rom-Berlin geschmiedet. Die Machthaber in Österreich konnten dem inneren und äußeren politischen und wirtschaftlichen Druck immer weniger entgegensetzten. Die alten großdeutschen Ideen bekamen zusehends mehr an Gewicht. Viele Menschen erhofften sich eine wirtschaftlich bessere Zukunft, da das Land weiterhin unter hoher Arbeitslosigkeit in einer Wirtschaftskrise litt. So bekamen die – freilich weiterhin illegalen – österreichischen Nationalsozialisten Zulauf und einen größeren Rückhalt bei den Bürgern.

„Anschluss“ an das Deutsche Reich


Schließlich erlebte das Land 1955 seine zweite Geburtsstunde. Durch einen Staatsvertrag mit allen Besatzungsmächten bekam das Land seinen früheren Namen und seine Souveränität zurück. Als Gegenleistung dafür musste diese zweite Republik Österreich seine „immerwährende Neutralität“ erklären und per Verfassungsgesetz festschreiben.

Mit dem Niedergang und Auflösung des Deutschen Reiches verbunden war auch die Vertreibung der Deutschen aus ihren angestammten Siedlungsgebieten und des Zuzugs auch in die neue Republik Österreich.

In weiterer Folge nahm die neue Republik Österreich eine parallele Entwicklung zu den anderen westeuropäischen Ländern.

Aufgrund des negativen Erlebens der eigenen deutschen Geschichte begriffen sich die Österreicher nunmehr in der überwiegenden Mehrheit als eigenständige Nation, nicht mehr als österreichische Deutsche oder als deutsche Österreicher, sondern schlicht als deutschsprachige Österreicher.

Dieses neue österreichische Nationalbewusstsein, dass auch auf einer Abgrenzung zur neuen Bundesrepublik Deutschland beruhte, hatte zur Folge, dass sich Österreich jetzt als erstes Opfer der Nationalsozialisten sehen wollte, obwohl Hitler unter dem Jubel und mit Zustimmung vieler Österreicher den Anschluss herbeigeführt hatte. Dadurch wurden die Beteiligungen an den Verbrechen des Dritten Reiches nicht aufgearbeitet. Dieser „blinde Fleck‿ im Geschichtsbewusstsein fand im Bundespräsidentschaftswahlkampf 1986 besonderen Ausdruck, als Kurt Waldheim seine Rolle in der reichsdeutschen Wehrmacht verschwieg. Trotz weltweiter Empörung gewann er die Präsidentenwahl im zweiten Wahlgang. Erst unter Bundeskanzler Franz Vranitzky gab es ein Bekenntnis zur Mitverantwortung der damaligen (zwischen 1938 und 1945) österreicherischen Reichsdeutschen an den Verbrechen des Nazi-Regimes.


Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regimes in den Ostblockländern, dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung der Grenzen zu Westeuropa in 1989 verlor das Land seinen Charakter als westlicher demokratischer Vorposten. Konsequenterweise trat Österreich daher 1995 der Europäischen Union bei, was lange Zeit aufgrund des Neutralitätsgesetzes für undenkbar galt, und unterzeichnete in der Folge auch das Schengener Abkommen zur Grenzöffnung. Seitdem hat Österreich offene Grenzen zur Bundesrepublik Deutschland (Bayern) und zu Italien.


Die Regierungskoalition der bürgerlich-konservativen ÖVP mit der nationalliberalen FPÖ im Februar 2000 führte zum „Einfrieren der Beziehungen‿, den so genannten „Sanktionen“, der anderen EU-Länder zur österreichischen Bundesregierung. Diese Politik hatte allerdings kaum realpolitische Auswirkungen auf europäischer Ebene und führte vielmehr zu einer Stärkung der ÖVP-FPÖ-Koalition und zu einer größeren Ablehnung der EU in Österreich. Aufgrund der Empfehlung des von den EU-Ländern letztlich eingesetzten „Rat der Weisen“ hoben die 14 EU-Länder im September 2000 diese „Sanktion‿ wieder auf.

Am 1. Jänner 2002 wurde auch in Österreich die neue EU-Währung Euro € eingeführt und löste die alte Währung (Schilling) ab.


Siehe auch: Liste der Markgrafen und Herzöge von Österreich im Mittelalter, Habsburg, Liste der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Liste der Kaiser von Österreich-Ungarn, Österreichische Kaiserhymnen, Bundeskanzler (Österreich)


Siehe auch: Portal Österreich, Geschichte Deutschlands, Geschichte Tschechiens, Geschichte Ungarns, Geschichte Sloweniens






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Geschichte Österreichs aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.