Geschichte des Elsass
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Einordnung: Elsass
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Die Geschichte der Region Elsass
| Inhaltsverzeichnis |
Frühzeit
Die frühe Besiedlungsgeschichte des Elsass ist vergleichbar mit der der Gebiete in Südwestdeutschland:
- Erste Spuren für eine Bevölkerung können (bedingt durch das feuchte Habitat) für die Bronzezeit nachgewiesen werden.
- Vermutlich bildeten die Kelten die ersten nachweisbaren Siedler.
- Im 5. Jahrhundert v. Chr. trifft ein letzter keltischer Bevölkerungsstrom von der Donau her in der Region ein. Als Bauwerke der Epoche wertet man die Heidenmauer (mur paien) sowie den Odilienberg (Mont Saint Odile).
- 110 ziehen die Kimbern und Teutonen aus der Region Karlsruhe über Basel Richtung Gallien, wo sie 109 und 105 römische Armeen vernichten.
- 1. Jahrhundert v. Chr.: Im zentralen und nördlichen Elsass siedeln die Tribocer, im Süden die Sequaner. Der (germanische) Suebenfürst Ariovist versucht, im Raum Baden, Elsass, Nordschweiz, Freigrafschaft Burgund ein keltisch-germanisches Königreich zu errichten.
- 58 v. Chr. Julius Caesar schlägt Ariovist bei Mülhausen und erobert das Elsass. Die Rheingrenze wird mit Militärlagern befestigt. Es wird angenommen, dass die Römer als Erste in der Region Wein anbauten, um es als Handelsgut zu verwenden. Das Elsass wird ein Teil der römischen Provinz Germania Superior. Der sequanische Süden ist Teil der Provinz Belgica.
- Um Christi Geburt wird die Bevölkerung noch als mehrheitlich keltisch eingestuft. Gründung Straßburgs als Legionslager Argentoratum. Römerstraße von Augst bei Basel über Argentoratum nach Mainz. Romanisierung der keltischen Bevölkerung.
- Ab 254 ist das Elsass zunehmend Angriffen der Südwest-Germanen (sog. Alemannen) ausgesetzt, die den Limes (258/259) zerstören und den Rhein mehrfach überschreiten. Die Römer können nach der Niederlage der Alemannen in der Schlacht am Gardasee 268 die Rheingrenze wiedererlangen (277). 289 erneuter Einbruch der Alemannen.
- 293 Die diocletianische Reichsreform schlägt das Elsass dem nordwestlichen Reichsteil mit der Hauptstadt Trier zu (Praefectus praetorio Galliarum).
- 357 Schlacht bei Argentoratum (Straßburg): General Julian (Kaiser 361-363) schlägt die erneut eingedrungenen Alemannen noch einmal. Kaiser Valentinian I. kann ab 364 die Rheingrenze noch einmal sichern. Die im Elsass verbliebenen Germanen werden romanisiert. Im Spätreich gehört das Oberelsass zur Provinz Maxima Sequanorum, das Unterelsass zur Provinz Germania. Beide Provinzen gehören zur Diözese Gallien und mit ihr zur gallischen Präfektur.
- 375 überschreiten die Alemannen erneut den Oberrhein.
- 391 wird das (athanasische, nicht arianische) Christentum Staatsreligion.
- 405/06 zieht der römische Heermeister Stilicho die römischen Truppen vom Oberrhein ab, um dem westgotischen Angriff auf Italien begegnen zu können. Die Alemannen können ungehindert das elsässische Rheinufer besetzen und besiedeln. Die alemannisch-gallorömische Sprachgrenze verschiebt sich vom Oberrhein in die Vogesen. Deren (hintere) Täler und Höhen bleiben aber noch lange gallorömisch. Das Elsass wird wieder fast vollständig entchristianisiert. Nördlich des Elsass siedeln (um Worms) die Burgunder.
- 435 bringt der römische Heermeister Aetius im Bündnis mit den Hunnen Gallien wieder unter römische Oberhoheit und besiegt die Burgunder. Die tatsächliche Macht über das Elsass liegt in der Folgezeit mehr bei den Hunnen als bei den Römern.
