Harold Wilson
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Einordnung: Mann | Life Peer | Politiker (Großbritannien) | Premierminister (Großbritannien) | Geboren 1916 | Gestorben 1995 | Geboren 1916 | Gestorben 1995
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Harold Wilson K.G. (* 11. März 1916 in Huddersfield (Yorkshire), †24. Mai 1995 in London) war ein britischer Politiker und zweimal Premierminister von Großbritannien (1964–1970 und 1974–1976). Er war Mitglied der Labour Party.
Harold Wilson wurde im Jahre 1916 geboren, im gleichen Jahr wie sein großer Rivale Edward Heath. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Oxford, wo er sein Interesse für Politik entdeckte. Nachdem er während des Zweiten Weltkriegs als Beamter gedient hatte, wurde er 1945 als Abgeordneter des Wahlkreises Ormskirk ins Unterhaus gewählt. Nach einer Wahlkreisreform im Jahre 1950 repräsentierte er den Wahlkreis Hoyton bei Liverpool.
Gleich nach seiner Wahl wurde er ins Kabinett berufen und setzte damit einen Rekord als jüngster Minister aller Zeiten. Er trat 1951 zurück, aus Protest über die Einführung von Gebühren im ansonsten kostenlosen britischen Gesundheitssystem (National Health Service).
Man verzieh im allerdings und berief ihn kurz darauf ins Schattenkabinett, als potentiellen Finanzminister. 1956 prägte er den Begriff der Gnomen von Zürich und meinte damit gewisse Schweizer Bankiers, welche mit Spekulationen den Kurs des Britischen Pfunds drückten. 1960 versuchte er erfolglos, den Parteivorsitz zu übernehmen. Als Hugh Gaitskell, der Vorsitzende der Labour Party, 1963 überraschend starb, wurde Wilson zu seinem Nachfolger gewählt.
Die Labour Party gewann am 16. Oktober 1964 die Parlamentswahlen mit einer Mehrheit von nur 5 Stimmen und Wilson wurde Premierminister. Nach einer kurzen, aber erfolgreichen Amtsperiode gewann Labour mit einer komfortablen Mehrheit von 99 Stimmen. Wilson war sehr bald bekannt dafür, in der Öffentlichkeit Pfeife zu rauchen und seine Ferien stets auf den Scilly-Inseln zu verbringen.. Seine Gegner warfen ihm Verschlagenheit vor. Zuerst hatte er sich jahrelang gegen die Abwertung des Pfunds gewehrt. Als er dann dennoch gezwungen war, diese Maßnahme zu treffen, verkaufte er dies in den Medien als Triumph.
Die Außenpolitik wurde durch Krisen in zahlreichen ehemaligen britischen Kolonien getrübt, besonders in Rhodesien und Südafrika. Wilson widersetzte sich dem Druck, zur Unterstützung der USA Truppen nach Vietnam zu schicken. Als Großbritannien mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte, sank die Zustimmung der Wähler.
Als die Umfragewerte wieder günstiger zu sein schienen, setzte Wilson Neuwahlen an. Zur Überraschung fast aller politischen Beobachter verlor Labour die Wahlen vom 19. Juni 1970 und Wilson musste sein Amt an Edward Heath abgeben. Trotz dieser bitteren Niederlage behauptete sich Wilson als Parteivorsitzender und kehrte am 6. März 1974 in die Downing Street No. 10 zurück. Seinem Nachfolger Heath war es nicht gelungen, die Probleme zu lösen, mit denen bereits Wilson zu kämpfen hatte.
Am 16. März 1976 erklärte Wilson überraschend seinen Rücktritt als Premierminister und erklärte, er wolle sich ganz aus der Politik zurückziehen. Er gab an, dass er schon immer vorgehabt habe, mit 60 in Pension zu gehen und dass er körperlich und geistig erschöpft sei. In Wirklichkeit war ihm bewusst geworden, dass er sich im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit befand. Sein Gedächtnis und seine Konzentrationsfähigkeit zeigten immer mehr Schwächen.
Außenminister James Callaghan wurde als sein Nachfolger gewählt und übernahm am 5. April 1976 von Wilson das Amt des Premierministers. Wilson blieb bis 1983 Parlamentsabgeordneter und wurde nach seinem Rücktritt als Baron Wilson of Rievaulx zum Peer erhoben, wie es bei ehemaligen Premierministern üblich war. Wilson war immer mehr von der Krankheit gezeichnet und wurde nach 1985 kaum mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Er starb schließlich am 24. Mai 1995 in London.
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