Gitarre
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Einordnung: Zupfinstrument
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Die Gitarre ist ein Musikinstrument, hinsichtlich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument, von der Spieltechnik her ein Zupfinstrument. Sie hat das selbe Ursprungsinstrument wie die Geige, nĂ€mlich die Fidel und gehört damit nicht â wie gemeinhin gerne angenommen â zu der Familie der Lauten.
Es kann grundsÀtzlich zwischen akustischen und elektrischen Gitarren unterschieden werden.
| Inhaltsverzeichnis |
Stimmung und Tonumfang
Die sechs verschieden dicken Saiten sind meistens auf E - A - d - g - h - eâ gestimmt (Standardstimmung). Jede Saite ist somit eine Quarte (fĂŒnf Halbtöne) höher als die darunterliegende (Ausnahme: die h-Saite ist eine groĂe Terz (vier Halbtöne) höher als die g-Saite).
Diese Stimmung ist erst seit der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts gebrĂ€uchlich. Daneben werden offene Stimmungen (open tunings) verwendet. Ein bekanntes Beispiel hierfĂŒr ist das StĂŒck Das Loch in der Banane von Klaus Weiland. Bei offenen Stimmungen wird die Gitarre so gestimmt, dass beim Anschlagen der leeren Saiten ein Akkord erklingt. Durch das Mitschwingen der leeren Saiten erhĂ€lt die Gitarre einen volleren Klang. Wichtige alternative Stimmungen sind:
- Dropped D-Stimmung, (D-A-d-g-h-e')
- Offene D-Stimmung, (D-A-d-f#-a-d)
- Offene G-Stimmung, (D-G-d-g-h-d)
Notation
Noten fĂŒr Gitarre werden im oktavierten ViolinschlĂŒssel notiert, erklingen also eine Oktav tiefer. Um MusikstĂŒcke schriftlich festzuhalten und zu lesen wird auch heute noch neben der Notendarstellung die Darstellung in Tabulatur benutzt - jedoch wesentlich fĂŒr nicht-klassische Gitarrenmusik.
Geschichte
Instrumente wie die Gitarre waren bereits vor 5.000 Jahren sehr populĂ€r. Ăgyptische Zeichnungen zeigen Frauen, die Instrumente wie eine Gitarre aus der Zeit der Pharaonen spielen. Der Name Gitarre allerdings stammt aus dem Spanien des 13. Jahrhunderts. Es wurde vom arabischen Wort qitara abgeleitet. Dies war der Name eines Instruments, das im 10. Jahrhundert von den Mauren nach Spanien gebracht wurde.
Die spanische Vihuela aus der Renaissance ist die Vorform der heutigen Gitarre. Sie hat einen schmalen Korpus und eine Wirbelplatte.
Aufbau
Allen Gitarren gemein ist der Hals. Eine minimale Gitarre hat ausschlieĂlich einen Hals, ĂŒber dem zwischen Sattel und Steg Saiten der Dicke nach geordnet aufgespannt sind. Typische Gitarren haben auf diesem Hals auch BĂŒnde, die dabei helfen, die Saite beim Greifen zu verkĂŒrzen, um einen bestimmten Ton beim Anschlagen zu erzeugen. Jedes BundstĂ€bchen entspricht dabei einem Halbtonschritt. Diese BĂŒnde sind heutzutage fest im Hals verankert und erlauben es eigentlich nicht, Zwischentöne zu erzeugen. Mit geeigneten Spieltechniken ist aber auch das möglich.
Der Hals ist je nach Art der Gitarre am Griffbrett flach oder gewölbt, breit oder schmal. Hierbei haben klassische Gitarren eher einen breiten und flachen Hals, wogegen Stahlsaitengitarren eher schmale und gewölbte HÀlse haben.
