Glauberg
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Einordnung: Archäologie | Hessen
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Der Höhenrücken des Glaubergs (Höhe 271 m NN) am Ostrand der Wetterau ist ein Ausläufer des Vogelsberges in Hessen. Er liegt im Zusammenfluß von Nidder und Seemenbach und gehört zur Gemeinde Glauburg. Im Südwesten vorgelagert ist ihm das Enzheimer Köpfchen. Nach Nordwesten fällt er steil ins Niddertal ab, im Süden zieht sich vom Bergfuß eine gegliederte Hochfläche zum 2 km entfernten Seemenbach hin.
Durch seine natürlichen Gegebenheiten ist der Glauberg für eine Besiedlung und Befestigung hervorragend geeignet. Seine Höhe überragt das Umland um 150 m und bildet ein fast ebenes Plateau von über 800 m Länge und 80 m bis fast 200 m Breite.
Besiedlung und Befestigung
Die Besiedlung des Glaubergs und seines Umlandes in keltischer Zeit (Hallstattzeit) wird durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den einem Schwerpunktprogramm für die Jahre 2004 bis 2006 (DFG-SPP 1171) erforscht.
Der Keltenfürst vom Glauberg
Schon seit Jahrzehnten forschen Archäologen am Glauberg nach den früheren Kelten. Bei einem Erkundungsflug im Jahr 1988 erkannten Heimatforscher am Südhang des Glaubergs die Spuren eines riesigen Grabhügels in einem Getreidefeld. Später wurde noch ein zweiter Grabhügel entdeckt, der durch geophysikalische Messungen lokalisiert werden konnte. Beide Hügel waren eingeebnet und vom Boden aus nicht zu erkennen. Zwischen 1994 und 1997 führte das Landesamt für Denkmalpflege in Hessen, Wiesbaden, Ausgrabung durch. Die Grabanlage wurde restauriert und steht zur Besichtigung zur Verfügung.
Die Fürstengräber zweier keltischer Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Die Gräber zählen zu den prachtvollsten, die aus frühkeltischer Zeit bekannt sind. Eine weitere Sensation war die Entdeckung einer lebensgroßen Steinfigur eines Kriegers. Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Krieger-Stele (Statue) ist mit einer haubenartigen Kopfbedeckung in Form eines Mistelblattes versehen. Da die Mistel bei den Kelten eine wichtige kultische Bedeutung besaß, mag dies auf die Rolle des Fürsten als oberster Priester hinweisen. Diese Figur des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist bislang der bedeutendste Fund keltischer Kultur in Hessen.
Weblinks
- weitere Weblinks
- Die Seiten zum Keltenfürst
- Der Glauberg als Fürstensitz
- Suche nach Glauberg Infos mit: Yahoo
