Geschichte Gambias
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Einordnung: Afrikanische Geschichte | Gambia
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Gambia war in der Vergangenheit Teil des Reiches Ghana und Songhai. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich bei arabischen Händlern im 9. und 10 Jh. Arabische Händler waren es auch, die eine Handelsroute für Sklaven, Gold und Elfenbein durch die Sahara aufbauten. Im 15. Jh. übernahmen portugiesische Händler die Route mit Schiffen als Transportmittel. Zu diesem Zeitpunkt war Gambia auch Teil des Reiches Mali.
1588 verkaufte Antonio von Crato die Handelsrechte am Fluss Gambia englischen Händlern, wie ein Schriftstück von Elisabeth I bezeugt. 1618 vergab König James I einer britischen Gesellschaft ein Privileg zum Handel mit Gambia und der Goldküste (heute Ghana).
Im späten 17. Jh. bis ende 18. Jh. machten sich England und Frankreich die politische und wirtschaftliche Herrschaft über die Flüsse in Senegal und Gambia strittig. Der Frieden von Paris (1783) übertrug Großbritannien die Herrschaft über Gambia, die Franzosen bekamen lediglich eine kleine Enklave um Albreda nördlich des Flusses. Diese wurde 1857 an Großbritannien abgetreten.
In der Zeit des transatlantischen Sklavenhandels wurden mehr als 3 Millionen Sklaven aus der Region abgezogen und nach Amerika "exportiert". Es bleibt unbekannt, wie viele Sklaven von arabischen Händlern vor und während des transatlantischen Sklavenhandels geraubt wurden. Diese wurden jeweils an Europäer verkauft. Manche Sklaven wurden entführt, andere wurden als Kriegsgefangene in Stammeskriegen verkauft, während weitere wegen Schulden zu Sklaven wurden. In den Anfängen des Sklavenwesens dienten die Menschen in Europa als Diener, bis der Arbeitsmarkt im 18. Jh. in der Karibik und Nordamerika mehr Sklaven nachfragte. 1807 hörte Großbritannien offiziell mit dem Sklavenhandel auf, was dem Sklavenhandel in Gambia vorerst keinen Abbruch tat. Im Jahr 1816 bauten die Engländer in Bathurst (heute Banjul) einen Militärstützpunkt. Die folgenden Jahre unterstand Banjul zeitweise dem Britischen Statthalter-General in Sierra Leone. Erst 1888 wurde Gambia eine separate Kolonie.
Im 2. Weltkrieg kämpften Gambische Truppen mit den Alliierten in Burma. Banjul diente dem United States Army Air Corps (heutige Airforce) als Flughafen zum Tanken und den alliierten Schiffen als Hafen. Der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt besuchte Banjul 1943 über Nacht auf der Durchreise nach Casablanca, wo die Konferenz von Casablanca statt fand. Es handelte sich um den ersten Besuch eines Amerikanischen Präsidenten im Amt auf dem Afrikanischen Kontinent.
Nach dem 2. Weltkrieg erhöhte sich das Tempo der Verfassungsreformen. Nach einer Volkswahl 1962 wurde Gambia 1963 volle Selbstverwaltung zugestanden. Am 18. Februar 1965 wurde Gambia als konstitutionelle Monarchie ins Commonwealth aufgenommen. Kurz darauf schlug die Regierung einen Wechsel zu einer Republik mit gewähltem Präsident anstelle der britischen Königin vor. Der Vorschlag scheiterte am Absoluten Mehr, welches zu dieser Verfassungsänderung notwendig gewesen wäre. Dennoch verschaffte sich Gambia mit der Abstimmung Respekt, da sie organisatorisch gut ablief. Am 24. April 1970 wurde Gambia eine Republik innerhalb des Commmonwealth, nachdem ein zweites Referendum die Hürde überwunden hatte.
Der erste Präsident der Republik war Sir David Dawda Kairaba Jawara, welcher bis 1994 fünf mal wiedergewählt werden sollte. Die relative Stabilität der Ära Jawara erlitt einen Einbruch, als 1981 ein gewaltsamer Staatsstreich das Land erschütterte. Der Coup wurde von Kukoi Samba Sanyang angeführt, der zweimal bei den Parlamentswahlen gescheitert war. Nach einer Woche mit mehreren hunert Toten bat Jawara Senegal um Unterstützung, welches mit seinen Truppen die Rebellen in die Flucht schlug. Jawara befand sich zum Zeitpunkt der Rebellion in London.
Im Nachspiel zum Putsch unterzeichneten Gambia und Senegal 1982 einen Vertrag, der die Vereinigung der Streitkräfte, der Währung und des Wirtschaftsraumes in der Konföderation Senegambia vorsah. Gambia verließ diese Konföderation 1989 wieder.
Im Juli 1994 demonstrierten die Rebellen der Armed Forces Provisional Ruling Council (AFPRC) ihre Macht in einem Militärputsch. Der AFPRC enthob Präsident Dawda Jawara seines Amtes und legte alle politischen Aktivitäten lahm. Leutnant Yahya Jammeh als Chef der AFPRC erklärte sich zum Präsidenten der Republik.
Die AFPRC kündigten einen Übergangsplan zurück zu einer zivilen demokratischen Regierung an. Es wurde 1996 eine provisorische unabhängige Wahlkimmission einberufen, um nationale Wahlen zu organisieren. Der Übergangsprozess sah eine Neuerstellung des Wahlregisters vor, eine neue Verfassung, welche per Referendum im August 1996 angenommen werden sollte, und Wahlen der Legislative im September 1996 und des Präsidenten im Januar 1997. Am 6. November 1996 wurde Jammeh im Amt des Präsidenten vereidigt.
Gambia gelang ein Schrit aus der internationalen Isolation, als es von 1997-1999 als nicht ständiges Mitglied einen Sitz im Weltsicherheitsrat übernehmen durfte.
Am 18. Oktober 2001 fand eine Präsidentschaftswahl statt, aus der Präsident Jammeh als Sieger herforging und für eine weitere Amtsperiode bis 2006 wiedergewählt wurde. Im Jahr 2002 fanden Wahlen für die Lokalverwaltungen und die Nationalversammlung statt, bei der die Alliance for Patriotic Reorientation and Construction (APRC) als Siegerin hervorging. Die Oppositionspartei UDP boykottierte die Wahlen allerdings.
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