Am Ende des Halses befindet sich der Kopf, wo das eine Ende der Saiten an den Wirbeln befestigt ist. Mittels der Wirbel werden die Saiten gespannt und durch Regulierung der Spannung gestimmt. Auf dem Korpus befindet sich der Steg. An diesem ist das andere Ende der Saiten befestigt, oder - zumeist bei elektrischen Gitarren - unterhalb davon an einem Saitenhalter. Einige neuere E-Gitarren-Konstruktionen haben die Wirbel in den Saitenhalter verlagert, d.h. vom (dabei nicht mehr vorhandenen) Kopf an das untere Instrumentenende.
Gitarren gibt es in unterschiedlicher GröĂe und Mensur. So gibt es unter anderem Kindergitarren und auch speziell fĂŒr kleinere Menschen angefertigte Instrumente wie zum Beispiel so genannte Frauengitarren, die unter anderem von KĂŒnstlern wie Prince gespielt werden.
Beim Bau der Gitarre werden traditionell Hölzer fĂŒr den Korpus und den Hals verwendet. Jedoch kommen auch hier vereinzelt andere Materialien, wie zum Beispiel Metall, Verbundwerkstoffe oder Carbon zum Einsatz. Bei den Hölzern werden in der Regel spezielle Klanghölzer verwendet, die je nach Gitarrenart und Eigenschaft in unterschiedlichen Kombinationen beim Gitarrenbau verwendet werden.
Akustische Gitarren
Bei akustischen Gitarren entsteht der Ton durch Zupfen oder Schlagen der Saiten. Der Korpus der Gitarre verstĂ€rkt den Ton. Besonders ausschlaggebend fĂŒr den Klang ist das Material und die QualitĂ€t der Decke (der Holzplatte, welche den Saiten zugewandt ist). Diese wird fĂŒr einen perligen, harten Klang meist aus Zedernholz hergestellt (z.B. fĂŒr spanische Gitarrenmusik) und fĂŒr einen eher singenden, weichen Klang aus Fichtenholz (z. B. fĂŒr romantische Musik). Sehr preisgĂŒnstige Gitarren sind auch aus einfachem Sperrholz gefertigt.
Seit lĂ€ngerer Zeit gibt es auch so genannte elektroakustische Gitarren. Dabei handelt es sich um akustische Gitarren mit eingebautem Tonabnehmer. Dadurch kann der Ton wie bei der elektrischen Gitarre ĂŒber einen VerstĂ€rker ausgegeben werden.
Konzertgitarre
Der Korpus einer hochwertigen Konzertgitarre wird in der Regel aus massiven Palisanderholz gebaut. Besonders begehrt ist hier der geschĂŒtzte Rio-Palisander. Daneben werden verschiedene Mahagoniarten, Ovangkol, und auch heimische Hölzer wie Ahorn oder Kirsche fĂŒr den Bau von Boden und Zargen verwendet. Auch sehr exotische Hölzer wie das an Rio-Palisander erinnernde Zirikote werden verbaut. FĂŒr die Decke wird besonders fein gewachsenes Fichten- oder Rotzedernholz verwendet. Der Hals besteht aus Cedro, Ahorn oder Mahagoni, das Griffbrett aus Ebenholz oder Palisander. FĂŒr die verschiedenen Einlegearbeiten um das Schallloch und am Rand werden auch verschiedenste andere exotische und einheimische Hölzer benutzt.
Hochwertige Konzertgitarren werden mit Schellack handpoliert. Mit diesem natĂŒrlichen Harz wurden frĂŒher auch Möbel lackiert. Schellack hat den Vorteil, dass er jederzeit wieder auf Hochglanz poliert werden kann und kleine Kratzer dadurch wieder verschwinden. Vor allem aber stellt er den dĂŒnnst-möglichen OberflĂ€chenschutz fĂŒr das Holz dar, ermöglicht der Decke also weitgehend ungehindertes Schwingen. Allerdings verlangt Schellack eine konsequente Pflege und Nachpolitur, um nicht unansehnlich stumpf auszusehen. Lackierungen mit unempfindlicheren Nitrolacken sind inzwischen bei hochwertigen Instrumenten ebenfalls ĂŒblich.
