www.infos-aus-germanien.infoBy Germanien | Startseite | Impressum | Sitemap | Webtips
 

Handschuh

www.infos-aus-germanien.info




Der Handschuh ist ein Kleidungsstück, dessen primäre Funktion es ist, die Hand des Trägers zu schützen. Zu unterscheiden sind dabei der thermale Schutz (vor Kälte oder Hitze), der mechanische Schutz (vor Abrieb, Schnitten o.ä.), der chemische Schutz und der Schutz vor Infektion (z.B. in der Chirurgie). Daneben war der Handschuh zu verschiedenen Zeiten ein Modeartikel oder hatte symbolische Bedeutung, z.B. als Pontifikalhandschuh oder Fehdehandschuh.

Eine weitere Unterscheidung orientiert sich an der Form: Fäustlinge, die die vier Finger zusammen umschließen und den Daumen extra, Fingerhandschuhe mit je einem Futteral pro Finger, sowie Stutzen, die nur den Unterarm, Daumen und die Hand selbst umschließen, die Finger aber frei lassen.

Inhaltsverzeichnis

Thermaler Schutz

Aus Wolle gestrickte oder gefütterte Handschuhe halten in kalten Regionen bzw. Jahreszeiten die Hände des Trägers warm. Ursprünglich wurden wärmende Handschuhe aus Leder gefertigt und mit Wolle gefüttert; heute werden sowohl für das Obermaterial wie für das Futter gern Kunstfasern verwendet. Fäustlinge bieten im Allgemeinen besseren Schutz vor Kälte, da sie eine geringere Oberfläche aufweisen als Fingerhandschuhe, und so der Kälte eine geringere Angriffsfläche bieten. In die andere Richtung, nämlich vor Hitze, schützen z.B. der Grillhandschuh und der Asbesthandschuh.

Mechanischer Schutz

Handschuhe für mechanischen Schutz sollen Verletzungen wie Blasen, Schwielen, Schiefer und Schnitte vermeiden. Zu dieser Gruppe gehören Gartenhandschuhe (aus Stoff, evtl. mit Gumminoppen für besseren Griff), Maurerhandschuhe aus Leder oder Metzgerhandschuhe aus metallenen Kettengliedern. Handschuhe dieser Gruppe sind zumeist Fingerhandschuhe, da die unabhängige Beweglichkeit der einzelnen Finger bei der Arbeit gewährleistet sein muß.

Chemischer und medizinischer Schutz

Handschuhe dieser Gruppe sollen eine für Chemikalien (z.B. Säuren und Laugen und Mikroorganismen undurchlässige Schranke bilden, aber den Fingern größtmögliche Bewegungsfreiheit bieten und mitunter (im chirurgischen Bereich) den Tastsinn möglichst wenig beeinträchtigen. Sie bestehen daher meist aus möglichst dünnem Gummi oder verwandten Materialien (z.B. Latex). Hierzu zählen Operationshandschuhe oder die AIDS-Handschuhe im Erste- Hilfe-Kasten eines Kradtfahrzeugs.

Weitere Anwendungen

Sport

In manchen Sportarten wie z.B. Fussball (Torwart), Golf oder Tennis sollen Handschuhe für einen rutschsicheren Griff sorgen. Bei anderen Sportarten (z.B. Reiten, Radfahren) steht eher mechanischer Schutz vor Verletzungen im Vordergrund; bei wieder anderen (z.B. Skisport, Alpinklettern) der thermale Schutz.

Sonstige

Geschichte

Handschuhe zum Kälteschutz dürften schon relativ früh erfunden worden sein. In der Odyssee, bei Herodot und Plinius dem Jüngeren werden sie erwähnt. Als Artefakte greifbar werden sie erst mit dem Mittelalter, aus dem wir u.a. den Fehdehandschuh und metallene Rüstungshandschuhe kennen. Aus dem 17. Jahrhundert sind sehr fein gearbeitete und mit Stickerei und Pailletten verzierte Fingerhandschuhe erhalten.

Bis Anfang des 18. Jahrhunderts tauchen Handschuhe recht häufig in Abbildungen von Männern und Frauen auf, danach bis um 1800 nur noch selten. Erst mit der kurzärmeligen Mode des Diréctoire und Empire gewinnen lange, bis zum Oberarm reichende Damenhandschuhe wieder Bedeutung und bleiben bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts für Ballgarderobe quasi verpflichtend. Für Männer hingegen haben Handschuhe ab ca. 1700 fast nur noch als mechanischer oder thermaler Schutz Bedeutung; Ausnahmen sind Berufsuniformen (Kutscher, Chauffeur, Butler etc.).

Weblinks








Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Handschuh aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

Hunde