- Die Römer/Kelten werden ab dem 3. Jahrhundert (evtl. auch 4./5. Jhdt.) durch den suebischen Alemannen abgelöst (Ortsnamen: ~ingen). 406/407 fand die endgültige Eroberung statt.
- 441-453 Der Hunnenkönig Attila beherrscht auch die Alemannen im Elsass. 443 zerstört er das Burgunderreich, woraufhin die verbliebenen Burgunder rheinaufwärts ziehen und sich südlich des Elsass ansiedeln. Nach dem römisch-fränkisch-westgotischen Sieg über Attila und die mit ihm verbündeten Alemannen in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451) zieht sich Attila hinter den Rhein zurück. Die Römer gewinnen aber von den Alemannen nicht wieder die Oberherrschaft über das Elsass.
- 496 werden die Alemannen durch die Franken unter dem Merowingerkönig Chlodwig geschlagen (vermutlich bei Weißenburg/Wissembourg). Die nördlichen Alemannen (in der Pfalz und um Weißenburg) werden dem Reich Austrasien angegliedert und durch fränkische Neusiedlung überprägt. Die südlichen Alemannen (im übrigen Elsass) bleiben vorläufig (unter dem Schutz Theoderichs und der Ostgoten) selbständig. Die Volkstumsgrenze zwischen Franken und Alemannen wird zur Nordgrenze des Elsass. Auch im Westen, auf den Vogesen, grenzt das Elsass an das Frankenreich. Hier findet aber kaum fränkische Neusiedlung statt, so daß sich westlich der Vogesen das Gallorömische erhält.
- 535 greift Justinian das Ostgotenreich an. Um die Franken zur Neutralität zu bewegen, treten die Ostgoten das Elsass mit dem Rest Alemanniens an die Franken ab.
Es folgt die Christianisierung.
- Im nördlichen Teil siedeln ab dem 6. Jahrhundert Franken (Ortsnamen: ~heim).
- 610 Der Begriff Elsass taucht als Alesaciones erstmals beim Chronisten Fredegar auf.
- um 625 wird Straßburg Bischofssitz.
- Mit dem Zerfall des merowingischen Frankenreichs gewinnen die Alemannen im Elsass wieder eine weitgehende Autonomie.
Die Herkunft des Wortes Elsass ist nicht zweifelsfrei geklärt. Eine häufige Erklärung leitet den Namem von dem Flüsschen Ill ab, das sich fast durch das ganze Elsass zieht. Der Fluss soll zur Römerzeit den Namen Ello getragen haben. Jene Alemannen, die sich rechts und links der Ill niederließen, d.h. sesshaft wurden, bezeichneten sich selbst als die Ill-Sassen bzw. Ello-Sassen, also die an der "Ill Sesshaften", woraus der Landschaftsname Elsass entstanden sein soll.
Mittelalter
- Ab dem 8. Jahrhundert dem Karolingischen Reich zugehörig.
- Zu Beginn des 9. Jahrhunderts unter Karl dem Großen hat die Region zentrale Bedeutung für das Reich.
- 829 Bei der Gründung des alemannischen Reichsteils unter Karl verbleibt das Elsass beim Gesamtreich unter Ludwig dem Frommen und Lothar.
- 833 Empörung der Söhne Ludwig (des Deutschen) und Pippin gegen Lothar: Die Heere der Söhne treffen zwischen Colmar und Türkheim auf das Heer des Vaters. Dessen Truppen gehen aber kampflos zu den Söhnen über (Name des Nichtschlachtfelds daher "Lügenfeld").
- 842 treffen sich Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle nach der Schlacht von Fontenoy (841) im Elsass, um sich ewige Treue zu schwören (nie wieder eine solche Schlacht zwischen karolingischen Brüdern). Die sogenannten Straßburger Eide werden zweisprachig geleistet, in Vulgärlatein und Althochdeutsch. Sie dokumentieren die Zementierung der im Elsass verlaufenden Sprachgrenze: Der gallorömische Teil geht trotz jahrhundertelanger fränkischer Herrschaft nicht zur fränkischen / deutschen Sprache über.
