Helgoland-Sansibar-Vertrag
www.infos-aus-germanien.info
Einordnung: Deutsche Kolonialgeschichte
- Was heißt Helgoland-Sansibar-Vertrag auf:
Englisch - Französisch - Italienisch - Niederländisch und Schwedisch sowie Spanisch
- Sie wissen mehr über das Thema Helgoland-Sansibar-Vertrag und möchten uns dazu etwas mitteilen?
Benutzen Sie dazu bitte unser Forum und eröffnen Sie einen neuen Thread zum Thema Helgoland-Sansibar-Vertrag.
Der sogenannte Helgoland-Sansibar-Vertrag von 1890 regelte die Beziehungen zwischen Gebiets- und Hoheitsansprüchen des Deutschen Reiches und Großbritannien in Afrika, es wird fälschlicherweise oft als reiner Tausch von Sansibar gegen Helgoland verstanden. Diese Deutung geht auf den damals entlassenen Reichskanzler Otto von Bismarck zurück, der damit das recht umfangreiche Vertragswerk, welches er selbst noch gerne realisiert hätte, abwerten wollte. Deutschland verzichtete zugunsten Englands auf Gebietansprüche, die es nach der Berliner Konferenz wegen des Effektivitätsprinzips ohnehin nicht stellen konnte, doch in Wirklichkeit hatten die Briten auf Sansibar längst vor den Deutschen Fuß gefasst.
Der Inhalt im Einzelnen:
- Art. I: Begrenzung der deutschen Interessensphäre auf das Gebiet des späteren Deutsch-Ostafrika.
- Art. II: Übertragung der Schutzherrschaft über Witu von Deutschland auf Großbritannien. Verzicht auf deutsche Ansprüche nördlich davon.
- Art. III: Begrenzung der deutschen Interessensphäre in Südwestafrika. Zugang zum Sambesi (Caprivi-Zipfel).
- Art. IV: Grenzfestlegung zwischen Togo und Goldküste, Kamerun und Nigeria.
- Art. V: Freier Handel und Verkehr im Tschadsee-Gebiet.
- Art. VI: Vorbehalt künftiger Grenzberichtigungen.
- Art. VII: Definition der Interessensphäre.
- Art. VIII: Vorbehalt des Freihandels gemäß der Generalakte der Berliner Konferenz von 1885.
- Art. IX: Gegenseitige Anerkennung von Rechten von Privatpersonen und Gesellschaften.
- Art. X: Freiheit der Mission.
- Art. XI: Großbritannien verpflichtet sich beim Sultan von Sansibar auf die Abtretung der von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft gepachteten Küste zu dringen. „Deutschland verpflichtet sich die Schutzherrschafft Großbritanniens anzuerkennen über die verbleibenden Besitzungen des Sultans von Zanzibar mit Einschluß der Inseln Zanzibar und Pemba sowie über die Besitzungen des Sultans von Witu und das benachbarte Gebiet bis Kismayu, von wo die deutsche Schutzherrschaft zurückgezogen wird.“
- Art. XII: Abtretung Helgolands an Deutschland.
Literatur
- A. Birken: Der Helgoland-Sansibar-Vertrag von 1890, in Intern. Handb. f. Geschichts- u. Geographie-Unterricht, Bd. XV, S. 194 ff., Braunschweig 1974
Weblinks
- weitere Weblinks
- Der „Helgoland-Sansibar“-Vertrag
- Suche nach Helgoland-Sansibar-Vertrag Infos mit: Yahoo
