Hessen-Kassel
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Einordnung: Historisches Territorium | Hessen | Nordhessen | Kassel
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Hessen-Kassel (alte Schreibweise: Hessen-Cassel) war als Landgrafschaft zunächst ein deutsches Fürstentum, später ein Kurfürstentum mit der Bezeichnung Kurfürstentum Hessen oder kurz Kurhessen. Kapitale war in allen Phasen die alte hessische Hauptstadt Kassel.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Landgrafschaft
Die Landgrafschaft Hessen-Kassel entstand 1567 nach dem Tod des Landgrafen Philipps I. von Hessen des Großmütigen, als die von ihm regierte Landgrafschaft Hessen auf seine vier Söhne aufgeteilt wurde. Der älteste Sohn Wilhelm IV. erhielt etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der alten Hauptstadt Kassel, womit die Landgrafschaft Hessen-Kassel konstituiert war. Das Erbe der brüderlichen Linien Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels fiel nach deren Aussterben an Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt zurück.
Siehe auch: Soldatenhandel unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel
Kurfürstentum
Mit dem 1803 vollzogenen Reichsdeputationshauptschluss wurde Hessen-Kassel zum Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation erhoben. Von daher stammt die Bezeichnung Kurhessen.
Königreich Westfalen
1807 kam Kurhessen unter napoleonische Herrschaft. Napoleon setzte seinen jüngsten Bruder Jérôme als König des neu gebildeten Königreichs Westfalen mit der Residenz Kassel ein.
Restitution
Jérôme floh 1813, und am 21. November des Jahres kehrte der Kurfürst unter jubelndem Empfang der Bevölkerung nach Kassel zurück:
- Hessen mit eurem Namen nenne ich Euch wieder.
Obgleich die Kurwürde inzwischen bedeutungslos geworden war, behielt der Landesherr den Titel "Kurfürst" und das Land die Bezeichnung "Kurhessen".
Kurhessen im Deutschen Bund
Kurhessen gehörte ab 1815 dem neu geschaffenen Deutschen Bund an. Zum Gesamtstaat Kurhessen gehörten das Großherzogtum Fulda, hervorgegangen aus dem Fürstbistum Fulda, ferner die Fürstentümer Fritzlar, Hersfeld und Hanau. Weiterhin waren mehrere Exklaven Staatsteil von Kurhessen, wie beispielsweise die Grafschaft Schaumburg (um Rinteln) an der Weser und die Herrschaft Schmalkaden im heutigen Thüringen.
Annexion durch Preußen
Der kurhessische Staat erlosch 1866, nachdem er von Preußen in Folge des Deutsch-Österreichischen Krieges annektiert wurde. Seinerzeit wurde er mit dem ebenfalls annektierten Herzogtum Nassau und der durch preußische Truppen besetzten ehemals Freien Reichsstadt Frankfurt am Main zur preußischen Provinz Hessen-Nassau vereinigt. 1944 wurde eine Provinz Kurhessen gebildet, jedoch ohne die Kreise Schmalkalden, Schlüchtern und Gelnhausen.
Land Hessen
Am 19. September 1945 ging die ehemalige Provinz Kurhessen im neubegründeten Land Großhessen auf, das 1946 seinen Namen in Hessen änderte.
Landgrafen und Kurfürsten
| Regierungszeit | Herrscher | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1568 - 1592 | Wilhelm IV. der Weise | Nach dem Tod Philipps I. von Hessen entsteht durch Erbteilung die Landgrafschaft Hessen-Kassel. |
| 1592 - 1627 | Moritz der Gelehrte | |
| 1627 - 1637 | Wilhelm V. der Beständige | |
| 1637 - 1663 | Wilhelm VI. | |
| 1663 - 1670 | Wilhelm VII. | |
| 1670 - 1730 | Karl | Zunächst regierte 5 Jahre lang seine Mutter als Vormund. |
| 1730 - 1751 | Friedrich I. | Seit 1720 König von Schweden |
| 1751 - 1760 | Wilhelm VIII. | Fungierte bereits seit 1730 als Statthalter seines Bruders. |
| 1760 - 1785 | Friedrich II. | Vergrößerte das Heer beträchtlich und ließ 1776-84 auf Seiten Englands 12.000 Mann gegen Nordamerika kämpfen. |
| 1785 - 1821 | Wilhelm IX. | Erhielt 1803 als Wilhelm I. die Kurfürstenwürde. |
| 1821 - 1847 | Wilhelm II. | |
| 1847 - 1866 | Friedrich Wilhelm I. | Starb 1875 ohne nachfolgefähige Kinder. |
Fortbestand der Bezeichnung Kurhessen
Die Bezeichnung Kurhessen wird bis heute als regionale Bezeichnung weiter verwendet. So ist beispielsweise das alte Territorium Kurhessen einschließlich der Exklave Schmalkalden Bestandteil des Gebietes der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. Evang. Kirche von Kurhessen-WaldeckDiakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.== Literatur ==
- Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. Bärenreiter Verlag, Kassel 1972 ISBN 3-7618-0404-0
Weblinks
- weitere Weblinks
- Abbildung der Fahne Hessen-Kassels[cgi-host.uni-marburg.de/~hlgl/atlas/id.cgi?ex=inhalt&page=2¤t=25&id=25 Karte: Hessen-Kassel 1567 bis 1866]
- Suche nach Hessen-Kassel Infos mit: Yahoo
