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Glaubensbekenntnis

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Ein Glaubensbekenntnis, auch Credo (von lat. "ich glaube") oder Symbolum, ist in einer Religion ein öffentlicher Ausdruck des persönlichen und kollektiven Glaubens, zu dem der oder die Sprecher sich bekennen.

Ein Glaubensbekenntnis hat verschiedene Funktionen:

Inhaltsverzeichnis

Judentum

Das ausdrückliche Bekennen des eigenen Glaubens vor Gott und der volkhaften Gemeinde ist im Judentum seit seinen Anfängen zentral. Ein altes biblisches Credo Israels lautet:

"Ein umherziehender Aramäer war mein Vater; er zog nach Ägypten hinab und hielt sich dort als Fremdling mit wenigen Angehörigen auf; aber er wurde dort zu einem großen, starken und zahlreichen Volk. Doch die Ägypter misshandelten uns; sie quälten uns und legten uns harten Frondienst auf. Da schrien wir zu Jahwe, dem Gott unserer Väter. Jahwe erhörte unser Rufen und sah unsere Qual, unsere Mühsal und Bedrängnis. Und Jahwe führte uns heraus mit starker Hand und ausgestrecktem Arm, mit großen, furchterregenden Taten, mit Zeichen und Wundern. Er brachte uns an diesen Ort und gab uns dieses Land; ein Land, das von Milch und Honig überfließt." (5. Mose 26, 5-9)

Das Bekenntnis zu den befreienden Geschichtstaten Gottes wurde zum gemeinsamen Glauben Israels, der die 12 hebräischen Stämme zu dem erwählten Volk Gottes einte, das nur einen Gott kannte und verehrte (Josua 24, 18). Ein Großteil der biblischen Geschichtsüberlieferung hat daher Bekenntnischarakter und enthält Credo-artige Texte.

Das "Schma Jisrael" (Höre, Israel) wurde zum wichtigsten Glaubensbekenntnis dieses Volkes, das seine Existenz den Befreiungstaten Jahwes in der Geschichte verdankt:

"Höre, Israel, Jahwe ist unser Gott, Jahwe allein! Und Du sollst Jahwe, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all Deiner Kraft." (5. Mose 6, 4-5).

Dieses Bekenntnis enthält als Anrede an die versammelte Gemeinde zuerst die Zusage des Bundes Gottes mit seinem Volk: "Jahwe ist unser Gott!", sodann das alle Volksangehörigen beschlagnahmende Gebot: "Und Du sollst..." Damit antwortet das Bekenntnis auf das erste der Zehn Gebote, das lautet:

"Ich bin Jahwe, Dein Gott, der Dich aus Ägypten, aus der Sklaverei geführt hat. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. ..." (2. Mose 20, 2f/ 5. Mose 5, 6f)

Diese besondere, gemeinschaftliche und konzentrierte Antwort des Glaubens auf den einzigen Gott, der sich seinem Volk offenbart, hat das Judentum an das Christentum und den Islam "vererbt".

Christentum

Neues Testament

Im Neuen Testament übernimmt Jesus Christus ausdrücklich das israelitische Schma Jisrael als sein eigenes Credo, und zwar bereits in der Gestalt, in der es im Judentum bis heute gebetet wird: indem er dem ersten Gebot der Gottesliebe das Gebot der Nächstenliebe gleichrangig zur Seite stellt (Markus 12, 29-31). Damit ist der Gott Israels auch für alle Christen der einzige Gott, den sie mit aller Kraft zu lieben haben wie sich selbst. Bekennen, Beten und Nachfolgen sind im christlichen wie im jüdischen Glauben eins.

Das urchristliche Bekenntnis zu diesem Gott wird ebenfalls als Rückblick auf und Lobpreis seiner rettenden Taten verkündet:

"...Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen! ... So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Kyrios und Christus gemacht hat." (Apostelgeschichte 2, 14-36)

Damit wurde der Eigenname des einzigen Gottes (hebräisch "Jahwe" = griechisch "Kyrios") auf diesen Galiläer, Gottes Sohn, übertragen. So hat das Christentum den Glauben des Judentums einerseits bewahrt, andererseits auf Jesus Christus bezogen und konzentriert. Damit markiert das urchristliche Credo die Bindung und Unterscheidung zum Judentum zugleich.

Eines der ältesten christlichen Zusammenfassungen der christlichen Glaubenslehre findet sich bei Paulus im ersten Korintherbrief 15,3ff:

"Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf."