- 843 Das Elsass fällt durch den Vertrag von Verdun an das Mittelreich von Lothar I. 855 an dessen Sohn Lothar II., als Teil des genannten Lotharingien. Es liegt somit in der Mitte zwischen den romanisch- und den germanischsprechenden Ländern.
- 869 Tod König Lothars II. Sein illegitimer Sohn Hugo versucht, im Elsass eine eigenständige Herrschaft zu etablieren, wird aber von den Brüdern seines Großvaters beseitigt.
- 870 Vertrag von Mersen: Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle teilen Lotharingien auf. Das Elsass fällt an das Ostfränkische Reich.
- Um 900 bilden sich im Bereich des Ostfränkischen Reichs deutsche Stammesherzogtümer, Keimzellen eines künftigen deutschen Reichs. Das Elsass ist Teil des - mit Alemannien identischen - Herzogtums Schwaben.
- 1152 Friedrich Barbarossa, Herzog von Schwaben, wird deutscher König und (1155) römisch-deutscher Kaiser. Hagenau ist staufische Pfalz. Das Elsass ist (ein) Mittelpunkt des Reichs.
- 13. Jahrhundert Zeit der Staufer (Burgen), gilt als kultureller Höhepunkt.
- 1212 Neuordnung als Provinz (procura) mit Ministerialen.
- Friedrich II. gründet etwa ein Dutzend Städte und richtet ein zentrales Landgericht sowie eine zentrale Verwaltung in Hagenau ein. Der Bischof von Straßburg (Sitz seit dem 4. Jhdt.) wird zum Verwalter ernannt.
- Konrad IV. erteilt Graf Rudolf von Habsburg die Verwaltungsrechte.
- 1262 Straßburg erhält den Status einer freien Reichsstadt.
- 1299 wird das Elsass als Mitgift für die Schwester des französischen Königs Philipps des Schönen für die Heirat mit dem Sohn des deutschen Königs Albrechts I. von Habsburg benannt, doch die Heirat scheitert.
- 1307 der Graf von Mömpelgard (Montbéliard) erlangt die Herrschaft über die Stadt Belfort.
- 1354 Zehnstädtebund. Colmar und Hagenau werden direkt dem Kaiser unterstellt.
- 1444 französische?? Truppen beziehen im Elsass und in Lothringen Winterquartier und fordern die Unterwerfung von Metz und Straßburg.
- 1469 Der habsburgische Sundgau im Oberelsass wird von Herzog Siegmund dem Münzreichen an Karl den Kühnen, Herzog von Burgund, verpfändet. Die Steuern gehen an den deutschen Kaiser.??
- 1474 Der Sundgau wird wieder habsburgisch.
- 1477 Karl der Kühne stirbt in der Schlacht bei Nancy. Burgund fällt seiner Tochter Maria als Erbe zu. Sie heiratet den Habsburger Kaiser Maximilian I.. Weil auch Frankreich Anspruch auf das burgundische Erbe erhebt, beginnt der Gegensatz zwischen Habsburg und Frankreich (bis 1753), der sich aber vorläufig auf das Elsass noch nicht auswirkt.
- 1493 Bauernaufstand des "Bundschuh" im Oberelsass.
- 1515 Die Stadt Mülhausen schließt sich der Schweizerischen Eidgenossenschaft an. Sie bleibt dort bis 1798.
Reformationszeit
- 1523 Straßburg wird protestantisch. Der Reformator Martin Bucer macht die Stadt in der Folge zu einem Reformationszentrum. Durch die Gegenreformation der Habsburger und der katholischen Kirche wird das Elsass religiös zerstückelt.
- 1525 Großer Bauernkrieg auch im Elsass.
- ab 1546 Zentrum der Mennoniten.
- 1584-1602 Straßburger Kapitelstreit
Gegenreformation: Jesuitenkollegs in Hagenau, Molsheim, Schlettstadt und Ensisheim.
