Gunther von Hagens
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Gunther von Hagens, Prof. hc. (VR China) Dr. med., geb. Gunther Liebchen (* 10. Januar 1945 in Alt-Skalden, Posen), ist ein deutsch-jüdischer Anatom und Forscher. Er gilt als Erfinder der Plastination.
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Leben
Hagens studiert ab 1965 an der Universität Jena Medizin. Nachdem er 1968 gegen die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings demonstriert und einen Fluchtversuch unternimmt, wird er inhaftiert und 1970 als politischer Gefangener von der Bundesrepublik freigekauft.
Hagens studiert weiter in Lübeck, promoviert in Heidelberg und beschäftigt sich ab 1977 mit der Imprägnierung anatomischer Präparate. Dort gründet er auch eine Firma zum Vertrieb entsprechender Polymere und Geräte und 1993 sein Institut für Plastination.
Seit 1996 zeigt von Hagens' Institut für Plastination unter dem Titel Körperwelten öffentliche Ausstellungen plastinierter Körper, die weltweit viel besucht, aber auch heftig umstritten sind. Hagens verteidigte die Ausstellung menschlicher Körper durch aktive Pressearbeit und viele öffentliche Diskussionsrunden und Talkshowbesuche. Hagens führte im November 2002 trotz massiver Proteste auch Seitens der britischen Regierung in London öffentliche Sektionen menschlicher Körper durch. Hagens verlangte Eintrittsgeld, die Sektion wurde von Fernsehsendern live übertragen. Hagens plante ähnliche Veranstaltungen auch in Deutschland, sagte diese jedoch nach einer sehr emotional geführten öffentlichen Debatte ab.
Seit Beginn der Ausstellungen gibt es bisher nicht eindeutig bewiesene Anschuldigungen, von Hagens hätte die für die Entwicklung seiner Plastinationsverfahren benötigten Körper aus dubiosen Quellen in Osteuropa und Asien bezogen. Teilweise sollen dafür Einwilligungen der Angehörigen fehlen, teilweise soll von Hagens besonders markanten Menschen Geld dafür geboten haben, ihre Körper nach deren Tod zu plastinieren. Ebenfalls soll er Leichname von Personen mit Organspenderausweis plastiniert haben, wobei das Attribut "Organspender" hier sehr weit interpretiert wurde.
Nicht zuletzt aufgrund der öffentlichen Diskussionen um die Plastination verlegt von Hagens seine Arbeit immer mehr nach Kirgisistan und China, wo er ebenfalls Institute für Plastination gegründet hat und zum Ehren- und Gastprofessor ernannt wurde. Am 2. März 2004 wurde er von einem deutschen Gericht wegen des missbräuchlichen Führens des Professorentitels zu einer Geldstrafe verurteilt.
Zu von Hagens prominenten Leichen gehört der Flugpionier Hans Guido Mutke, der 2004 verstarb.
Gunther von Hagens ist seit 1975 verheiratet mit Cornelia von Hagens und Vater dreier Kinder.
Publikationen
- Heidelberger Plastinationshefter, 160 Seiten (1985/86), Anatomisches Institut der Universität Heidelberg, INF 307, 69120 Heidelberg, G. von Hagens, K. Tiedemann, W. Kriz: "The Current Potential of Plastination"
- G. von Hagens, A. Whalley, R. Maschke, W. Kriz: Schnittanatomie des menschlichen Gehirns, Steinkopff Verlag, Darmstadt (1990). ISBN 3798507805
- G. von Hagens, L.J. Romrell, M.H. Ross, K. Tiedemann: The Visible Human Body, Verlag Lea & Febiger, Philadelphia, London (1991). ISBN 0812112695
- Körperwelten - Die Faszination des Echten, Katalog zur Ausstellung, 280 Seiten, 8. Auflage 1999
Literatur
- Nina Kleinschmidt, Henri Wagner: Endlich Unsterblich. Bastei Lübbe, ISBN 3404604938
- Torsten Peuker, Christian Schulz: Der über Leichen geht. Links Verlag, ISBN 3-86153-332-4
Weblinks
- weitere Weblinks
- Ärzte im Dienst der Kunst - ein kritischer Artikel[Kategorie:Mann|Hagens, Gunther von]]
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