Die Konzertgitarre hat im Vergleich zur Western- und E-Gitarre ein breiteres Griffbrett. Die drei Basssaiten sind aus Nylonseide und mit Kupfer- oder Silberdraht umsponnen, gelegentlich auch die 3. (g-)Saite. Die drei (bzw. zwei) Melodiesaiten oder besser Diskantsaiten sind aus massivem Nylon. Seit einiger Zeit wird fĂŒr sie auch Polyvinylidenfluorid (PVDF) benutzt, ein Material, das eine deutlich höhere Dichte als Nylon aufweist. Die Saiten sind daher bei gleicher Tonhöhe dĂŒnner und somit âlebendigerâ und reaktionsfreudiger (unter Gitarristen werden diese die PVDF-Saiten auch âCarbonsaitenâ genannt). Es gibt immer noch alte Konzertgitarren, die mit Darmsaiten bespannt sind. Diese bestehen heutzutage aus Schafsdarm.
Die ersten Konzertgitarren von heutiger GröĂe finden sich ab Mitte der 19. Jahrhunderts in Spanien. Der wohl wichtigste Gitarrenbauer jener Epoche hieĂ Antonio de Torres. In Deutschland wurde die Bauform nach Torres maĂgeblich von Hermann Hauser (I) umgesetzt und verbreitet. AndrĂ©s Segovia besaĂ Gitarren von Hermann Hauser (I) und dessen Sohn und Enkel.
Flamencogitarre
Die Flamencogitarre ist der Konzertgitarre sehr Ă€hnlich, jedoch ist der Korpus minimal kleiner und vorzugsweise aus Zypresse oder Zeder gefertigt, welches ihr einen höheren, weniger basslastigen und einzigartigen Klang verleiht und ihr mit dem Apoyando zu einem lautem und durchdringendem Klangbild verhilft. Oftmals haben Flamencogitarren einen Golpeador, welcher die Gitarre vor der flamencotypischen Schlagtechnik Golpe schĂŒtzt. Auch werden hĂ€rtere Saiten als bei der Konzertgitarre bevorzugt. Typisches Hilfsmittel bei der Flamencogitarre ist der Kapodaster.
Folk- und Westerngitarre
Bei der Westerngitarre sind die Saiten aus Stahl und haben eine wesentlich höhere Saitenspannung als Nylonsaiten. Der Hals ist Ă€hnlich wie bei einer E-Gitarre meist schmal und enthĂ€lt - wie bei fast allen Stahlsaitengitarren - hĂ€ufig einen spannbaren Stahlbogenkern, um die Gegenspannkraft des Holzhalses gegenĂŒber dem Zug der Stahlsaiten zu korrigieren. Eine Westerngitarre hat in der Regel 6 Saiten (selten auch 7 oder 12). Der Korpus ist meistens deutlich gröĂer als bei der klassischen Gitarre. Das Griffbrett ist gewölbt. Man unterscheidet verschiedene Formen: Dreadnought, Jumbo, Grand Auditorium, Auditorium und Parlour. Die Decke besteht in aller Regel aus Zeder- oder Fichtenholz. FĂŒr Zarge und Boden können verschiedene Hölzer eingesetzt werden (Amerikanisches NuĂbaumholz, Palisander, Mahagoni, Zebrano, Padouk etc.). Im Gegensatz zur klassischen Gitarre (Nylonsaiten) treten bei der Folk-/Westerngitarre durch die Verwendung von Stahlsaiten wesentlich höhere ZugkrĂ€fte auf, die durch ein verĂ€nderte Decken- und Bodenverbalkung (Bracing) stabilisiert werden. Hier findet das sogenannte X-Bracing oft Anwendung. Der Name resultiert aus der Form zweier sich direkt unterhalb des Schallochs kreuzenden Stabilisierungsleisten. Um die Ansprache des Instrumentes zu verbessern, wird oft auch das "Scalloped X-Bracing" verwendet. Hierbei werden die Leisten der Gitarrendecke an verschiedenen Stellen verjĂŒngt um bestimmte Resonanzen des Instrumentes zu verstĂ€rken oder abzuschwĂ€chen. Dieser Bearbeitungsvorgang kann nur von einem erfahrenen Gitarrenbauer durchgefĂŒhrt werden, da er fĂŒr jede Gitarre individuell durchgefĂŒhrt werden muĂ. "Scalloped Bracing" ist daher vorwiegend bei qualitativ hochwertigen Instrumenten zu finden. Erfunden wurde dieses Beleistungssystem von dem Gitarrenbauer Christian Friedrich Martin, der im 19. Jahrhundert in die USA auswanderte, und dort die "Martin Guitar Company" grĂŒndete. Nach den von Martin entwickelten Konstruktionsprinzipien werden bis heute nahezu alle Stahlseitengitarren gebaut.
