Hermann Iseke
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Dr. Hermann Iseke (* 9. März 1856 in Holungen; †14. Januar in Südwestafrika) ist einer der bedeutendsten Dichter des Eichsfeldes und Schöpfer des Eichsfelder Sang. Teilweise benutzte er auch die Pseudonyme Emanuel Bimstein und Bernardus Americanus.
| Inhaltsverzeichnis |
Leben
Er wurde am 9. März 1856 in Holungen geboren, hier besuchte er die damalige Volksschule. Seinen ersten Lateinunterricht erhielt er vom damaligen Kaplan Andreas Raabe, einem bekannten Sprachforscher. Von 1867 bis 1873 besuchte er die Gymnasien in Heiligenstadt und Mühlhausen wo er 1874 erfolgreich die Abiturprüfung ablegte. Anschließend begann er mit dem Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Würzburg (1873-74), Leipzig (1874-75), Göttingen (1876-78) und Greifswald (1878). Hier machte er die erste juristische Staatsprüfung, promovierte in Jena zum Dr. jur. und wirkte als Referendar in Duderstadt und Künzelsau. In dieser Zeit suchte er innerlich nach einem neuen Lebensweg, begab sich nach Münster und studierte hier Philosophie und Germanistik (1879-1880).
1880 entschloss er sich, Priester zu werden und studierte in Freiburg, Breslau und Münster Theologie. Am 15. Juli 1883 empfing er in Eichstädt die Priesterweihe. Als Kaplan wirkte er ein Jahr in Dingelstädt und dann acht Jahre (1884-1892) als Pfarrer in Wachstedt.
1892 meldete er sich für die Militärfürsorge. Als Militärpfarrer wirkte er in den Garnisonen von Metz, Hannover und Mühlhausen im Elsass, ging mit einer Strafexpedition nach China (1900 – 1902), besuchte dann die Weststaaten Nordamerikas, wirkte wieder als Militärpfarrer in Kassel und Saarbrücken bevor er von 1905 bis 1907 in den südafrikanischen Raum ging. Das ungesunde Klima, große Strapazen und die schwere seelsorgerische Arbeit machten dem sonst so kräftigem Mann sehr zu schaffen. Dr. Hermann Iseke verstarb am 14. Januar 1907 in Südwestafrika an Malaria. Sein Leichnam wurde noch im Sommer 1907 in seine Heimat überführt und er wurde an der Kirche, direkt neben seinem Geburtshaus, bestattet.
Dr. Hermann Iseke hat nicht nur als Priester, Seelsorger und Soldatenfreund segensreich gewirkt, sondern auch als Dichter ist er über die Grenzen seines Heimatlandes bekannt geworden. Diese Dichtungen brachten ihm den Ehrentitel: "Dichter des Eichsfeldes". Im Jahre 1902 schrieb er den im Eichsfeld wohl bekannten "Eichsfelder Sang", doch dies war nicht das einzige Werk von ihm. Neben vielen kleineren Gedichten brachte er auch noch zwei größere Schriftstücke heraus ( "Der lieben heiligen Elisabeth von Thüringen" und unter dem Pseudonym "Bernadus Amerikanus" schrieb er "Aus Eichsfeldes Vorzeit in Geschichte und Sage").
Nachwirken
Die Stadt Heiligenstadt benannte nach ihm eine Straße, in seinem Geburtsort Holungen wurde ihm zu Ehren ein Gedenkstein errichtet und der Heimatverein trägt seinen Namen.
Werke
- Aus Eichsfelder Vorzeit in Geschichte und Sage. - Heiligenstadt : Cordier, 1892
- Gottfried, der Student : ein moralisch-akademisches Epos. - Heiligenstadt : Cordier, 1895
- Jubelklänge zum fünfzigjährigen Bischofsjubiläum Leo XIII. - s.a.
- Das Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen gottseliges Leben und Sterben : eine gereimte Erzählung. - Heiligenstadt : Cordier, 1895
Literatur
- Daub, Georg H.: Hermann Iseke, sein Leben und seine Werke : unter Benutzung seines Nachlaßes. - Heiligenstadt : Cordier, 1920
- Hoeber, Karl: Hermann Iseke. - Magdeburg : Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, 1927. - (Mitteldeutsche Lebensbilder; 2)
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