Wechselnde Herrschaft
Von 1639 bis 1945 wechselte in Folge von Kriegen das Elsass mehrmals zwischen deutscher und französischer Herrschaft:
- 1639 eroberten französische Truppen das Elsass. Sie kamen damit den spanischen Habsburgern zuvor, die auch an dem Land interessiert waren, da sie einen direkten Zugang zu den Niederlanden wünschten.
- 1646 verkauften die Habsburger für 1.200.000 Taler den im Oberelsass gelegenen Sundgau an Frankreich - das ihn bereits besetzt hielt -, um damit militärische Massnahmen (gegen Ungarn, Türken und Feinde im Westen) zu finanzieren.
- 1648 Im Westfälischen Frieden fielen der früher habsburgische Sundgau und die kaiserlichen Rechte (also die Vogtei) an 9 elsässischen Reichsstädten (Weißenburg, Hagenau, Rosheim, Oberehnheim, Kaysersberg, Colmar, Türkheim und Münster - aber nicht Straßburg) an Frankreich. Der größte Teil des Elsass verblieb beim Deutschen Reich. Durch nicht eindeutige Vertragsgestaltung erlangt das Elsass allerdings eine gewisse Eigenständigkeit. Dieses Ergebnis wird gelegentlich dem kaiserlichen Bevollmächtigten Isaac Volmer, dem ehemaligen Kanzler des Elsass, zugeschrieben.
- 1680 setzte König Ludwig XIV. sogenannte Reunionskammern ein, die die Wiedervereinigung der französisch gewordenen Gebiete (nicht nur im Elsass) mit den noch nicht französischen veranlassen sollten (friedliche Eroberung der Rheingrenze durch Annexionen). Die Reunionen im Elsass wurden vom Deutschen Reich zunächst nicht anerkannt. Das Reich war aber zu militärischem Widerstand gegen die französische Politik nicht in der Lage.
- 1681 Annexion von Straßburg durch Frankreich. Bis 1686 wird das Unterelsass zwischen Schlettstadt und Straßburg komplett reuniert.
- 1671-1711 Viele Wiedertäufer fliehen aus der Schweiz ins Elsass. Der Ursprung ist zumeist der Kanton Bern. Straßburg wird so zum Zentrum der frühen Wiedertäufer-Bewegung.
- 1689 entschließt sich das Deutsche Reich zum Krieg gegen Frankreich, das 1688 auch in der Pfalz einmarschiert war (Pfälzischer Erbfolgekrieg). Kriegsziel ist unter anderem die Beseitigung der aus deutscher Sicht rechtswidrigen Reunionen im Elsass. Frankreich reuniert die Gegend um Hagenau und das untere Oberelsass.
- 1697 Frieden von Rijswijk. Das Deutsche Reich anerkennt die Reunionen. Das Elsass bleibt bei Frankreich.
- 1701 Beginn des Spanischen Erbfolgekriegs. Das mittlerweile in den Türkenkriegen zur Großmacht aufgestiegene Österreich versucht nicht nur, die Übernahme des spanischen Throns durch einen Anjou zu verhindern, sondern auch, das Elsass für Österreich bzw. das Deutsche Reich zurückzugewinnen.
- 1714 Frieden von Rastatt und Baden (Schweiz): Das Deutsche Reich und Österreich anerkennen abermals den status quo im Elsass (zugunsten Frankreichs) an.
- Anfang des 18. Jahrhunderts wandern zehntausende Elsässer in die menschenleeren Gebiete des ehemaligen Südungarn, vorwiegend Banat und Batschka. Diese Gebiete waren zuvor durch die Habsburger von den Türken zurückerobert worden.
- 1753 Graf Kaunitz-Rietberg österreichischer Regierungschef. Er beendet die Feindschaft mit Frankreich. Ende der österreichischen Bemühungen um eine Rückgewinnung des Elsass.
Neuzeit bis Gegenwart
- 1789 Französische Revolution. Aufteilung des Elsass in die Départements Ober- und Unterrhein (Haut-Rhin und Bas-Rhin). Beseitigung der unter den Bourbonen fortbestehenden mittelalterlichen Stadtverfassung Straßburgs zugunsten einer französischen Zentralverwaltung. Die Elsässer stellen sich gegen die herrschenden Jakobiner. Teile der Bevölkerung gehen ins vorläufige Exil. Taufe und Heirat der Sundgauer Bevölkerung werden nun meist während der Wallfahrten nach Mariastein bei Basel vorgenommen.
