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Grande école

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In den wirren Jahren des französischen Bürgerkriegs nach der Revolution (1789) wurden die französischen Universitäten aufgelöst(la Sorbonne wurde am 05. April 1792 aufgelöst) oder geschlossen. Erst unter Napoleon (1808) wurden in 12 Städten Universitäten neugegründet. Parallel zu den Universitäten, die weiterhin für Napoléon wegen ihrer Unabhängigkeit verdächtig waren, wurden höhere Bildungseinrichtungen gegründet, um dem Staat treue und fähige Diener zu liefern.

Bei den heutigen 187 Grandes Écoles (zu deutsch Hochschulen) handelt es sich um die angesehnste Gruppe des französischen Hochschulsystems. Sie bieten eine hochqualifizierende Ausbildung, wobei es für jeden Studiengang nur einige wenige Grandes Écoles gibt, was einen Vergleich der Schulen untereinander schwierig macht. Die Ausbildung dauert im Normalfall drei Jahre (2ème bzw. 2nd cycle) und schließt mit dem diplôme bzw. in Zukunft mit einem master-Abschluss. Um an einer Grande École studieren zu können, muss man nach dem Baccalauréat (entspricht in etwa dem deutschen Abitur und der schweizerischen Maturität) meist zuvor für zwei Jahre eine Classe préparatoire besuchen, die den Schüler auf die Aufnahmeprüfung (Concours) vorbereitet. Diese Vorbereitungskurse werden entweder von den Gymnasien, oder direkt von den Grandes Écoles angeboten (1er cycle). Von den Schülern wird dort ein ungeheueres Arbeitspensum sowie eine gewisse "Stromlinienförmigkeit" verlangt: "une tête bien faite et une tête bien pleine".

Mit diesen "concours" steuern die Träger (Staat oder private Träger wie die Handelskammer) der "grandes écoles" ihre Personalpolitik äußerst effektiv. Die zu besetzenden Planstellen werden genau ermittelt und wie bei einer Ausschreibung wird jedes Jahr die Zahl der Ausbildungsplätze festgelegt, die benötigt werden. Diese Ausbildungsplätze werden an die Bewerber vergeben, die die besten Ergebnisse an dem "concours" erzielt haben.

Wer es geschafft hat, in einer "grande école" zu studieren, hat für sein Leben gesorgt. In den staatlichen "grandes écoles" werden die Studenten während der Studienzeit ordentlich bezahlt. Sie sind verpflichtet 10 Jahre im Staatsdienst zu arbeiten. Bei privaten "grandes écoles" können sehr hohe Studiengebühren verlangt werden. Manche Unternehmen praktizieren hier ein effektives "Sponsoring" und übernehmen die Studiengebühren und/oder die Lebenskosten. Nicht nur aus Nächstenliebe, versteht sich.

Die Studienbedingungen sind an den "grandes écoles" nahezu paradisiesisch: hervorragende Lehre, intensive persönliche Betreuung, moderne Lehrmittel usw. Hier fehlt es an nichts.

Im Ausland werden die Grandes Écoles gerne als Beispiele eines funktionierenden Elite-Universität-Systems angeführt, der Vergleich mit z.B. deutschen Universitäten ist aber aufgrund des unterschiedlichen Lehranspruches nur bedingt möglich. Um in Frankreich in einem höheren Amt arbeiten zu können, ist eine Ausbildung an einer Grande École quasi obligatorisch.

Zu den bekanntesten Grandes Écoles gehören die École Normale Supérieure (ENS), die École nationale d'administration (ENA), die verschiedenen Écoles Centrales und die École Polytechnique in Paris.

Weitere Grandes Écoles:

Literatur

Siehe auch

Weblinks








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