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Geschichte des Saarlandes

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Das Saarland (historisch auch oft Saargebiet genannt), in Südwestdeutschland an der Saar gelegen, stand im Laufe seiner Geschichte auf Grund seiner Grenzlage immer abwechselnd unter deutschem und französischem Einfluss.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte bis zum Ersten Weltkrieg

Im 1. Jahrhundert v. Chr. wird das heutige Gebiet des Saarlandes in das Römische Reich eingegliedert. Es gelangt später unter die Kontrolle der Franken. 925 wird das Gebiet Teil des Heiligen Römischen Reiches, steht aber unter starkem „französischem“ Einfluß. 1680 wird das Saargebiet an Frankreich angegliedert. 1697 ist Frankreich durch den Frieden von Rijswijk gezwungen, das Saargebiet aufzugeben. 1793 besetzt jedoch Frankreich wieder das Saargebiet und annektiert es sogar im folgenden Jahr. Der südliche Teil des 1798 errichteten Departement Saar beziehungsweise des Regierungsbezirks Trier der 1822 gebildeten preußischen Rheinprovinz vereinte die meisten Teile des heutigen Bundeslandes und beendete die territoriale Zersplitterung des Ancien Régime.

Das autonome Saargebiet von 1920 bis 1935

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Saargebiet, bestehend aus dem südlichen Teil der Rheinprovinz sowie der Saarpfalz, dem Westen der bayerischen Pfalz, gemäß dem Versailler Vertrag (dort als „Saarbeckengebiet“ bezeichnet) vom Deutschen Reich getrennt. 1920 wurde es mit einem Mandat des Völkerbundes unter französische Verwaltung gestellt. Die Grenzziehung orientierte sich dabei an den Wohnorten der Bergleute, die in den Kohlegruben der Region arbeiteten. Im Gegensatz zum heutigen Saarland gehörten der südliche Hunsrück (Hochwald) und der südliche Saargau zwischen Saar und Mosel nicht zum Saargebiet. Wirtschaftlich war das Saargebiet von Frankreich abhängig; auch die Währung war französisch.

Die Besetzung des Saargebietes durch französische Kolonialtruppen, vor allem aus Nordafrikanern bestehend, aber auch die rücksichtslose Ausbeutung des saarländischen Kohle- und Stahlreviers, führten zum Wunsch der Saarländer, nach Deutschland zurückzukehren. Alle saarländischen Parteien unterstützten diesen Wunsch bis 1933. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten unter Hitler in Deutschland änderte sich die Politik der liberalen und linken Parteien im Saargebiet. Nun wurde der „Status Quo“ propagiert, das hieß Beibehaltung der Mandatsverwaltung bis zum Sturz Hitlers. Obwohl diese Politik von vielen international bekannten Persönlichkeiten unterstützt wurde, ein nicht unbedeutender Teil der vor den Nazis geflohenen deutschen Intelligenz in dieser Zeit kurz Aufenthalt im Saargebiet nahm, war die „Status Quo“-Politik der Demokraten zum Scheitern verurteilt. 15 Jahre „Heim ins Reich“-Politik aller saarländischen Parteien konnten ab 1933 bis zur Volksabstimmung am 13. Januar 1935 nicht mehr ausgeglichen werden, Hitler wurde nicht als Gefahr wahrgenommen.

In Erinnerung geblieben ist nur die Tatsache, dass der Aufenthalt der emigrierten deutschen Elite aus Kunst und Literatur zu einer kurzen kulturellen Blütezeit während des Abstimmungskampfes geführt hat. Zu erwähnen sind Bertolt Brechts „Haltet die Saar Genossen“ und die Fotodokumente des bekannten ungarisch-amerikanischen Fotografen, Kriegsberichters und Filmemachers Robert Capa aus dem Saarland.

Das Saarland von 1935 bis 1945

Das Saargebiet gehörte ab dem 1. März 1935 wieder uneingeschränkt zu Deutschland. Es trat aber nicht wieder zu Preußen bzw. Bayern zurück, sondern blieb als politische Einheit unter dem neuen Namen „Saarland“ erhalten. Es wurde zunächst durch einen Reichskommissar, später einen Reichsstatthalter in Saarbrücken verwaltet. Diesem waren auch die bayerische Pfalz und ab 1940 das deutsch besetzte Lothringen unterstellt. Der förmliche Zusammenschluss dieser drei Verwaltungseinheiten zum geplanten Reichsgau Westmark ist aber nicht mehr zustande gekommen.

Abtrennung nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg beabsichtigte Frankreich ursprünglich, das gesamte linksrheinische Gebiet von Deutschland abzuspalten. Diese Pläne wurden jedoch auf den Außenministerkonferenzen der Alliierten abgelehnt. Um es sich bei den Franzosen nicht zu verscherzen, gaben die Amerikaner jedoch ihre Zustimmung für eine Abtrennung des Saarlandes, dessen Gebiet gegenüber 1920 im Nordwesten etwas vergrößert wurde.

Am 16. Februar 1946 wurde das Saarland der Zuständigkeit des alliierten Kontrollrates entzogen, und noch am Ende desselben Jahres errichtete man eine Zollgrenze zum restlichen Deutschland. Kurze Zeit später wurde das Land zu einem französischen Protektorat mit einer eigenen Regierung. 1948 erhielten alle Saarländer eine eigene Staatsbürgerschaft („Sarrois“). Die von Frankreich eingesetzte Regierung, vorwiegend bestehend aus Emigranten und von den Nationalsozialisten Verfolgten, sorgte dafür, dass die Entnazifizierung im Saarland nachhaltiger durchgeführt wurde als in irgendeinem anderen Teil Deutschlands, die sowjetische Besatzungszone eingeschlossen.

Nach anfänglicher Zustimmung der Bevölkerung zu dem neuen Status stieg der Widerwille gegen die Regierung in den 1950er Jahren an. Die politischen Gegenparteien sprachen sich gegen eine engere Bindung an Frankreich aus und sahen sich zunehmenden Repressalien ausgesetzt – das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wurde eingeschränkt. Am 23. Oktober 1955 wurde schließlich eine Volksabstimmung über die Zukunft des Landes durchgeführt, wobei sich die Saarländer gegen das Saarstatut entschieden. Das Saarstatut war die Vision des saarländischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann, der das Saarland zum ersten europäischen Territorium machen wollte. Die Planung ganzer Stadtteile in und um Saarbrücken, die die heute in Brüssel, Luxemburg und Straßburg befindlichen europäischen Institutionen aufnehmen sollten, war bereits angelaufen.

Am 27. Oktober 1956 wurde in Luxemburg der Saarvertrag abgeschlossen, worauf das Gebiet 1957 als zehntes Land (ohne Berlin) zur Bundesrepublik Deutschland kam. Eine teilweise wirtschaftliche Abhängigkeit zu Frankreich blieb vorerst noch bestehen bis zum 6. Juli 1959, dem Tag X, als im Saarland die D-Mark zum Kurs von 100 Francs = 0,8507 DM eingeführt wurde.

Dem besonderen Status des Saarlands in der ersten Hälfte der 1950er Jahre verdankt auch der in Felsberg-Berus auf Langwelle sendende französischsprachige Rundfunksender Europe 1 seine Entstehung. Er war bis zur Einführung des privaten Rundfunks in Deutschland der einzige privat betriebene Rundfunksender auf deutschem Boden.





Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Geschichte des Saarlandes aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.