- 1803/04 und 1808 Massenauswanderungen nach Russland, insbesondere Rückkehrer, die enteignet wurden.
- 1814 Nach der Niederlage Napoleons vermeiden die Großmächte auf dem Wiener Kongress eine Demütigung Frankreichs. Das Elsass bleibt - entgegen den Wünschen der erwachten deutschen Nationalbewegung - französisch.
- 1815 Als Nachspiel zur Rückkehr Napoleons aus Elba und der verlorenen Schlacht von Waterloo verschiebt der Wiener Kongress die deutsch-französische Grenze im Bereich Landau/Weißenburg geringfügig zu Gunsten Deutschlands.
- bis 1846 Bevölkerungsexplosion, Hungersnöte, Auswanderungswellen nun auch nach Amerika, insbesondere in die Republik Texas: Castroville, Stephen Austin.
- 1870/71 Deutsch-Französischer Krieg. Das Elsass und Nordostlothringen gehen als Reichsland Elsass-Lothringen an das neu gegründete Deutsche Reich. Deutschland erweist sich als unfähig, das Elsass angemessen ins Reich zu integrieren. Eine demokratische Verfassung für das Elsass wird abgelehnt, aber auch kein Fürst eingesetzt. Das Elsass wird eine Art Kolonie.
- 1911 Verfassungsrechtliche Gleichstellung des "Reichslands" Elsass-Lothringen mit den übrigen deutschen Bundesstaaten.
- 1914-1918 Erster Weltkrieg. 1914: Französische Offensive zur Rückgewinnung des Elsass im Bereich Mülhausen scheitert. Massive Kampfhandlungen, vor allem im Bereich des Hartmannsweiler Kopfes oberhalb von Mulhouse/Mülhausen.
- 11. November 1918 Waffenstillstand: Die deutschen Truppen sind zur Räumung des Elsass verpflichtet, das - unter verbreitetem Jubel der Bevölkerung - sofort von französischen Truppen besetzt wird.
- 1919 Durch den Vertrag von Versailles wird Elsass-Lothringen durch wieder vom Deutschen Reich getrennt und wieder an Frankreich angeschlossen. Auch die Nutzung des Rheins fällt nunmehr an Frankreich, das beginnt, den Rheinseitenkanal zu bauen (Grand Canal d'Alsace). Massive Französisierung verursacht Unmut unter der noch weitgehend deutsch (elsässisch) sprechenden Bevölkerung.
- 1939-1945 Zweiter Weltkrieg. 1940: Nach der Niederlage Frankreichs zu Beginn des II. Weltkriegs wird das Elsass (faktisch) wieder an das Deutsche Reich angeschlossen. Eine formelle Eingliederung durch einen Friedensvertrag findet bis Kriegsende allerdings nicht statt. Als Chef der Zivilverwaltung wird der nationalsozialistische Gauleiter der NSDAP in Baden Robert Wagner eingesetzt. Über 140.000 junge Elsässer (und Lothringer) werden als so genannte Volksdeutsche zwangsweise in die Wehrmacht eingezogen. (Das war auch damals schon völkerrechtswidrig, da Staatsangehörige des Gegners nicht eingezogen werden dürfen). Mit der Einberufung zur Wehrmacht oder Waffen-SS erhielten sie automatisch die deutsche Reichszugehörigkeit.
- 1944-1945 Befreiung vom NS-Regime durch die alliierten Streitkräfte.
- 1945 wird das Elsass (und Lothringen) wieder Teil der französischen Republik.
- seit 1945 gilt Französisch als alleinige Amts- und Schulsprache; in einigen Versionen dieses Artikels wird dies als erneute Unterdrückung der Seele und der Kultur des Volkes bezeichnet. Diese Auffassung ist allerdings umstritten. Der umgangssprachliche Gebrauch der deutschen Muttersprache (elsässischer Dialekt) geht immer mehr zurück.
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