Groschen
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Einordnung: Münze | Währungseinheit | Österreich
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Groschen ist die Bezeichnung für verschiedene Münzen.
Die ersten Groschen wurden 1271 vom Grafen Meinhart von Tirol in der Nähe von Meran geprägt. Der Groschen war ursprünglich eine massive Münze aus reinem Silber, der größer als der entwertete Denar war. Die neue Münze inspirierte bald andere Münzstätten, der Name Groschen kommt von der lateinischen Bezeichnung einer dieser Nachahmer-Münzen: grossus denarius turnosus (Dicker Denar aus Tour). Nach anderen Quellen1 wird die Bezeichnung auf das Doppelkreuz =Crossus der Ursprungsprägung zurückgeführt.
Nach dem Vorbild des Tourer Grossus wurden 1300 der Prager Groschen und 1338 der Meißner Groschen gemünzt. Beide Münzen erlangten überregionale Bedeutung und beeinflussten das deutsche Münzwesen stark, der Groschen á 12 Pfennig war weit verbreitet. Nur die Hälfte wert war der polnische Groschen zu sechs Pfennigen, der auch in Schlesien verbreitet war.
Nach der deutschen Münzunion 1870 fiel der Groschen als Münze weg.
Zwischen 1924 und 1938 und zwischen 1945 und 2001 war der Groschen der hundertste Teil des österreichischen Schilling. Zwischen 1815 und 1860, 1924 und 1939 und wieder ab 1950 bis heute ist der Groschen (Grosz) der hundertste Teil des polnischen Zloty.
Der Groschen war derart weit verbreitet, dass er in viele Redewendungen Eingang gefunden hat (Der Groschen ist gefallen). Außerdem war es üblich, nach der Dezimalisierung des deutschen Münzsystems die 10-Pfennig-Münze mit Groschen zu bezeichnen. Folgerichtig wird heute schon wieder die 10-Cent-Münze in Deutschland auch Groschen genannt.
Hroschi, das ukrainische Wort für "Geld", ist ebenfalls von Groschen (Groschi) abgeleitet.
Quellen
- 1Arthur Suhle: Deutsche Münz- und Geldgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, Battenberg, München, 1964, p. 157
Siehe auch
Kreuzer als Vorläufer des Groschens, der sich im süddeutschen Sprachraum als Münzbezeichnung lange erhalten hat.
Sechser, die Hälfte eines Groschens
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