Ein weiteres Bekenntnis von Paulus findet sich im Römerbrief 1,3f:

"...das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids, der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn."

Das kürzeste und populärste frühchristliche Bekenntnis, das im Neuen Testament oft wiederholt ist, ist Κυριος Ιησους - Jesus ist der Herr (Jahwe) - das im römischen Reich, wo der Kaiser mit κυριος bezeichnet wurde, auch eine politische Bedeutung hatte.


Altkirchliche Bekenntnisse

Im Christentum haben sich nach längeren Lehrstreitigkeiten im 3. und 4. Jahrhundert zwei "Symbola" als gemeinsamer Glaube aller Christen behauptet: das Apostolische und das Nicänische Glaubensbekenntnis.

Diese beiden werden von fast allen christlichen Traditionen als verbindliches Credo akzeptiert. Allerdings wird das Apostolicum in der westlichen Tradition häufiger, in der östlichen gar nicht verwendet. Diese verwendet nur das Credo von Nicäa. Den Grund dafür bringt der dritte Artikel des Credo zum Vorschein. In der westkirchlichen Form beginnt dieser:

"Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird ..."

In der Ostkirche wie auch bei Anglikanern und Alt-Katholiken dagegen heißt es:

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,
der mit dem Vater angebetet und verherrlicht wird ..."

Das Apostolicum bringt also die Differenz zum Nicänum mit dem Zusatz des "Filioque" (Lateinisch: "und des Sohnes") zum Ausdruck. Dahinter steht die erste und entscheidende Kirchenspaltung: das große Schisma zwischen römisch-katholischer und orthodoxer Kirche. Ihre Einheit zerbrach an dem Disput, ob der Heilige Geist aus Gott, dem Vater und Gott, dem Sohn (westkirchliche Lehre) oder nur aus Gott, dem Vater hervorgegangen sei (ostkirchliche Lehre). Bei ökumenischen Gottesdiensten, die gemeinsam mit orthodoxen Christen gefeiert werden, wird daher oft die Nicänische Textgestalt gewählt, der beide Seiten eher zustimmen können.

Älter, aber weniger verbreitet sind das Altrömische Glaubensbekenntnis als Vorläufer des Apostolischen Glaubensbekenntnisses und das Bekenntnis von Nicäa als Grundlage des Nicäno-Konstantinopolitanums.

Ein weiteres in den westlichen Kirchen weit verbreitetes Bekenntnis ist das Athanasianische Glaubensbekenntnis, das heute z.B. in der Evangelischen Kirche im Rheinland neben Apostolicum und Nicaeno-Constantinopolitaneum zu den drei grundlegenden Bekenntnissen gehört.


1840 abgefassten "Glaubensbekenntniß der Evangelischen Taufgesinnten (Baptisten) Gemeinden in Amerika, Großbritanien, Hamburg pp und Jever"]]

Konfessionelle Bekenntnisschriften und Katechismen

Neben den Glaubensbekenntnissen für den gottesdienstlichen Gebrauch gibt es noch Bekenntnisse verschiedener Konfessionen, die eher in Form dogmatischer Lehrsätze gefasst und überliefert sind: z.B. die evangelische Confessio Augustana der Lutheraner, das Zweite Helvetische Bekenntnis und den Heidelberger Katechismus der Reformierten, die Bekenntnisschrift Barmer Theologische Erklärung der Bekennenden Kirche, die Westminster Confession der Puritaner, die "Rechenschaft vom Glauben" des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, das Glaubensbekenntnis der Baptisten von Johann Ludwig Hinrichs 1840 (siehe Abbildung).

Nach evangelischem Verständnis werden Glaubensbekenntnisse als Richtlinien des Glaubens norma normata (=normierte Norm) verstanden. Das heißt: Sie sind zwar verbindlich, sind aber selbst durch etwas anderes normiert, nämlich durch die Bibel als norma normans (=normierende Norm). Sie können sich also nur dadurch legitimieren, dass sie von der Eigenverkündigung der Bibel gedeckt sind und diese bewahren.

Islam

Der Islam kennt als Glaubensbekenntnis die Schahada, deren Kernsatz auf deutsch in etwa heißt: "Es gibt keinen Gott außer Allah. Muhammad ist der Gesandte Allahs."

Siehe auch

Dogmatik, Glaube, Bekenntnisse der christlichen Kirchen und Gemeinschaften, Katechismus


Weblinks



Aktuelle Literatur zum christlichen Glaubensbekenntnis





Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Glaubensbekenntnis aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.