Die Folk-/Westerngitarre hat einen sehr hellen Klang, der durch das Benutzen eines Plektrums (Plektron) noch brillanter ist.
Im Folkbereich wird gelegentlich eine 12-Saiten-Gitarre benutzt. Bei dieser Gitarre liegt neben den vier tiefsten Saiten (E, A, d und g) eine zweite, dĂŒnnere Saite, die um eine Oktave höher gestimmt ist; die beiden Diskantsaiten (h und e') sind doppelt vorhanden. Diese zusĂ€tzliche Saiten ergeben einen volleren, hellen harmonischen Klang, durch leichte Verstimmung der Doppelsaiten gegeneinander kann auch ein Choruseffekt entstehen. Wegen der Doppelbespannung erfordert die 12-Saiten-Gitarre deutlich mehr Kraft in der Griffhand.
Resonatorgitarre
Die Resonatorgitarre ist eine Stahlsaitengitarre mit einem mechanischen Lautsprecher im Inneren des Korpus. Durch diese Konstruktion gehören sie angespielt zu den lautesten unverstÀrkten Gitarren.
Bassgitarre
Die Bassgitarre ist eine Oktave tiefer gestimmt als die normale, zur Unterscheidung dann manchmal so bezeichneten âPrimgitarreâ. Sie hat 4, 5 oder 6 Saiten. Selten besitzen Bassgitarren auch 7 Saiten, bei solchen Exemplaren handelt es sich aber meist um kostspielige Sonderanfertigungen. Gitarrenfirmen wie z.B. Fender stellen auf Wunsch solche Exemplare her. Es gibt auch eine elektronisch verstĂ€rkte Variante, den E-Bass. Dieser löste vor einigen Jahren den Akustikbass ab, der seitdem eigentlich nur noch bei Orchestern oder in der Jazzmusik eingesetzt wird.
Elektrische Gitarren
Die elektrische Gitarre (E-Gitarre) ist eine Gitarre, bei der die Saitenschwingungen ĂŒber elektrische Tonabnehmer abgenommen und elektronisch verstĂ€rkt werden. Dies geschieht ĂŒblicherweise mit zur VerstĂ€rkung der E-Gitarre angepassten GitarrenverstĂ€rkern. Der Korpus ist zumeist massiv.
