Heide Simonis
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Einordnung: Frau | Bonner | Politiker (Deutschland) | SPD-Mitglied | Bundestagsabgeordneter | Ministerpräsident (Schleswig-Holstein) | Ministerpräsident (Deutschland)
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Heide Simonis geb. Steinhardt (* 4. Juli 1943 in Bonn) ist eine deutsche Politikerin (SPD).
Sie ist seit 1993 Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein.
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Ausbildung und Beruf
Sie legte 1962 das Abitur an einem Mädchengymnasium ab und absolvierte anschließend ein Studium der Volkswirtschaftslehre und der Soziologie in Erlangen/Nürnberg und Kiel, welches sie 1967 als Diplom-Volkswirt beendete. Sie arbeitete dann bis 1969 als Lektorin für Deutsch an der Universität Lusaka in Sambia. Dann folgte bis 1970 eine Tätigkeit am Institut für Finanzen in Kiel. 1970 ging sie als Tutorin für Deutsch an das Goethe-Institut in Tokio. Dort war sie auch für die Firma Triumph International als Marketing Researcher tätig. Ab 1972 arbeitete sie als Berufsberaterin für Abiturienten und Hochschüler bei der Bundesanstalt für Arbeit am Arbeitsamt in Kiel.
Familie
Simonis wurde als älteste von drei Töchtern geboren. Sie ist verheiratet mit dem Universitätsprofessor Udo Simonis, den sie während ihres Studiums kennengelernt hat.
Partei
Seit 1969 ist Heide Simonis Mitglied der SPD. Von 1972 bis 1976 war sie Mitglied im Kreisvorstand der SPD in Kiel. Seit November 1993 ist sie Mitglied des SPD-Parteivorstandes
Abgeordnete
Von 1971 bis 1976 war sie Mitglied der Kieler Ratsversammlung. Von 1976 bis 1988 war sie dann Mitglied des Deutschen Bundestages, wo sie u.a. die Position der finanzpolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion einnahm.
Seit 1992 ist sie Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. Heide Simonis ist mit 65,2 % der Stimmen direkt in den Landtag gewählte Abgeordnete des Wahlkreises 20 (Kiel - Ost).
Öffentliche Ämter
Nach dem Regierungswechsel in Schleswig-Holstein wurde sie am 31. Mai 1988 von Björn Engholm in das Amt der Finanzministerin berufen. Nach dem Rücktritt von Günter Jansen wurde sie am 10. März 1993 zusätzlich Stellvertreterin von Ministerpräsident Björn Engholm. Von August 1990 bis Mai 1993 war sie als Finanzministerin Vorsitzende der "Tarifgemeinschaft deutscher Länder" (TdL).
Als Björn Engholm ebenfalls zurücktreten musste, wurde Heide Simonis am 19. Mai 1993 in das Amt der Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein gewählt. Sie ist damit die erste und bisher einzige Frau, die als Ministerpräsidentin an der Spitze eines Bundeslandes steht. Sie hat das Amt in einer Rot-grünen Koalition bei den Landtagswahlen 1996 und 2000 verteidigt und tritt zur Schleswig-Holsteinischen Landtagswahl 2005 wieder als Spitzenkandidatin der SPD an. Ihr Konkurrent ist Peter Harry Carstensen (CDU).
Gesellschaftliches Engagement
Von 1999 bis 2002 war sie Mitglied im Beratungsgremium des WHO-Zentrums für Gesundheitsentwicklung in Kobe für die Region Europa. Seit November 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Komitees des Kinderhilfswerks Unicef.
Simonis legt regelmäßig ihre Einkommensteuererklärung offen.
Zitate
- Ich bin aus zwei Gründen in die Politik gegangen: Erstens, weil meine Mutter nichts von Politik hält, und zweitens, weil es eine schöne Art ist, seine Aggressionen loszuwerden. Es gab ja nur ein heißes Feld auf Gottes Welt, auf dem man sich öffentlich streiten darf, wo Aggressivität als Tugend betrachtet wird.
- Sie müssen darauf gefasst sein, dass in den Haushaltsausschüssen tagelang die Daten gebündelt, gedreht und gestreckt werden. Wenn Sie dafür keine Begeisterung aufbringen, sterben Sie vor Langeweile. Wem sich der diskrete Charme der Macht des Geldes nicht erschließt, würde davonlaufen.
Sonstiges
Heide Simonis hat viele öffentliche Ämter als erste oder als eine von wenigen Frauen erreicht. Sie war jüngste Bundestagsabgeordnete, einziges weibliches Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag und ist bisher einzige Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes. Im Falle einer Wiederwahl im Februar 2005 würde sie am 01.11.2005 als erste Frau das Amt der Bundesratspräsidentin übernehmen. Unabhängig davon ob sie es wollte oder nicht, wurde sie auch oft als "die Frau" im Amt gesehen. Sie selbst hat sich nie für die als "typische Frauenressorts" angesehenen Bereiche Jugend/Familie, Bildung oder Kultur interessiert, sondern arbeitete immer in den klassischen Ressorts, besonders in der Finanzpolitik. Eine Situation, in der sie in ihren Worten irgendwann in einem Haufen machtbewusster, schon lange in der Partei tätiger Herren gelandet ist, zwischen "mächtigen Brocken", innerlich und äußerlich. Ihre eigene Landesregierung hat derzeit einen Frauenanteil von 56% und ist damit europaweit die Regierung mit der höchsten Frauenquote.
Veröffentlichungen
- Kein Blatt vorm Mund. Frankfurt, Hoffmann & Campe, 1998 ISBN 3455111920
- Unter Männern. Mein Leben in der Politik. München, C. H. Beck, 2003 ISBN 3-406-50959-2
Zitate
"Meinen Instinkt, den gebe ich für nichts in der Welt her." (Bei einem Promi-Special in "Wer wird Millionär?")
Weblinks
- weitere Weblinks
- Homepage von Heide Simonis Biographie auf der Seite der Landesregierung von Schleswig-Holstein Biographie beim Bayerischen Rundfunk
Theodor Steltzer | Hermann Lüdemann | Bruno Diekmann | Walter Bartram | Friedrich-Wilhelm Lübke | Kai-Uwe von Hassel | Helmut Lemke | Gerhard Stoltenberg | Uwe Barschel | Henning Schwarz | Björn Engholm | Heide Simonis
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Simonis, Heide |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (SPD), Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein |
| GEBURTSDATUM | 4. Juli 1943 |
| GEBURTSORT | Bonn |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
--InfoG 16:30, 24. Mär 2005 (CET)
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