Herrschaft
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Einordnung: Soziologie
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Dieser Artikel befasst sich mit dem soziologischen Begriff der Herrschaft. Für die geographische Gegend namens Herrschaft, siehe: Bündner Herrschaft.
"Herrschaft" wird in den Sozialwissenschaften häufig in Anlehnung an Max Weber verwendet, der ihn wie folgt definiert:
"Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden". (Siehe dazu auch seine allgemeinere Definition der "Macht".)
| Inhaltsverzeichnis |
Typen der Herrschaft
Weber unterscheidet drei Idealtypen von Herrschaft, nach der Art ihrer Legitimation:
- rationale Herrschaft, die auf dem Glauben der an die Legalität gesetzter Ordnungen (zum Beispiel Gesetze) ruht, Beispiel: Bürokratie
- traditionale Herrschaft, die auf dem Alltagsglauben an die Heiligkeit von jeher geltender Traditionen und der Legitimität der durch sie Berufenen ruht, Beispiel: Patriarchat, Feudalismus
- charismatische Herrschaft, die auf der außeralltäglichen Hingabe an die Heiligkeit oder Heldenkraft oder die Vorbildlichkeit einer Person und der durch sie geschaffenen Ordnung ruht. Sie versachlicht sich stets in eine rationale oder traditionale Herrschaft, Beispiel: Prophet
Herrschaft nach Max Weber setzt ein Minimum an Gehorsam voraus; damit widerspricht seine Definition der von Karl Marx, dessen Herrschaftsbegriff auf Macht basierte. Der Begriff von Max Weber ähnelt eher dem Gesellschaftsvertrag.
Der Begriff der Herrschaft wird heute in der von Max Weber durchgesetzten Bedeutung des legitimierten (personalen) Machtverhältnisses verstanden. Oppenheimer meint mit Herrschaft die Beziehung zwischen zwei rechtsungleichen sozialen Klassen; Herrschaft ist bei ihm - und er folgte darin Otto von Gierke - eine vertikale Sozialbeziehung, Genossenschaft eine horizontale Beziehung.
Formen der Herrschaft
Herrschaft kann auch danach unterschieden werden, welche Personen oder Gruppen sie ausüben:
- Demokratie wörtlich aus dem Griechischen übersetzt als Herrschaft des Volkes; Mitbestimmungsrechte für einen großen Teil der Bevölkerung und gewisse Einschränkungen der legislativen und exekutiven Gewalt.
- Gerontokratie, wörtlich: Herrschaft der Ältesten. Sie gehört zur traditionalen Herrschaft. Die Ältesten besitzen hierbei die Herrschaft beispielsweise eines Stammes, ihre Legitimation entspringt ihrer Kenntnis der Traditionen, und ihre Macht über den Stamm ist begrenzt wiederum durch die Tradition, da diese ihre Macht legitimiert.
- Monarchie (siehe auch Erbmonarchie, Wahlmonarchie)
- Eine besondere Form von Herrschaft stellt die Theokratie dar, wörtlich: Gottesherrschaft, in Wirklichkeit die Herrschaft der Priesterkaste. Ihr Extremfall ist der "Cäsaropapismus", der eine Zusammenfassung der höchsten weltlichen und geistlichen Macht in einem Herrscher bezeichnet.
- Herrschaftsloses Zusammenleben von Menschen wird als Anarchie bezeichnet.
Vgl. auch Grundherrschaft
Zitat
Der Mensch glaubt manchmal, er sei zum Besitzer, zum Herrscher erhoben worden. Das ist ein Irrtum. Er ist nur ein Teil des Ganzen. Seine Aufgabe ist die eines Hüters, eines Verwalters, nicht die eines Ausbeuters. Der Mensch hat Verantwortung, nicht Macht. (Oren Lyons,Häuptling der Onondaga-Nation)
Quellen
- Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen, 1985. Kapitel 1, Paragraph 16; Kapitel 3.
Weblinks
- weitere Weblinks
- Typen der Herrschaft bei Max Weber
- Suche nach Herrschaft Infos mit: Yahoo