| FĂŒr dieses Instrument existiert im Rahmen des Wikiprojekts Klangbeispiele auch eine Audiodatei. Hören Sie sich das Instrument an. |
Halbresonanz- und Jazzgitarre
Eine Halbresonanzgitarre (auch Semiakustik-Gitarre bzw. Halbakustikgitarre genannt) ist eine Zwischenstufe zwischen Solidbodygitarre (massiver Korpus) und Vollresonanz-E-Gitarre, und hat entweder (in VerlĂ€ngerung des Halses) einen massiven Block in der Mitte (Center-Block) und nur die Seitenteile des Korpus sind hohl, oder der Korpus ist massiv bis auf eine oder mehrere Resonanzkammern, was in beiden FĂ€llen bewirkt, dass die Gitarre auch ohne VerstĂ€rkung hörbar ist. Dabei ist der Korpus oft nur so dĂŒnn wie bei einer Solidbody, bei der Konstruktion mit Center-Block oft etwas dicker. Das bei der Akustikgitarre ĂŒbliche runde Schallloch ist abgelöst durch F-Löcher oder andere, die die Flanken verzieren. Die Anbringung der Tonabnehmer ist hingegen Ă€hnlich gestaltet wie bei einer reinen E-Gitarre, jedoch finden Humbucker-Tonabnehmer Verwendung.
Eine E-Gitarre mit einem vollstÀndigen Resonanzkörper bezeichnet man als Vollresonanz-E-Gitarre oder Jazzgitarre. Der Resonanzkörper ist oft, aber nicht immer, so dick wie bei einer Akustikgitarre. Der Gitarrentyp hat keinen Center-Block, so dass die Decke frei schwingen kann.
Bei vielen AusfĂŒhrungen der Jazzgitarre und manchen der Halbresonanz-Gitarre ist der Saitenhalter nicht nahe dem Steg auf der Decke, sondern vergleichbar einem Geigensaitenhalter am unteren Ende der Gitarre befestigt.
Eindeutige Beispiele fĂŒr Halbresonanz sind die abgebildete Ibanez und das Urmodell Gibson ES 335. Typische Jazzgitarren sind z.B. Gibson L-5 und ES 175.
E-Bass
Ein E-Bass ist eine Mischung aus akustischer Bassgitarre und Kontrabass, nur elektronisch verstÀrkt. Er hat in der Regel vier Saiten, die den vier tiefen Saiten der Gitarre entsprechen, nur um eine Oktave tiefer gestimmt. Damit ist der E-Bass wie ein Kontrabass gestimmt.
Luftgitarre
Die Luftgitarre ist eine pantomimisch dargestellte Gitarre; ein Luftgitarrist imitiert mit oft nicht geringem Körpereinsatz das Spiel auf einer E-Gitarre. In Finnland gibt es seit einigen Jahren eine Weltmeisterschaft im Luftgitarrespielen. Imitiert wird hierbei die BĂŒhnenshow von Rockgitarristen.
Silent/Traveller Guitar
Silent Guitar und Traveller Guitar sind die Markennamen von korpuslosen Gitarren, die sich wie eine Konzert- oder eine Folk-/Westerngitarre spielen. Durch den fehlenden Resonanzkörper sind sie wesentlich leiser, aber auch kompakter als andere Gitarren. Der Ton kann darĂŒber hinaus auch elektrisch abgenommen und verstĂ€rkt werden.
Simulation/Synthesizer
Die Firma Roland schaffte es als erste, mit einem speziellen Tonabnehmer fĂŒr Stahlsaiten und geeigneter Software verschiedenste Gitarrentypen, Formen, Bauarten, Stimmungen usw. zu simulieren. Auch konnten die Saitenschwingungen zur Klangsynthese weiterverwendet werden. Line 6 entwickelt mit der Variax als erste Firma eine Gitarre, die per Knopfdruck unterschiedliche Gitarrenmodelle simuliert.
Varianten
- abgeleitete Varianten der Gitarre:
- Àhnliche Varianten aus der Lautenfamilie
Spieltechniken
GrundsĂ€tzlich unterscheidet man zwischen Spieltechniken, die mit der Greifhand oder der Anschlagshand ausgefĂŒhrt werden. In seltenen FĂ€llen werden einige Techniken in der Praxis auch mit beiden HĂ€nden angewendet.
