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Han van Meegeren

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Han Anthonius van Meegeren (* 10. Oktober 1889 in Deventer; † 30. Dezember 1947 ebenda) war ein niederlĂ€ndischer Maler und KunstfĂ€lscher.

Er studierte Architektur und Zeichenkunst und fing vor 1913 an zu zeichnen und malen. Er arbeitete zunĂ€chst als Assistent fĂŒr Zeichnen und Kunstgeschichte und erhielt im Jahr 1913 in einem Wettbewerb des Delfter Kunstinstitutes den ersten Preis fĂŒr sein im Stil des 17. Jahrhunderts gemaltes Aquarell „Kircheninneres“.

Er zog spÀter nach Den Haag und konnte dort mit seinen GemÀlden nach biblischen Motiven erste Erfolge verbuchen.

Er fing etwa ab 1923 an, GemĂ€lde im Stil der großen niederlĂ€ndischen Meister anzufertigen. Er imitierte dabei nicht nur deren Stil, sondern schaffte es auch, durch chemische Verfahren seine Werke 300 Jahre alt erscheinen zu lassen.

WĂ€hrend eines Aufenthaltes in England erwarb er sich den Ruf eines talentierten PortrĂ€tisten. Mit AuftrĂ€gen aus den Kreisen der englischen und amerikanischer Highsociety verdiente er stattliche Honorare. In England und Amerika schĂ€tzte man seine sich eng an die alten niederlĂ€ndischen KĂŒnstler anlehnende Malweise.

In den Niederlanden wurde er durch gute VerkÀufe zu einem bekannten und vermögenden Maler. Aber die enge Anlehnung seiner Malweise an die "alten Meister" brachte ihm in der Kunstkritik den Vorwurf ein, dass er nur zur Nachahmung und keinesfalls zu einer echten eigenschöpferischen Leistung fÀhig sei.

Da er sich selbst als verkanntes Genie betrachtete, wollte er der Kunstkritik beweisen, dass er in seinen GemĂ€lden nicht nur den Stil der großen Meister nachahmen konnte, sondern dass es ihm möglich war, so perfekt gefĂ€lschte GemĂ€lde von Frans Hals, Pieter de Hooch und Johannes Vermeer zu malen, dass sie von der Kunstkritik als echte GemĂ€lde dieser „alten Meister“ anerkannt werden mussten.

Dazu vertiefte er sich in die Biographien dieser „alten Meister“, studierte ihr Leben, ihre Arbeitsweise, ihre Maltechniken und ihre Werke. Damit er wie sie malen konnte, besorgte er sich alte LeinwĂ€nde, Farben, Bindemittel, Öle und Firnisse.

Als er im Jahr 1932 seine Vorbereitungen abgeschlossen hatte, zog er nach Roquebrune an die CĂŽte d' Azur. Dort malte er 1936-37 "Christus und die JĂŒnger in Emmaus" im Stil Johannes Vermeers und ließ es kĂŒnstlich altern.

Der berĂŒhmte Kunstkenner Dr. Abraham Bredius begutachtete dieses Werk als echten Vermeer, worauf das Rotterdamer Museum Boymans-Van Beuningen es fĂŒr die kapitale Summe von 550.000 Gulden erwarb. Dieses Werk ist dort immer noch zu besichtigen. Als Dr. Abraham Bredius 1938 seine ErklĂ€rung ĂŒber die Echtheit des Vermeer-GemĂ€ldes widerrief, fand er bei den jĂŒngeren Kunstkritikern kein Gehör.

Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges kehrte Han Anthonius van Meegeren in die Niederlande zurĂŒck und richtete sich in Laren ein Landhaus ein. Ermutigt von seinem Erfolg fertigte er weitere "alte Meister" an, die guten Absatz fanden. Auch das Amsterdamer Rijksmuseum kaufte von ihm einen gefĂ€lschten Vermeer ("Die Fußwaschung") zum Preis von 1.250.000 Gulden.

WĂ€hrend der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg schaffte er es 1942 sogar, eine Vermeer-FĂ€lschung (Christus und die Ehebrecherin) fĂŒr ĂŒber 1,5 Millionen Gulden an Reichsmarschall Hermann Göring zu verkaufen.

Im November 1944 siedelte er nach Amsterdam ĂŒber, wo er sich in der Keizersgracht 321 eine luxuriöse Wohnung einrichtete. An seinen FĂ€lschungen hatte er bis dahin 5,5 Millionen Gulden verdient.

Als die Alliierten 1945 in einem Salzbergwerk bei Salzburg das GemĂ€lde „Christus und die Ehebrecherin“ entdeckten und in den GeschĂ€ftsbĂŒchern der Kunsthandlung Goudstikker nachlasen, dass Han Anthonius van Meegeren diesen angeblichen „Vermeer“ 1942 ĂŒber den Bankier Niedl an Hermann Göring verkauft hatte, und als Indizien auftauchten, dass Han Anthonius van Meegeren ein FĂ€lscher war, wurde er wegen Betruges und FeindbegĂŒnstigung verhaftet.

Angesichts der ihm als Kollaborateur drohenden schweren Zuchthausstrafe machte er am 12. Juli 1945 das GestĂ€ndnis, diesen und weitere „Vermeers“ gefĂ€lscht zu haben.

Da man kaum glauben konnte, die vermeintlichen „Vermeers“ seien von der Hand Han Anthonius van Meegerens, musste er wĂ€hrend seiner Untersuchungshaft von Juli bis September 1945 noch ein weiteres derartiges GemĂ€lde ("Jesus unter den Schriftgelehrten") malen, was schließlich zu seiner Entlarvung und zu einem der grĂ¶ĂŸten Kunst-Skandale in der Kunstgeschichte fĂŒhrte.

Am 12.November 1947 verurteilte ihn die vierte Kammer der Amsterdamer Rechtsbank zu einem Jahr GefĂ€ngnis. Er legte keine Berufung ein und bat lediglich darum, in der Haft malen zu dĂŒrfen. Er starb am 30.Dezember 1947 nach einem akuten Magenleiden an einem Herzschlag.

Han Anthonius van Meegeren gilt seitdem als einer der genialsten KunstfÀlscher des 20. Jahrhunderts.

Als am 5. und 6. September 1950 sein Nachlass in Amsterdam versteigert wurde, erzielte sein in der Haft gemaltes Bild "Jesus unter den Schriftgelehrten" nur 3000 Gulden. Der Gesamterlös des Nachlasses belief sich auf 226.599 Gulden.


--Literaturangabe--







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Han van Meegeren aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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