Techniken der Anschlagshand
- Zupfen: Beim Zupfen werden einzelne Saiten mit den Fingern gezupft (angerissen) bzw. mit dem Plektrum angeschlagen. Dies kann auch in Kombination von Plektrum und Fingern erfolgen. Auf diese Weise ist auch ein mehrstimmiges Melodiespiel möglich.
- Schlagen (auch Strumming): Beim Schlagen werden mehrere Saiten gleichzeitig angeschlagen. Dies kann mit einem einzigem oder mehreren Fingern und/oder mit einem Plektrum erfolgen. So lassen sich auch Akkorde spielen.
- Wechselschlag: Bezeichnung fĂŒr unterschiedliche Techniken, mit denen Melodien und LĂ€ufe auf Tempo gebracht werden können:
- In der Regel den abwechselnden Auf- und Abschlag (siehe oben Schlagen).
- Bei der klassischen Spieltechnik das abwechselnde Benutzen verschiedener Finger, meist Zeige- und Mittelfinger, beim beim Spielen von Melodien.
- Beim Spiel einzelner Saiten mit dem Plektrum das Abwechselnde nach unten und oben Anschlagen der Saite mit dem Plektrum (Diese Technik wird auch alternate picking genannt).
- Rasgueado: Eine aus der spanischen Flamenco-Musik stammende Technik, bei der in der Regel drei oder vier Finger (auĂer dem Daumen) in schneller Folge dergestalt ĂŒber die Saiten schlagen, dass die AnschlĂ€ge in groĂer Geschwindigkeit aufeinander folgen und einen typisch rasselnden Effekt produzieren.
- Two-Hand-Tapping Auch right hand tapping genannt: Ein erweitertes normales Tapping, bei dem die rechte Hand zusÀtzlich zum Einsatz kommt.
- Pizzicato/Palm-Muted: Man dÀmpft mit dem Handballen die Saiten unmittelbat neben dem Steg ab, um beim Anschlagen einen dumpfen Ton zu erzeugen. Palm-muting wird in hÀufig bei Metal- und Rocksongs verwendet.
- Apoyando: Angelegter Anschlag oder StĂŒtzschlag, bei dem der Finger nach dem Anschlagen einer Saite auf die nĂ€chste fĂ€llt. Diese Technik erzeugt einen krĂ€ftigen, voluminösen Ton.
- Tirando: Freier Anschlag, bei dem der Finger nach dem Anschlagen einer Saite nicht auf die nÀchste fÀllt.
- Golpe (perkussiver Effekt): Schlagen mit den Fingern auf die Decke der Gitarre.
- Sweep Picking (auch âsweepingâ): Beim sweep picking werden mehrere Saiten mit einem Plektrumanschlag gespielt. Im Gegensatz zum Akkord klingen die Saiten aber alle einzeln, was durch DĂ€mpfen der Greifhand erreicht wird. Mit Hilfe des sweep pickings kann man schneller spielen und erreicht etwas flĂŒssigere ĂbergĂ€nge zwischen den einzelnen Noten.
- Tremolo: Sehr schnelle Wiederholung eines Tones (hÀufig: pami-Anschlag), durch die der Eindruck eines durchgehenden Tones vermittelt wird. Die Technik ist besonders von der Mandoline her bekannt.
Greifhandtechniken
- Vibrato: Der greifende Finger wird leicht hin und her bewegt. Dadurch Àndert sich die Tonhöhe in einer leichten Schwingung.
- Flageolet (auch ânatural harmonicâ): Ist eine Technik, um das Obertonspektrum eines Tones zu verĂ€ndern. Es werden durch eine bestimmte DĂ€mpftechnik der Grundton, der erste, zweite Oberton ausgeblendet. Dadurch hört man die Oktave, Doppeloktav und Quinte anstatt des eigentlich angeschlagenen Tones.
Bei dieser Technik berĂŒhrt ein Finger nur leicht bestimmte Punkte der Saite und verlĂ€sst im Moment des Anschlages wieder die Saite. Diese DĂ€mpftechnik ist nur an bestimmten Punkten der Saite fĂŒr das Flageaolet sinnvoll einsetzbar. Bei ungegriffenen Saiten sind diese Punkte:
12. Bund Oktav
5. Bund Doppeloktav
7. und 19. Bund Quinte
Je nach QualitÀt der Gitarre sind auch noch an anderen Stellen Flageolets möglich. Sie tendieren aber nicht mehr zu klaren einzelnen Tönen, sondern zu Multiphonics.
Man unterscheidet zwischen
- natĂŒrlichen Flageolets:
Bei diesen bleiben die Saiten ungegriffen und es wird an den obengenannten Stellen gedĂ€mpft. - kĂŒnstliche Flageolets: Bei diesen werden die Saiten gegriffen. Hier verschieben sich die AbdĂ€mpfpunkte um so viel BĂŒnde, wie der Ton gegriffen wird. Soll heiĂen, wenn die Saite am 3. Bund gegriffen wird, dann sind die AbdĂ€mpfpunkte am 8.(5+3) 10.(7+3) 15.(12+3) und 22.(19+3) Bund.
- Hammer-On (auch âAufschlagbindungâ): Ein vorher freier Finger drĂŒckt eine Saite an einem bestimmten Bund schnell auf das Griffbrett. Dieser Ton erklingt, jedoch etwas leiser, als wĂ€re er angeschlagen worden.
- Pull-Off (auch âAbzugsbindungâ): Ein Finger, der vorher einen Ton gegriffen hat, lĂ€sst die Saite schnell los bzw. zupft sie leicht an. Dadurch erklingt der Ton, der an einem tieferen Bund auf dieser Saite gegriffen ist, oder aber der Ton der leeren Saite.
- Ziehen (auch âbendingâ ): Man greift eine Seite und zieht diese mit dem greifenden Finger senkrecht nach oben oder unten, wodurch ein höherer Ton entsteht.
- Gleiten (auch âslidenâ oder âGlissandoâ): Der Finger gleitet von einem Bund zu einem anderen, wobei die Saite heruntergedrĂŒckt bleibt.
- Rake: Die ersten paar Saiten werden vor dem eigentlichen Ton abgedÀmpft, aber trotzdem mit angeschlagen. Dadurch entstehen percussive Töne.
- Artificial Harmonic: Dabei wird die Saite gleich nach dem Anschlag abgedÀmpft, wodurch ein höherer, harfen-Àhnlicher Ton zu hören ist, im Normalfall die Oktav.
Gitarreneffekte
Unter Gitarreneffekten versteht man in der Regel elektronische Schaltungen bzw. Effektprozessoren, die das Gitarrensignal verÀndern. HauptsÀchlich treten sie in Form so genannter Bodentreter oder Pedale auf, aber auch als 19"-EinbaugerÀte ('Racks). Genutzt werden hier vor allem verzerrende, Hall- und Modulationseffekte.
Hilfsmittel
Gitarrenhersteller
Bekannte Hersteller von Gitarren (und VerstÀrkern) sind (in alphabetischer Reihenfolge): Auerswald, Crate, ENGL, ESP, Epiphone, Fender, Framus, Gibson, Giussanni, Gretsch, Hughes & Kettner, Ibanez, Jackson, Line 6, Marshall, Martin Guitar, Mesa Boogie, Matchless, Music Man, Orange, Ovation, Paul Reed Smith, Peavey, Roland, Siggi Guitars, Stoll Guitars, Takamine, Taylor, VOX, Washburn, Yamaha
Siehe auch
- Leadgitarre
- Rhythmusgitarre
- Liste von Gitarristen
- Musikinstrument
- Wikibuch Gitarre (englisch)
- Suche nach Gitarre Infos mit: Yahoo
